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Gewerkschafter wirbt für Europa

Die Maikundgebung in Schwarzenbach steht im Zeichen Europas. Gewerkschaftssekretär Timo Lösch fordert bessere Arbeitsbedingungen.



Vom Rathaus zum Turnerheim führte der "1.Mai"-Demonstrationsmarsch in Schwarzenbach an der Saale. Foto: Püschel
Vom Rathaus zum Turnerheim führte der "1.Mai"-Demonstrationsmarsch in Schwarzenbach an der Saale. Foto: Püschel  

Schwarzenbach an der Saale - Etwa 160 Gewerkschaftler, Politiker und Sympathisanten haben sich am 1. Mai zum Demonstrationsmarsch in Schwarzenbach an der Saale versammelt. Um 9 Uhr ging es vom Rathaus aus hinauf zum Turnerheim. Dazu gab es Marschmusik des Spielmannszuges der Turnerschaft Schwarzenbach, geführt wurde der Zug von Polizei und Feuerwehr.

Ortskartell-Vorsitzender Manfred Möckel begrüßte dann im Saal die Bundestagsabgeordnete Simone Barientos (Linke) sowie den Landtagsabgeordneten Klaus Adelt (SPD). Beide sprachen kurze Grußworte, um ihre Verbundenheit zu den Gewerkschaften zu verdeutlichen.

Im Publikum waren auch der Schwarzenbacher Bürgermeister Hans Peter Baumann und Stefan Pöhlmann aus Helmbrechts sowie zahlreiche Stadt- und Kreisräte aus der Region.

Hauptredner des Vormittags war Timo Lösch, Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Region Oberfranken. Er ergriff zum diesjährigen Thema "Europa, aber jetzt richtig!" das Wort. Dazu gab es traditionell einen Gesangsbeitrag des Gemischten Chores Förbau-Edelweiß. Lösch bezeichnete den 1. Mai als "den Tag der Gewerkschaften" und gerade im Zeichen der Europa-Wahl am 26. Mai gehe man für ein solidarisches Europa auf die Straße. "Wir wollen mit unseren Stimmen ein anderes Europa, nicht das Europa das seine Bürgerinnen und Bürger schutzlos dem Toben der Marktkräfte aussetzt", sagte er unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer. Europa sei wichtig und darf deshalb nicht dem Gebrüll der Anti-Europäer mit neuen Mauern und Grenzzäunen überlassen werden.

Gerade in diesem Jahr, in dem die Bundesrepublik auf 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung und 70 Jahre Grundgesetz zurückblicken kann, müsse man darum kämpfen, dass Europa eine Zukunft hat. "Denn Europa ist und war ein Friedensprojekt." Deshalb dürfe sich Europa auch nicht zu einer neuen Aufrüstungs-Spirale zwingen lassen. In mahnenden Worten erklärte Lösch, dass die Geschichte gelehrt habe, wohin Nationalismus und Kleinstaaterei geführt hätten. Für die Gewerkschaften sei deshalb klar, in welche Richtung es jetzt gehen müsse: "Europa, jetzt aber richtig!" Es sei höchste Zeit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten verbessert werden.

Europa solle den sozialen Frieden nicht mit Sparpolitik und Ungerechtigkeiten zerstören. Deshalb rufe man am Tag der Arbeit alle demokratischen Kräfte zu einem Kurswechsel auf, hin zu einem solidarischen Europa, das die Menschen schützt und gute Arbeit, sozialen Fortschritt und Wohlstand für alle ermöglicht. Deshalb sei auch die AfD als neue neoliberale Partei für die Gewerkschaft nicht wählbar. "Wir müssen diese Bestrebungen nicht nur in Deutschland, sondern europaweit in die Schranken weisen", rief Lösch unter dem Beifall der Zuhörer.

Die Politik müsse sich ernsthaft bemühen, etwas am bisherigen Kurs zu ändern. "Das heißt: europaweite Standards für gute Arbeitsbedingungen, statt Dumping-Wettbewerb durch niedrige Arbeitslöhne und miserable Arbeitsbedingungen. Wir brauchen endlich europaweit Tarifbindung." Hier gäbe es viel zu tun, denn rund 17 Millionen EU-Bürger arbeiteten in einem anderen EU-Mitgliedsland, weitere 1,4 Millionen pendelten täglich über die Grenzen. Deshalb müsse die neue Europäische Arbeitsbehörde handlungsfähig gemacht werden. Lösch rief dazu auf, am 26. Mai zur Europawahl mit der Stimme die demokratischen Parteien zu stärken.

Möckel überreichte an den Gastredner den Auto-Nummernschild-Halter der "Duck’schen Motorenwerke Entenhausen" und einen "gesunden Schluck" von der einheimischen Industrie. Das Gewerkschaftslied "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit", angestimmt vom Gemischten Chor Förbau-Edelweiß, bildete den Abschluss der Kundgebung.

Autor

Reinhard Püschel
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Veröffentlicht am:
02. 05. 2019
19:26 Uhr

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Reinhard Püschel

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Veröffentlicht am:
02. 05. 2019
19:26 Uhr



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