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Hof

Historisches Spektakel zum Schlappentag

Am Samstag, 15. Juni, gibt es in Hof eine ganz besondere Stadtführung: Mit Geschrei und Getöse spielen Laiendarsteller den Hussitenüberfall nach.



In mittelalterlichen Gewändern ziehen die Darsteller durch Hof. Archivfoto: Andreas Rau
In mittelalterlichen Gewändern ziehen die Darsteller durch Hof. Archivfoto: Andreas Rau  

Hof - Es gibt Kampf, Gefluche und Geschrei, flehende, weinende und schutzsuchende Frauen. Sie haben Angst vor dem, was da kommen soll, was man gehört hat und es einfach hat nicht glauben wollen. So wie man es erzählt hat, kommt es - schlimmer, als man es sich in seinen schrecklichsten Träumen vorgestellt hat.

Die Schilderungen von Zeitgenossen über die Gräueltaten der Hussiten wurden von der Wirklichkeit übertroffen. Wer fliehen konnte, floh in die Wälder, der Rest wurde grausam ermordet, verbrannte in den Häusern oder verhungerte oder erfror in der eisigen Kälte. Aber es gab auch die wehrhaften und mutigen Frauen, die sich dank ihres Glaubens nicht scheuten, den Gegnern die Stirn zu bieten. Und solche gab es in Hof viele.

Diese historischen Ereignisse, der Überfall der Hussiten auf Hof, mündeten in die Entstehung des Hofer "Nationalfeiertages", in den Schlappentag, der dieses Jahr am 17. Juni stattfindet. Vorher werden die geschichtlichen Geschehnisse traditionell in einer szenischen Stadtführung einem breiten Publikum gezeigt, vorbei an den historischen Punkten der Innenstadt. Die Führung findet am Samstag, 15. Juni, statt und beginnt um 14 Uhr an der Hospitalkirche.

An der Spitze Elisabeth, die sich mit Vojislav, dem Hauptmann der Hussiten, knallharte Wortgefechte liefert. Vojislav mit seinen Männern ist sich seiner Macht wohl bewusst und lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen, die Kirche, das Kloster und dieses ganze armselige Nest niederzubrennen. Die Hussiten verfolgen ihre Ziele mit Feuer, Blut und Tod. Elisabeth kann nur verbal dagegenhalten, dass sie, die Ketzer Gottes, ihre gerechte Strafe bekommen würden. Der Hussitenhauptmann indes spornt seine Männer immer wieder mit dem Schlachtruf an: "Auf ihr Männer - die ihr Gottes Streiter seid!" - und die Männer antworten: "Hus! - Hus! - Hus!"

Bis es aber zu den Wortgefechten der Hauptdarsteller kommt, sind auf der etwa 1,2 Kilometer langen Wegstrecke von der Hospitalkirche über das Klarissenkloster bis zum Pausenhof der Neustädter Schule mehrere Zwischenstationen mit Aktionsszenen, mit Knalleffekten und Rauch vorgesehen. Knapp 40 Mitwirkende kommen zum Einsatz: Hussiten, Hofer Bürgerinnen, Mönch, Nonne, Marketenderin, Tuchhändler mit Frau und Magd, Kaufmann, Musikus, Trommler - sowie Moderator und Lautsprecherträger. An der Neustädter Schule folgt die Verabschiedung vor einem Hussitenlager.

Die Teilnehmer des Zugs erhalten erstmals professionelle Unterstützung: Jasmin Sarah Zamani, Regie-Assistentin und Regisseurin am Theater Hof, berät die Laiendarsteller und unterstützt sie bei den Proben.

Neben den Aktionsszenen werden die Besucher viel Wissenswertes über die Kirchen, die Klöster, die Reformation und den Schlappentag erfahren. Die Schäden, die die Hussiten hinterließen, waren beträchtlich. Letztlich versank die Stadt Hof am 25. Januar 1430 in Schutt und Asche. Noch war es Winter, Hunger und Not kehrten ein. Die Bürger erholten sich nur langsam von dem grausamen Überfall. Was die Hussiten aber nicht geschafft hatten, war, die Hofer Bürger von ihrem katholischen Glauben abzubringen. Ein altes Weiblein aus der Mordgasse hatte jedoch vorhergesagt, dass ein Mönchlein kommen und den Glauben verändern wird. Die Gebete für den Erhalt des einheitlichen katholischen Glaubens konnten die Erneuerungsbewegung der Kirche nicht aufhalten, die Reformation unter Martin Luther.

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
18:28 Uhr

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03. 06. 2019
18:28 Uhr



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