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Hof

Hinter den Kulissen der Bahn

Am Tag der offenen Tür erkunden Besucher die Arbeitsplätze der Fahrdienstleiter. Die Veranstaltung lockt sogar einen Studenten von Berlin nach Hof.



Die Auszubildende Michelle Häßler erklärt den Besuchern die Arbeitsabläufe im Stellwerk am Hof Hauptbahnhof. Foto: Werner Rost
Die Auszubildende Michelle Häßler erklärt den Besuchern die Arbeitsabläufe im Stellwerk am Hof Hauptbahnhof. Foto: Werner Rost  

Hof/Oberkotzau - Weichen stellen und Signale auf "Freie Fahrt" oder "Halt" zu setzen - so stellt man sich die Arbeit der Fahrdienstleiter bei der Bahn vor. Doch die Technik dafür ist je nach Dienststelle sehr unterschiedlich. Dafür gibt es noch einige ältere mechanische Stellwerke, in denen man mit großen Hebeln die Weichen und Signale bedient, wie in Münchberg oder Stammbach. Moderner sind die Drucktasten-Stellwerke, in denen die Fahrdienstleiter per Knopfdruck den Zugverkehr leiten, wie in Hof und Oberkotzau. Und in Marktredwitz und Rehau arbeiten die Kollegen in elektronischen Stellwerken per Klick am Computer.

Die DB Netz AG, das Infrastruktur-Unternehmen der Deutschen Bahn, sucht Nachwuchs für die Stellwerke in Nordbayern. Aus diesem Grund hatte die DB am Samstag zu einem "Tag des offenen Stellwerks" an nordbayerischen Dienststellen eingeladen, darunter in Hof und Oberkotzau. In Hof befindet sich das Stellwerk im "Turm" direkt neben dem Hauptbahnhof. Michelle Häßler, Auszubildende im zweiten Lehrjahr, übernahm die Führungen. Das Publikum war bunt gemischt. Natürlich ließen es sich viele Bahnfans nicht entgehen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Auch einige Eisenbahner waren mit ihren Familien zu Gast. Denn wer beim Verkehrsbetrieb DB Regio arbeitet, kommt normalerweise nicht zu den Kollegen ins Stellwerk. Man kennt sich nur vom Telefon. Student Florian Schulz aus Berlin nahm eigens den langen Weg auf sich, um einige Stellwerke kennenzulernen. Er studiert schwerpunktmäßig Stadtbahn-Technik, beschäftigt sich aber auch mit der normalen Eisenbahn. Gleich drei Stellwerke hatte er sich zur Erkundung vorgenommen: Hof, Oberkotzau und Neuenmarkt-Wirsberg.

Ob Laien oder Fachleute - Michelle Häßler und der Hofer Fahrdienstleiter Norbert Schaller ließen im "Turm" keine Frage unbeantwortet. Wie Häßler erläuterte, ist das Hofer Stellwerk 1974 in Betrieb gegangen. "Derartige Drucktasten-Stellwerke der Firma Siemens gibt es seit 1960", erläuterte Häßler. Sie erklärte den Gästen die große Stellwerksstafel, auf denen alle Gleise und Weichen dargestellt sind. Schwarze Streifen markieren die elektrifizierten Gleise. "Das ist notwendig, damit kein elektrischer Zug auf ein Gleis ohne Oberleitung geleitet wird", betont Häßler.

Im "Turm" gibt es zwei Arbeitsplätze - getrennt für den Nord- und für den Südteil des Bahnhofs. Die Nordseite ist von 5.30 bis 23.30 Uhr besetzt, die Südseite rund um die Uhr. Acht Fahrdienstleiter und zwei Ablösen für Kollegen im Urlaub oder im Krankenstand teilen sich den Dienst. Norbert Schaller arbeitet hier bereits seit 30 Jahren. "Es ist eine abwechslungsreiche Arbeit, die oftmals stressig ist - aber wer hat schon keinen Stress", sagte Schaller.

Auf Nachfrage einiger Bahnfans erklärte er, warum in den kommenden Jahren zusätzliche Weichen am Hofer Hauptbahnhofs eingebaut werden sollen. Demnach ist es derzeit nicht möglich, dass gleichzeitig ein Zug aus Richtung Gutenfürst einfahren und ein Zug nach Bad Steben ausfahren kann. Außerdem soll durch eine neue Weichenverbindung eine direkte Zufahrmöglichkeit aus Richtung Gutenfürst zum künftigen Güterverkehrszentrum geschaffen werden.

Häßler informierte schließlich noch über die Ausbildung zum Fahrdienstleiter, für die lediglich ein qualifizierter Hauptschulabschluss nötig sei. "Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat eine Übernahme-Garantie", betonte die angehende Fahrdienstleiterin.

Michelle Häßler aus Schauenstein wird möglicherweise die erste Frau sein, die als Fahrdienstleiterin in Hof arbeiten wird. Bislang ist der "Turm" eine reine Männer-Bastion. An anderen Dienststellen, wie in Wiesau, arbeiten bereits drei Frauen. Deren Zuständigkeit reicht übrigens bis Selbitz: Wenn die Agilis-Lokführer in Selbitz ankommen, erhalten sie ihre weitere Fahrgenehmigung telefonisch von einer der Wiesauer Frauen. So weit reichen die Entscheidungen der Fahrdienstleiter.

Autor

Werner Rost
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Veröffentlicht am:
29. 04. 2018
18:40 Uhr

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Werner Rost

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29. 04. 2018
18:40 Uhr



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