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"Gefahr ist keineswegs gebannt"

Der bayerische Apotheker-Chef Dr. Hans-Peter Hubmann aus Kulmbach rät dringend zum Impfen. Jeder Einzelne trägt zum Schutz der gesamten Bevölkerung bei.



Interview: mit Dr. Hans-Peter Hubmann, Bayerischer Apothekerverband
Interview: mit Dr. Hans-Peter Hubmann, Bayerischer Apothekerverband   » zu den Bildern

Landkreis - Apotheker aus der Region haben sich an der "Europäischen Impfwoche" beteiligt. Größere Anstrengungen seien erforderlich, damit Impflücken geschlossen werden. 2018 erkrankten nach Auskunft der WHO in Europa mehr als 82 000 Personen an Masern, und 72 von ihnen starben an den Folgen. Impflücken seien für ansteckende Krankheiten ein Einfallstor. Der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes, Dr. Hans-Peter Hubmann, der in Kulmbach als Apotheker tätig ist, warnt vor den Risiken.

 

Herr Dr. Hubmann, sind Aktionen wie Impfwochen heutzutage noch nötig?

Wir sind mit den Impfquoten schon ganz gut in Europa. Aber das ist noch nicht genug. Wir schrammen immer knapp an der Abdeckung vorbei, die nötig ist, um die Viren komplett auszurotten.

 

Aber sind Krankheiten wie Kinderlähmung bei uns nicht bereits besiegt?

Praktisch sind Kinderlähmung, Wundstarrkrampf und Keuchhusten dank der Impfungen verschwunden. Aber die Gefahr ist keineswegs gebannt. Manche Eltern unterschätzen die Gefahr und lassen ihre Kinder nicht mehr impfen.

 

In den vergangenen Jahren ist viel Kritik am Impfen laut geworden. Was sagen Sie dazu?

Bei der Masernimpfung hört man diese Kritik besonders. Bei Gegnern gilt die Impfung als nicht natürlich. Infektionen wie Masern, Röteln und Mumps werden als harmlose Kinderkrankheiten angesehen. Auch heute ist immer noch zu hören, dass es besser sei, die Krankheiten durchzumachen, weil das Kind dann eine natürliche Immunität entwickle. Es heißt, die Krankheiten gehören zum Leben dazu. Dabei gibt es bei Masern häufig große Komplikationen bis hin zu Todesfällen. Schutz bietet nur die rechtzeitige Impfung.

Gegner argumentieren, dass auch die Masern-Impfung zu Schäden führen kann.

Es gibt eine Angst vor Nebenwirkungen. Doch bei Impfungen ist gegenüber der Krankheit das Risiko für Komplikationen um den Faktor 1000 niedriger. Impfen ist eine der besten Präventionsmaßnahmen der modernen Medizin. Und wer sich impfen lässt, der schützt nicht nur sich selbst und seine Familie, sondern die gesamte Bevölkerung. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger Wirte findet das Virus.

 

Warum hält sich dann so hartnäckig die Kritik?

In vielen Internet-Foren haben die Gegner ein gefühltes Übergewicht, weil sich die Falschmeldungen häufiger verbreiten. Zum Beispiel sind Studien, die dort oft zitiert werden, längst widerlegt.

 

Sind Sie für eine Impfpflicht?

Eine Pflicht könnte die Akzeptanz in der Bevölkerung vermindern, wenn ein Widerwillen aufkommt. Deshalb setzt auch die bayerische Staatsregierung auf Überzeugung und Freiwilligkeit. Das Gespräch führte Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
19:36 Uhr

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13. 05. 2019
19:36 Uhr



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