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Hersteller von Navigations-Software unterstützen Brückenplaner

Wie können die Besucher bestmöglich zum Prestige-Objekt im Höllental gelenkt werden? Am besten gleich im Auto, sagt die Kreisentwicklung.



Hof - Die Kreisräte haben in der letzten Kreistagssitzung des Jahres am Freitag die aktualisierten Pläne zum Bau der Höllentalbrücken diskutiert. Bernd Hüttner, zuständiger Architekt für den Bürgerdialog und die Infrastruktur, blickte zurück auf einen mittlerweile fast drei Monate währenden Prozess, der jüngst eine Idee zutage gefördert habe, die von den Planern überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden war. Deswegen empfinde er den Weg, den der Landkreis geht, als vorbildlich. Insgesamt habe er den Eindruck, dass sich verkrustete Strukturen bei Gegnern und Befürwortern des Projekts langsam aufbrechen., sagte er auf Nachfrage. "Alle reden miteinander, alle respektieren die unterschiedlichen Meinungen."

Wie berichtet soll der neue zentrale Weg zur Brücke vom Freizeitzentrum Lichtenberg aus in Richtung Kesselfels führen. Dort beginnt die Brückenwanderung. Dafür wird allerdings eine kleine Brücke über die Staatsstraße gebraucht. "Charmant" findet die Idee einer Art Behelfsbrücke nicht nur der Ideengeber aus dem Bürgerdialog, sondern auch das Staatliche Bauamt als Oberbehörde, ergänzt Stefan Krippendorf von der Abteilung Landkreisentwicklung. Bereits abgesprochen seien auch Details zu den Hinweisschildern an den Bundes- und Staatsstraßen. Eine Art Kilometer-Countdown (ab fünf Kilometer vor dem Ziel alle 1000 Meter ein neues Schild mit dem Hinweis "Hängebrücke") solle die Touristen gezielt zum Lichtenberger Freizeitzentrum führen, wo Gratisparkplätze angeboten würden. Wichtige Partner für die gezielte Verkehrssteuerung seien auch die zwei größten Hersteller von Navigationssoftware. Diese könnten in ihren Programmen gewisse Wege in der Routenführung ausschließen.

Architekt Hüttner schloss auf Nachfrage nicht aus, dass ein Einstieg zur Brücke auch über Eichenstein und Lichtenberg möglich ist. Wandergruppen beispielsweise, die in Thüringen oder dem Hofer Land loslaufen, müssten natürlich auch an den Enden die Brücke begehen können. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass diese speziellen Tickets gleich zu Beginn des Brücken-Betriebs angeboten werden. Die Planer wollen zunächst die Besucherzahlen und das Verhalten der Touristen beobachten.

Für den CSU-Landtagsabgeordneten Alexander König ein ganz wichtiger Punkt: "Wir sollten auch darüber nachdenken, gleich ein Ticketsystem zu installieren, das es möglich macht, den Besucherstrom auf der Brücke durch Zeitfenster zu regulieren, wie auf Schloss Neuschwanstein etwa." Die Mehrkosten dafür müsse man einfach hinnehmen. "Allgemein bin ich dafür, lieber ein bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen. Solch ein Projekt plant man ja nur einmal."

Dem widersprach Landrat Bär nicht. Die Brücke werde es "kein zweites Mal geben", sagte er in Richtung des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt, der nochmal den touristischen Nutzen erläutert haben wollte. Bär ließ sich zu keiner Prognose hinreißen. Die Besucherzahl werde über die Jahre hinweg abnehmen und stagnieren, auch werde irgendwo auf der Welt eine längere Brücke entstehen. Insgesamt betrachtet sehe er in den Höllentalbrücken aber etwas einmaliges.

Adelt zur Seite sprang Parteifreund Ulrich Scharfenberg, der das Projekt "in einem Fluss" sieht, aber genau hinschauen wolle. Die "Option Reißleine" müsse es immer geben, sobald naturschutzrechtliche Probleme auftreten. Daraufhin meldete sich der Bad Stebener Bürgermeister Bert Horn zu Wort. "Insgesamt würde ich mir mehr Euphorie im Gremium wünschen statt über eine Ausstiegsklausel nachzudenken."

Eine ganz neue Idee kam aus Helmbrechts. Bürgermeister Stefan Pöhlmann regte an, die Geschichte zu diesem Ort, an dem das Bauwerk entstehen soll, mehr einzubinden. "Eine Brücke, neu gebaut, an diesem Ort nahe der innerdeutschen Grenze: Da sollten wir im Besucherzentrum mehr Informationen bieten", sagte Pöhlmann und dachte an ein kleines Deutsch-Deutsches Museum.

Bevor diese Details geklärt werden können, muss der Landkreis zunächst die weiteren Schritte gehen. Christine Schmölzer-Glier, Leiterin des Fachbereichs Hochbau, gab bekannt, demnächst mit der europaweiten Ausschreibung der Ingenieursarbeiten beginnen zu wollen. Auch die sogenannte Flora-Fauna-Habitat-Untersuchung steht noch aus. Sollte bei dieser Verträglichkeitsstudie beispielsweise eine seltene Tierart im Höllental gefunden werden, könnte das Projekt scheitern. Für die zentralen Anlaufpunkte wie das Ticketcenter, das Drehkreuz Wildnis auf dem Weg zur Brücke oder die Höllental-Terrassen auf Eichensteiner Seite sollen Landschaftsarchitekten in einen Wettbewerb treten. Spätestens im Frühjahr 2019 will der Landkreis die ersten Arbeiten vergeben. Die dann hinzugezogenen Planer können sicher sein: Die Bürger reden weiterhin ein gewichtiges Wort mit.

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Sören Göpel

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Veröffentlicht am:
08. 12. 2017
19:21 Uhr

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Sören Göpel

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08. 12. 2017
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