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Hof

In zehn Minuten dem Traumjob näher

Beim Speed-Dating der Frankenpost finden junge Menschen und Firmen zueinander. In kurzen Gesprächen entsteht für beide Parteien ein wichtiger erster Eindruck.



Piotr Tycke (links) mit seinem Onkel aus Polen. Piotr spricht gut Deutsch, hat eine feste Arbeit, möchte aber eine Ausbildung machen. Hier informiert er sich bei der Helmbrechtser Firma Rudi Göbel.	Fotos: Jochen Bake
Piotr Tycke (links) mit seinem Onkel aus Polen. Piotr spricht gut Deutsch, hat eine feste Arbeit, möchte aber eine Ausbildung machen. Hier informiert er sich bei der Helmbrechtser Firma Rudi Göbel. Fotos: Jochen Bake   » zu den Bildern

Hof - Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Die jungen Menschen, alle mit einem Namensschild ausgestattet, warten entweder auf ihr nächstes Gespräch oder führen gerade eines. In den drei Konferenzräumen der Hofer Freiheitshalle ist an diesem Samstagnachmittag das erste Frankenpost-Speed-Dating im Gange. 83 potenzielle Azubis haben sich vorab über das Internet angemeldet, um im Zehn-Minuten-Takt mit Vertretern der 18 anwesenden Betriebe aus Hof und Umgebung zu sprechen. Nach jeder Gesprächsrunde gibt es fünf Minuten Pause, bevor die Bewerber zum nächsten Date antreten.

Die Atmosphäre ist locker und entspannt. Auf den Tischen haben die Firmen kleine Geschenke aufgebaut. Die Gesprächsführer, meist zu zweit, freuen sich über jeden Interessenten und schieben gerne auch unangemeldete Spontan-Anwärter in ihren Terminkalender ein. Für jeden von ihnen haben sie Infomaterial vorbereitet; meist gibt es eine Tasche zum Mitnehmen und im Idealfall schon einen Termin für ein Praktikum oder ein Bewerbungsgespräch.

"Ich lasse keine Chance ungenutzt", sagt Abdu Hadi Alhabbal. Der 31-Jährige lebt seit 2016 mit seiner Familie in Deutschland und hat sich zum Speed-Dating bei drei Firmen angemeldet. Er hatte bereits eine kaufmännische Ausbildung, bevor er nach Deutschland kam, musste aber feststellen, dass er damit hier wenig berufliche Aussichten hat. So sucht er auf diesem Weg einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich. Er hofft sehr, dass er bei einer der Firmen ein Praktikum absolvieren und vielleicht sogar eine Ausbildung beginnen kann. Spontan bekommt er noch die Gelegenheit, bei weiteren Firmen "Speed-Gespräche" zu führen, die er auch gerne nutzt.

Julius Müller und Melanie Hergert von der Firma Alukon in Konradsreuth sind sehr zufrieden mit dem Speed-Dating. "Wenn wir nach dieser Veranstaltung auch nur einen guten Azubi bekommen, der vielleicht sogar nach der Lehre in der Firma bleibt, hat es sich für uns schon gelohnt", stellt sie fest. Ganz locker gestaltet sie zusammen mit ihrem Kollegen die Gespräche.

Die jungen Leute, meist Schüler, die in diesem oder dem kommenden Jahr ihren Abschluss schreiben, können hier ohne den Druck, den sie möglicherweise bei einem normalen Bewerbungsgespräch hätten, ein "Mini-Vorstellungsgespräch" führen. Die beiden Firmenvertreter fragen nach Vorlieben in den Schulfächern, Hobbys oder bereits geleisteten Praktika. So kommt schnell ein entspanntes Gespräch in Gang. Die Gesprächspartner können sich ein Bild voneinander machen und viele wertvolle Infos erhalten.

Es ist eine Win-Win-Situation, die leider einige der ursprünglich Angemeldeten ungenutzt verstreichen ließen. Stefan Langer vom HCS Medienwerk findet: "Es ist bedauerlich, dass viele, die einen Termin zugesagt hatten, diesen nicht wahrgenommen haben und sich vielleicht berufliche Chancen verbaut haben." Auch bei der Firma Münzer Haustechnik aus Schauenstein hatten sich 16 Bewerber angemeldet, von denen um die Mittagszeit schon einige nicht angetreten sind. Thomas und Susanne Münzer sind jedoch zuversichtlich: "Wir hatten schon drei vielversprechende Gespräche. Das Speed Dating ist eine gute Sache, denn in zehn Minuten ist viel gesagt."

Autor

Heike Richter
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Veröffentlicht am:
19. 05. 2019
22:18 Uhr

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19. 05. 2019
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