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Hof

Hoffnung auf Spatenstich noch dieses Jahr

Nach langer Verzögerung geht es mit dem Hofer Wasserinstitut voran: Der Haushaltsausschuss des Landtags hat das Projekt einstimmig beschlossen.



Wasser ist ein wertvoller Rohstoff. In Hof plant der Freistaat Bayern schon seit fünf Jahren ein Forschungsinstitut zum Thema Wasser und Energie. Jetzt kommt Bewegung in das Projekt.	Foto: bmf-foto.de - stock.adobe.com; Porträtfoto: aho
Wasser ist ein wertvoller Rohstoff. In Hof plant der Freistaat Bayern schon seit fünf Jahren ein Forschungsinstitut zum Thema Wasser und Energie. Jetzt kommt Bewegung in das Projekt. Foto: bmf-foto.de - stock.adobe.com; Porträtfoto: aho  

Hof - Inzwischen ist Professor Dr. Jürgen Lehmann eigentlich recht guter Dinge, wenn er auf das Wasserinstitut an der Hofer Hochschule angesprochen wird: "Ich hoffe, dass noch dieses Jahr der Spatenstich erfolgen kann." Viele Jahre hat der Hochschul-Präsident warten und dabei so manche Kämpfe ausfechten müssen: "Wenn es nach mir ginge, stünde das Institut schon lange."

Wasserforschung in Hof

Wozu braucht es ein Wasserinstitut? Wasser könnte bald einer der wertvollsten Rohstoffe werden. Dabei spielt auch die Trinkwasseraufbereitung eine große Rolle. Künftig soll in Hof am Wasserinstitut dazu geforscht werden - in Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft. Eingebunden sind Unternehmen, die zum Beispiel Pumpen, Filter oder Energiespeicher entwickeln. An der Hochschule hat man die Vision, dass die Hofer Wasserforschung in einigen Jahren internationale Bedeutung erlangt.

Das Institut soll hinter dem Iisys-Gebäude entstehen. Lange war eine Pyramide im Gespräch. Geplant ist nun ein dreigeschossiger Kubus. Von außen wird man das Institut an seiner Fassade aus Solarthermie- und Photovoltaik-Elementen erkennen. Fassade und Dach dienen auch als Versuchsflächen für die Forschung.

Im Untergeschoss wird die Technik für den Gebäudebetrieb untergebracht. Im Erdgeschoss sind Technikumshalle, Werkstätten sowie Seminarräume vorgesehen. Im ersten und zweiten Stock wird rund um Wasser und Energie geforscht: Hier sind Labore und Büros geplant. Vom Keller bis zum zweiten Stock erstrecken sich ein Atrium und ein riesiger Großwärmespeicher, der etwa 140 000 Liter fasst, alle Forschungsgeräte versorgt und Energie speichert.

 

Am gestrigen Donnerstag hat der Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags die Hochbauvorlage für das Zentrum für Energie- und Wassermanagement an der Hochschule Hof einstimmig beschlossen. Das teilt Landtagsabgeordneter Alexander König mit.

 

Das heißt: Nun kann die Ausführungsplanung beginnen, die Ausschreibung kann vorbereitet und das Projekt ausgeschrieben werden. Dann kann der Spatenstich erfolgen. Nun hofft Lehmann, dass das noch dieses Jahr gelingt. Sollte der Bau tatsächlich bis Ende des Jahres starten, hält der Hochschul-Präsident eine Fertigstellung 2021 durchaus für möglich: "Wenn erst einmal gebaut wird, kann es recht schnell gehen."

Pläne, in Hof ein Wasserinstitut anzusiedeln, von dem man sich sogar einmal eine internationale Bedeutung auf dem Gebiet der Wasser- und Energieforschung erhofft, gibt es bereits seit Jahren. Immer wieder hat sich das Projekt verzögert. Schon im August 2014 hatte die Staatsregierung den Bau des Wasserinstitut zugesagt. Auf der Projektliste im Rahmen der Nordbayerninitiative tauchte das Projekt mit einer Laufzeit bis 2018 und einem Volumen von rund 17 Millionen Euro auf.

Inzwischen ist nicht nur der Zeitplan, sondern auch diese erste Kostenschätzung überholt: Der Freistaat Bayern will nun für den Bau des neuen Zentrums für Energie- und Wassermanagement insgesamt 21,4 Millionen Euro investieren. Entstehen soll das neue würfelförmige Forschungszentrums auf einer 5000-Quadratmeter großen Fläche hinter dem Iisys-Gebäude an der Hofer Hochschule. Bauherr ist das Wissenschaftsministerium, das Bauministerium ist für Planung und Ausführung zuständig. Das Staatliche Bauamt in Bayreuth fungiert hierbei als Art "Architekturbüro".

Nicht mit in die Investitionssumme gehört laut Professor Lehmann ein Teil der Austattung: Die Anschaffung etwa von Maschinen und Forschungsgeräten müsse die Hochschule über Forschungsprojekte oder mit Unterstützung aus der Wirtschaft finanzieren.

Dass die Planungen sich so lange hingezogen haben, liegt, wie bereits berichtet, auch daran, dass das Erstellen eines Raumkonzeptes Zeit in Anspruch genommen hat. Das Innenministerium hatte der Hochschule vor zwei Jahren vorgeworfen, in ihrem ersten Entwurf eines Raumprogramms das Budget völlig gesprengt zu haben. Hochschul-Präsident Jürgen Lehmann wiederum hatte den Vorwurf, dass sich deshalb das Projekt gleich um Jahre verzögert hat, vehement zurückgewiesen: Er hatte seinerseits die Personalsituation in den Staatlichen Bauämtern kritisiert und dass Unterlagen viel zu lange bei den Behörden lagen.

Der Hochschulpräsident hatte immer betont, dass er sich mehr Entscheidungsbefugnisse vor Ort wünscht, damit etwa Hochschulen und Universitäten solche Bauprojekte als Bauherren selbst vorantreiben können. Das würde Bauprojekte aus seiner Sicht beschleunigen - und dadurch auch Geld sparen.

Immer wieder hat in den vergangenen Jahren auch der Hofer Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtags-CSU, Alexander König, in München darauf gedrängt, das Projekt voranzubringen. "Ich kann überhaupt kein Verständnis für die bisherige Verzögerung des Projektes aufbringen", schrieb König zuletzt wiederholt an Innenminister Joachim Hermann - mit dem Hinweis, dass das Institut schon im vergangenen Jahr hätte fertig sein sollen.

"Jetzt liegt der Ball wieder im Spielfeld der Bauverwaltung", erklärt König nach dem aktuellen Beschluss des Haushaltsausschusses: "Man darf gespannt sein, mit welcher Geschwindigkeit das Projekt weiter betrieben wird." König hat deshalb eigenen Worten zufolge Bayerns Bauminister Hans Reichhart gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass das Staatliche Bauamt in Bayreuth personell gut genug aufgestellt ist und außerdem Personalwechsel bei der Betreuung des Bauprojekts vermieden werden. Und: "Dass ab sofort überhaupt kein Tag mehr ausgelassen wird, das Wasserinstitut an der Hochschule Hof zu realisieren."

Darüber, dass in die Entstehung des Wasserinstitutes Bewegung kommt, freut sich auch SPD-Landtagsabgeordneter Klaus Adelt: "Was lange währt, wird endlich gut. Jetzt kann endlich losgelegt werden." Adelt betont: "Für den Hochschulstandort Hof ist das eine wegweisende Entscheidung, von der die ganze Region profitieren wird."

Auch die Staatsregierung unterstreicht erneut die Bedeutung des Wasserinstituts: "Der vorgesehene Neubau ist ein Meilenstein in dem Bestreben der Hochschule Hof, ihr ingenieurwissenschaftliches Profil zu schärfen und zu erweitern", teilt dazu Wissenschaftsminister Bernd Sibler mit.

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Andreas Hofmann und Nadine Schobert
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Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
09:55 Uhr

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Andreas Hofmann und Nadine Schobert

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14. 03. 2019
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