Lade Login-Box.
Topthemen: VER SelbFotos: Erstklässler in der RegionBlitzerwarnerBilder vom Wochenende

Hof

Hochwasserschutz verschlingt viel Geld

Die Stadt Schauenstein muss rund 340.000 Euro im Selbitztal investieren. Die Anlieger tragen dem Stadtrat ihre Sorgen vor.



Die Selbitz soll sich im Hochwasserfall auf einem Streifen entlang des ehemaligen IWS-Geländes (links im Bild) ausbreiten können. Eine Hochwassermauer soll jedoch die Gewerbe- und Wohngebiete im Tal zwischen Schauenstein und Uschertsgrün schützen. Foto: Werner Rost
Die Selbitz soll sich im Hochwasserfall auf einem Streifen entlang des ehemaligen IWS-Geländes (links im Bild) ausbreiten können. Eine Hochwassermauer soll jedoch die Gewerbe- und Wohngebiete im Tal zwischen Schauenstein und Uschertsgrün schützen. Foto: Werner Rost  

Schauenstein/Uschertsgrün - Der Stadtrat Schauenstein hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einer Vereinbarung mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof zugestimmt, das federführend Hochwasserschutzmaßnahmen im Selbitztal zwischen Schauenstein und Uschertsgrün plant. Bürgermeister Peter Geiser bezifferte die anteiligen Kosten der Stadt Schauenstein, die die Haushaltsjahre 2020 und 2021 belasten werden, für die Planungen auf 28.000 Euro und für die Bauarbeiten auf 310.000 Euro, zusammen also auf rund 340.000 Euro.

Der Hochwasserschutz steht im Zusammenhang mit der Sanierung der Altlasten-Brache des ehemaligen Industriewerks Schauenstein (IWS). Bürgermeister und der Stadtrat hatten ursprünglich gehofft, die Sanierung des IWS-Geländes dank eines Förderprogramms des Freistaats mit einem vergleichsweise niedrigen vierstelligen Euro-Betrag als Eigenanteil stemmen zu können. Da war Hochwasserschutz noch kein Thema.

Der Bürgermeister fasste während der jüngsten Sitzung den Sachverhalt noch einmal zusammen: Demnach hatte das hydrologische Gutachten des Ingenieurbüros Köhler aus Bad Steben ergeben, dass der bestehende Hochwasserschutz für das Gelände nicht ausreicht. Das Ingenieurbüro habe eine Hochwasserschutzmauer mit Kosten in Höhe von einer Million Euro empfohlen, erinnerte Geiser. Das Wasserwirtschaftsamt Hof habe erkannt, dass die bislang letzten nicht optimalen Ausbaumaßnahmen in den Jahren 1975 und 1976 korrigiert werden können. Dies betreffe nicht nur den Bereich des ehemaligen IWS-Geländes, sondern den gesamten angebauten Bereich zwischen Schauenstein und Uschertsgrün. Das Wasserwirtschaftsamt habe die Gesamtkosten auf 1,3 Millionen Euro geschätzt.

Der Bürgermeister bezifferte die Planungskosten auf 159.000 Euro. Der Anteil der Architekten- und Ingenieurleistungen betrage 110.000 Euro. Davon entfallen 80.000 Euro auf die Hochwasserfreilegung, die die Stadt anteilig zu 35 Prozent übernehmen müsse. "Der zu vereinbarende Kostenanteil liegt bei 28.000 Euro", erläuterte Geiser. Die verbleibenden 30.000 Euro seien Planungskosten für FFH-Ausgleichsmaßnahmen. Diese Kosten trage der Freistaat allein.

Wie der Bürgermeister weiter bekannt gab, stehen für die eigentlichen Bauarbeiten keine Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm in Aussicht. Der Bürgermeister bezifferte die Gesamtbaukosten auf 886.000 Euro und den Eigenanteil der Stadt auf 310.000 Euro. Von dieser Summe werde noch der Kostenanteil der FFH-Maßnahme und der Wert des Grundstücks abgezogen, das für die Wasserbaumaßnahme nötig sei. Geiser kündigte an, dass ein Grundstücksstreifen entlang der Selbitz als Überflutungsfläche im Hochwasserfall zur Verfügung stehen soll.

Bei diesen Ausführungen ergriffen Adolf und Heidemarie Sielski aus dem Zuschauerbereich spontan das Wort. Nachdem alle Ratsmitglieder dem Beitrag der beiden zugestimmt hatten, bat Adolf Sielski darum, dafür zu sorgen, dass sich im Thronbachtal kein Wasserrückstau bildet. Das Wasser dieses Seitentals fließe derzeit durch ein 70 Zentimeter starkes Betonrohr ab, das dafür zu klein sei. Seine Frau Heidemarie hatte ein anderes Anliegen. "Die Bäume entlang der Selbitz sollten erhalten bleiben." Wie Geiser erklärte, müsse sichergestellt werden, dass Hochwasserschutzwände nicht durch Wurzeln beeinträchtigt werden.

Dritte Bürgermeisterin Ulla Tögel (ÜWG) regte eine Nachverhandlung über den Verkaufspreis für das sanierte Grundstück an. Wie berichtet, wird der Inhaber eines benachbarten Entsorgungsunternehmens die Fläche von der Stadt erwerben, um sein Betriebsgelände zu erweitern. Tögel gab zu bedenken, dass die Stadt dem Unternehmer nach Abschluss der Baumaßnahme ein hochwassersicheres Grundstück verkaufen werde. "Ein Hochmoorgebiet ist billiger zu haben", verglich Tögel.

Autor

Werner Rost
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
18:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baumaßnahmen Entsorgungsunternehmen und Recyclingunternehmen Hochwasserschutz Ingenieurbüros Kosten Kostenanteile Sanierung und Renovierung Stadträte und Gemeinderäte Städte Wasserwirtschaftsämter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Fröhliche Gesichter bei der Abnahme der Baumaßnahme in Rothleiten (von links): die Klärwärter Christian Ebert und Gerhard Brühschwein, Polier Frank Vetterlein und Bauleiter Peter Grawe von der Firma VSTR , Thomas Rodler vom Nailaer Ingenieurbüro USS Consult, die Vorsitzende des Kommunalunternehmens, Franziska Nelkel, Bürgermeisterin Patricia Rubner, Frank Lailach von USS Consult und Wasserwart Klaus Rehm von Südwasser. Foto: Hüttner

24.07.2019

Ende der Arbeiten in Rothleiten

In dem Berger Ortsteil hat die Kommune beim Straßenbau gleich Wasser- und Abwassersysteme erneuert. Nun hat das Großprojekt ein Ende gefunden. » mehr

Die "Exner-Krezung" in Hof ist ein Unfall-Schwerpunkt:

24.06.2019

Umbau der Exner-Kreuzung beginnt im Juli

Von Juli bis voraussichtlich Oktober bauen das städtische und das Staatliche Bauamt die Kreuzung Ernst-Reuter- und Wunsiedler Straße um, die sogenannte Exner-Kreuzung. » mehr

Die Straße von Bruck nach Bug muss bis zur Einfahrt in die Kreisstraße dringend erneuert werden. Die Gemeinde Berg plant die Sanierung für das Frühjahr 2020 ein.	Foto: Uwe von Dorn

14.05.2019

Berg geht marode Straße an

Die Straße von Bruck nach Bug muss komplett erneuert werden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2020 beginnen - zusammen mit der Dorferneuerung. » mehr

Roland Kaiser live in Coburg Die Stegmühle in Schwarzenbach an der Saale. Der vordere Teil (links) könnte erhalten werden.

15.08.2019

Die Zeichen stehen auf Erhalt

Die Stegmühle mitten in Schwarzenbach an der Saale steht vor großen Veränderungen. Die sind nötig, um den Schutz vor Hochwasser zu gewährleisten. » mehr

Die Diskussionen um die umstrittenen Photovoltaik-Pläne an der A 9 bei Berg reißen nicht ab - vor allem Baumrodungen erzürnen die Kritiker. Dennoch machte nun der Berger Gemeinderat nun den Weg frei für die Anlage. Symbol-Foto: Oliver Berg (dpa)

05.06.2019

Zwölf Hektar Ausgleichsfläche müssen her

Der Gemeinderat Berg macht den Weg frei für die Photovoltaikanlage Berg-Süd. Stoff für Diskussionen birgt die Rodung eines größeren Baumbestandes. » mehr

Die "Exner-Krezung" in Hof ist ein Unfall-Schwerpunkt:

25.06.2019

Exner-Kreuzung: Teuerung betrifft Stadt nicht

An der Baustelle Exner-Kreuzung werden zwei Millionen Euro verbaut. Die Kosten steigen für die Stadt Hof - eigentlich - um 100 000 Euro. Im Stadtrat ist man zufrieden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Modenschau bei Frey in Marktredwitz

Modenschau bei Frey in Marktredwitz | 22.09.2019 Marktredwitz
» 28 Bilder ansehen

Bowlingbahn Kirchenlamitz Opening

Bowlingbahn Kirchenlamitz Opening | 22.09.2019 Kirchenlamitz
» 61 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 6:5 n.P.

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 6:5 n.P. | 22.09.2019 Selb
» 36 Bilder ansehen

Autor

Werner Rost

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
18:12 Uhr



^