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Hof

Hinschauen, um zu handeln

Fünf Tage lang hat Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner das Dekanat Hof besucht. Zum Abschluss hält sie den Sonntags- gottesdienst in Sankt Michaelis um 9.30 Uhr.



Sebastian Damm, Dekanatsjugendreferent des Jugendwerks Hof (Mitte, grünes Hemd), zeigt Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (rechts) und Dekan Günter Saalfrank (Zweiter von rechts) die neuen Räumlichkeiten des Jugendwerks "Das Lichthaus" in der Pfarr. "Das neu angemietete Lichthaus mitten in der Hofer Innenstadt mit seinen großen Fensterflächen trägt dazu bei, Schwellen niedrig zu machen, sodass Leute kommen, die lange nicht in der Kirche waren", betont die Regionalbischöfin. Foto: von Dorn
Sebastian Damm, Dekanatsjugendreferent des Jugendwerks Hof (Mitte, grünes Hemd), zeigt Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (rechts) und Dekan Günter Saalfrank (Zweiter von rechts) die neuen Räumlichkeiten des Jugendwerks "Das Lichthaus" in der Pfarr. "Das neu angemietete Lichthaus mitten in der Hofer Innenstadt mit seinen großen Fensterflächen trägt dazu bei, Schwellen niedrig zu machen, sodass Leute kommen, die lange nicht in der Kirche waren", betont die Regionalbischöfin. Foto: von Dorn  

Hof - "Wenn ich zu Beginn des Jahres Termine blocke, dann sind das vier ganz wichtige Dinge, für die sich später kein Platz mehr fände: mein Urlaub, eine Woche Schweige-Exerzitien, Visitationen und Ordinationen" , verrät Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner. In diesem Jahr führt sie ein fünftägiger Besuchsmarathon durch die Gemeinden und Einrichtungen des Dekanatsbezirks Hof und die Gemeinde Sankt Michaelis. An ihrer Seite hat sie ein Team, bestehend aus Dekan Günther Saalfrank, seinem Vertreter Thomas Persitzky, Senior Herwig Dinter, Monika Köppel-Meyer aus dem Präsidium der Dekanatssynode und ihrem persönlichen Referenten, dem ehemaligen Konradsreuther Pfarrer Dr. Florian Herrmann.

Gut zu wissen

Die Visitation ist eine spezifisch evangelische Form der Kirchenleitung: Das Kirchenrecht nennt sie einen "schwesterlichen Besuchsdienst". Einmal pro Jahr besucht die Regionalbischöfin fünf Tage lang Gemeinden und Einrichtungen eines Dekanats zusammen mit einem Team von Verantwortlichen aus dem jeweiligen Dekanat. Gemeinsam nehmen sie die Vielfalt des kirchlichen Lebens und die gegenwärtigen Herausforderungen wahr, um ihr Handeln auf der Grundlage guter Situationskenntnis weiterzuentwickeln.

 

Wie vollgepackt die fünf Tage im Dekanat Hof sind, verrät ein Blick auf das Programm: Die drei vakanten Gemeinden Töpen, Isaar und Münchenreuth hat die Regionalbischöfin ebenso besucht wie Sankt Michaelis als Sitz des Dekans. "Die Ruhestandsversetzung eines Dekans - wenn sie auch erst Ende 2021 ansteht - ist ein guter Grund, ein Dekanat für die Visitation auszuwählen", sagt die Regionalbischöfin: "um seine Herausforderungen und Chancen frühzeitig, mit gebührendem Abstand im Hinblick auf die Neubesetzung gut zu kennen."

 

Als neuen Schwerpunkt der Gemeinde Sankt Michaelis nennt sie die Arbeit mit Geflüchteten, die zum Christentum konvertiert sind und die sich treu zur Gemeinde stellen. "Daher habe ich auch im Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und Landrat Dr. Oliver Bär darum gebeten, Türen zu öffnen für die Integration von Geflüchteten, die unsere Gesellschaft und das christliche Leben mittragen wollen und können", sagt Dorothea Greiner. Ihr Eindruck nach dem Gespräch mit den politischen Vertretern ist, dass gegenseitig großes Wohlwollen zu spüren ist und man beabsichtigt, die gesellschaftliche Verantwortung bezüglich der Integration von Geflüchteten gemeinsam zu tragen.

Außerdem hat sie einen Bauernhof besucht und dort mit Landwirten und Vertretern des Bauernverbands gesprochen. Sie wollte die Arbeit der Landwirte, die oft zu gering geschätzt werde, würdigen und mit einem positiven Signal motivieren. Den Besuch eines familiengeführten Unternehmens und dessen Geschäftsführerin, die sich auch in der Kirche einbringt, kommentiert sie mit den Worten: "Solche Brückenbauer schätzen und brauchen wir."

Drei Bereiche nennt sie, aus denen sie viele Anregungen und Denkanstöße aus ihrer Visitation mitnehmen wird. Zum einen ist dies ein Gespräch mit Schulamtsleiter Stefan Stadelmann zur Frage, inwieweit man öffentliche Schulgottesdienste veranstalten sollte, auch wenn die Mehrheit der Schüler mancher Schule keiner christlichen Religion angehören. "Ich vertrete hier ganz klar die Auffassung, dass die Schulgottesdienste öffentlich veranstaltet werden sollten mit einer Einladung, aber ohne Zwang zur Teilnahme für alle Schüler, weil sie zur kulturellen Bildung eines Landes gehören, das durch christliche Werte geprägt wird."

Stark fällt ihr auf, dass der demographische Strukturwandel in der Region inzwischen nicht mehr nur beklagt, sondern als Herausforderung angenommen wird und zur Gestaltung anregt. Besonders beeindruckt zeigt sie sich von den Aktivitäten der Diakonie Hochfranken und der Lebenshilfe, vor allem vom inklusiven Konfirmations-Projekt, das Menschen mit Behinderung und deren Familien ein Konfirmationsfest mitten in einer Gemeinde ermöglicht hat. "Diese Inklusion im religiösen Bereich hat bayernweit Vorbildcharakter", so die Bischöfin.

Dekan Günther Saalfrank freut sich über die Visitation: "Ich schätze diesen Besuch sehr und sehe darin keine Kontrolle, sondern eine Begleitung und Stärkung, während der man gemeinsam schaut, was da ist, und gemeinsam über das Wahrgenommene berät." Greiner selbst fügt abschließend hinzu: "Es hat schon manches, was ich in Visitationen erlebt oder erfahren habe, mein Handeln verändert - und wenn wir nicht hinschauen und nachhaken, können wir auch nicht handeln."

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Christine Wild

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Veröffentlicht am:
16. 05. 2019
19:34 Uhr

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Christine Wild

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Veröffentlicht am:
16. 05. 2019
19:34 Uhr



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