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Hofer Kameraden löschen in Thüringen

Feuerwehren aus dem Landkreis Hof unterstützen ihre Kollegen in Thüringen beim Kampf gegen einen Waldbrand auf 13 Hektar. Die Kripo ermittelt wegen Brandstiftung.



Hilfe aus der Luft: Ein Polizeihubschrauber fasst Wasser aus der Bleilochtalsperre, um den Brand an den Berghängen am See aus der Luft zu bekämpfen. Foto: dpa
Hilfe aus der Luft: Ein Polizeihubschrauber fasst Wasser aus der Bleilochtalsperre, um den Brand an den Berghängen am See aus der Luft zu bekämpfen. Foto: dpa   » zu den Bildern

Saaldorf/Landkreis Hof - Kreisbrandmeister Jochen Bucher von der Freiwilligen Feuerwehr Rehau steht an ungewohnter Stelle für einen aktiven Feuerwehrler aus dem Landkreis Hof: Am Heinrichstein bei Saaldorf im thüringischen Saale-Orla-Kreis fordert ein Waldbrand, der seit Ostersonntag lodert, den unermüdlichen Einsatz von mehr als 120 Brandschützern.

Jochen Bucher organisiert mit zahlreichen ehrenamtlichen Kollegen aus dem Landkreis Hof über lange Schlauchleitungen die Wasserversorgung zu schwer zugänglichen Stellen in dem brennenden Wald an der Bleilochtalsperre. "Wir warten gerade auf einen Hubschrauber der Bundeswehr, der uns bei der Suche nach Glutnestern in unzugänglichen Steilhängen unterstützt", sagt der Fachmann aus Rehau am Mittwochnachmittag und blickt wartend zum Himmel.

Was war passiert? Auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern begann am Sonntagnachmittag ein Feuer aus noch ungeklärter Ursache. Nach Informationen des Landratsamtes des Saale-Orla-Kreises hätten Zeugen am Ostersonntag kurz vor Beginn des Feuers einen dumpfen Knall gehört. Bei ersten Untersuchungen vor Ort haben die Ermittler der Polizeiinspektion Saale-Orla die Reste eines Silvesterböllers gefunden. Deshalb ermittelt die Kripo wegen Brandstiftung.

Nachdem die heimischen Feuerwehren das Feuer zunächst unter Kontrolle hatten, flammte es an einigen Stellen wieder auf und breitete sich schnell weiter bis auf 13 Hektar Fläche aus. In unwegsamen Gelände leisteten die Wehren Schwerstarbeit, dennoch forderten sie, nachdem der Landrat Thomas Fügmann den Katastrophenfall ausgerufen hatte, zusätzliche Wehren der Nachbarkommunen sowie aus dem Landkreis Hof und Helfer des THW zur Unterstützung an. Die ersten Wehren aus Oberfranken kamen aus Lichtenberg, Oberkotzau, Schwarzenbach an der Saale, Köditz und Trogen zum Brandort; wo sie mit etwa 90 Kameraden in Wechselschlichten rund um die Uhr die Löscharbeiten der 120 Feuerwehrler aus dem Saale-Orla-Kreis unterstützten. Um das Feuer auch aus der Luft zu bekämpfen, unterstützen Polizei und Bundeswehr die Löscharbeiten mit Spezial-Hubschraubern.

Laut Mitteilung des Landratsamtes Saale-Orla-Kreis haben die Wehren das Feuer mittlerweile unter Kontrolle. Dennoch hat die Einsatzleitung am Mittwochmittag beschlossen, mit Bereitschaftsgruppen an Ort und Stelle zu bleiben, um nach wie vor aus Brandnestern lodernde Flammen sofort zu löschen, bis die Gefahr komplett gebannt ist. Am Freitagmittag soll die Lage dann erneut beurteilt werden.

Die Kameraden des Feuerwehrkreisverbands Hof sind mit 13-Mann-Gruppen im achtstündigen Wechsel mit dabei. Der Hofer Kreisbrandrat Reiner Hoffmann erläuterte auf Nachfrage den Hintergrund zu dem Einsatz. "Unsere Kollegen aus Thüringen haben am Dienstag über die Integrierte Leitstelle Hochfranken (ILS) in Hof um Hilfe bei der Bekämpfung des Waldbrandes bei Saaldorf angefragt." Da die Thüringer insbesondere Unterstützung bei der Überbrückung langer Wegstrecken mit Schlauchleitungen benötigten, habe die ILS neben den Wehren unmittelbar an der Landesgrenze auch Spezialtrupps für die Wasserversorgung nach Saaldorf geschickt. "Das ist selbstverständlich, dass wir da länderübergreifend helfen", betont der Kreisbrandrat und erinnert besorgt an das enorme Waldbrandrisiko in diesem Jahr. "In Waldgegenden gibt es häufig keine Löschteiche, die Zufahrten sind für unsere Löschfahrzeuge ebenfalls oft nicht möglich." Deshalb mussten die Wehrler zur Wasserversorgung lange Schlauchstrecken in mühsamer Handarbeit verlegen. Gleichzeitig sei der Boden durch die Dürremonate des vergangenen Jahres extrem trocken. "Da genügt der kleinste Funken und es lodert los."

Auch die Feuerwehr Bayreuth unterstützt mit einer Flughelferstaffel die Einsatzkräfte vor Ort. Am Donnerstagvormittag wurde die Feuerwehr Bayreuth durch die Katastrophenschutzbehörde aus Thüringen um Unterstützung mit speziell ausgebildeten Flughelfern gebeten. Das teilt die Bayreuther Feuerwehr mit.

Die Flughelferstaffel Bayreuth wurde daraufhin umgehend zum Flughafen Hof-Plauen verlegt, um dort in enger Zusammenarbeit mit einem mittelschweren Transporthubschrauber der Bundeswehr vom Typ CH-53 die Waldbrandbekämpfung aus der Luft in den betroffenen Gebieten zu intensivieren.

Aufgabe der Flughelfer ist hierbei im Schwerpunkt das Ein- und Aushängen von Außenlasten am Hubschrauber.Derzeit sind sechs speziell ausgebildete Einsatzkräfte der Feuerwehr Bayreuth vor Ort.

 

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
24. 04. 2019
15:03 Uhr

Aktualisiert am:
25. 04. 2019
12:17 Uhr

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24. 04. 2019
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