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Herzensangelegenheit Umwelt

Das Landratsamt Hof beschäftigt zwei Klimaschutzmanager. Sie wollen nah am Bürger sein und so Bewusstsein schaffen.



Fast von Anfang an zierte eine kleine Tanne das Büro der Klimaschutzmanager Christian Rank (links) und Bertram Dannhäuser.	Foto: Laura Schmidt
Fast von Anfang an zierte eine kleine Tanne das Büro der Klimaschutzmanager Christian Rank (links) und Bertram Dannhäuser. Foto: Laura Schmidt  

Hof - Seit März hat das Landratsamt Hof seine eigenen Klimaschutzmanager. Christian Rank und Bertram Dannhäuser haben die Projektstellen ergattert und sorgen nun dafür, dass es im Landkreis in Sachen Umwelt vorangeht.

Bertram Dannhäuser aus Hof ist gelernter Bauingenieur und hat vorher in einem Unternehmen gearbeitet, das Photovoltaikanlagen baut. "So hat sich mein Faible für erneuerbare Energien entwickelt. Dann habe ich mich zum Energieberater ausbilden lassen, um mein Tätigkeitsfeld zu erweitern", berichtet er. Als Klimaschutzmanager kümmere er sich vorrangig um Öffentlichkeitsarbeit und Beratung im Fördermitteldschungel. "Die Fördermittellandschaft ist sehr komplex, und es ist deswegen schwierig, den Überblick zu behalten. Aber zum Beispiel bei Sanierungen gibt es ein wahnsinniges Einsparungspotenzial", sagt Dannhäuser. Neben den Bürgern berate man deswegen auch Bürgermeister und Kommunen.

Christian Rank hingegen ist Agraringenieur und hat vorher im Bio-Großhandel gearbeitet. Zudem hat der Oberstebener noch eine eigene Landwirtschaft. Dass sich das Landratsamt in Hof gleich zwei Klimaschutzmanager geholt hat, wertet er als Zeichen, dass der Landkreis dem Thema Beachtung schenkt. Seine Steckenpferde sind die E-Mobilität und die Umsetzung der Radwege, seine Herzensangelegenheit der Flüsseradweg. Über 85 Kilometer Strecke sind dafür in Planung. Und er appelliert an Grundstücksbesitzer: "Beim Projekt sind so viele Menschen mit Herzblut dabei. Ich sehe die Grundstücksbesitzer als Wegbereiter einer großen Sache und appelliere, dass sie mitmachen."

Die beiden Klimaschutzmanager mussten im Landratsamt aber nicht bei Null anfangen. "Wir haben hier sehr gute Strukturen vorgefunden und wurden kollegial aufgenommen", berichtet Rank. Als "solide Basis" liege das integrierte Klimaschutzkonzept mit einem Maßnahmenkatalog sowie eine Machbarkeitsstudie zum Flüsseradweg vor. Seine Hausaufgaben habe der Landkreis in jedem Fall schon gemacht, bilanziell beziehe man schon fast 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien.

Quasi als Metapher für ihre Arbeit steht im Büro der Klimaschutzmanager eine Zimmertanne. "Das ist ein zartes Pflänzchen, das wir kultivieren wollen - ähnlich wie den Klimaschutz", berichtet Rank. Man wolle Klimaschutz kultivieren und die Bürger dafür sensibilisieren. "Aber nicht oberlehrerhaft. Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen und sie so anregen, sich selbst Gedanken zu machen", erklärt er weiter. Das gesteckte Ziel: "Vom Klimaschutz zur Klimaschutzkultur."

Doch was macht einen guten Klimaschutzmanager aus? "Ich glaube, man sollte authentisch sein. Christian beispielsweise ist selbst ein gutes Vorbild, er kommt mit einem E-Fahrzeug zur Arbeit", berichtet Bertram Dannhäuser. Das sieht Christian Rank ähnlich: "Man sollte sich voll mit dem Thema identifizieren können und die Wege, die man den Leuten versucht aufzuzeigen, auch selbst gehen." Weiter helfe es immer, eigene Ideen zu haben. "Wir müssen den Klimaschutz ja verpacken, und das funktioniert am besten mit pfiffigen, attraktiven Ideen", sagt Rank. Zudem solle man auf die regionalspezifischen Eigenheiten der Region eingehen.

Die Projektstellen der beiden beruhen auf einer Förderung des Bundesumweltministeriums und sind vorerst auf drei Jahren ausgelegt, können aber auch auf fünf Jahre verlängert werden. Danach liege es beim Landkreis, ob die Stellen beibehalten werden. "Für uns wäre das natürlich eine Bestätigung unserer Arbeit", sagt Bertram Dannhäuser. Aber bis es soweit ist, wollen die Klimaschutzmanager noch einiges im Landkreis bewegen, gerade in Sachen Elektromobilität. Nur 0,1 Prozent der Autos im Landkreis fahren elektrisch, durch das Elektromobilitätskonzept des Landkreises sollen nun zumindest Kommunen eine Förderung erhalten, wenn sie sich ein E-Auto anschaffen und damit CO2 einsparen. Und bald soll dafür auch eine Ladestation am Landratsamt entstehen.

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Laura Schmidt
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Veröffentlicht am:
23. 08. 2018
19:56 Uhr

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Laura Schmidt

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23. 08. 2018
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