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Jäger warnen: Die meisten Wild-Unfälle passieren im Oktober

Im Oktober passieren wegen der Brunft und der Zeitumstellung die meisten Unfälle mit Rehen. Experten erklären, was im Fall des Falles zu tun ist.



Auch an der Kreisstraße HO 27 zwischen Selbitz und Mühldorf kurz vor der Einfahrt Hüttung sind blaue Wildreflektoren an den Leitpfosten befestigt. Die blaue Farbbeschichtung ist die natürliche Warnfarbe für das Wild, da diese in der Natur nicht vorkommt. Die spezielle Halbkreisform simuliert beim Auftreffen des Lichtes eine Bewegung - das Wild reagiert mit Flucht.
Auch an der Kreisstraße HO 27 zwischen Selbitz und Mühldorf kurz vor der Einfahrt Hüttung sind blaue Wildreflektoren an den Leitpfosten befestigt. Die blaue Farbbeschichtung ist die natürliche Warnfarbe für das Wild, da diese in der Natur nicht vorkommt. Die spezielle Halbkreisform simuliert beim Auftreffen des Lichtes eine Bewegung - das Wild reagiert mit Flucht.   Foto: Hüttner

Landkreis - Wildunfälle können zwar das ganze Jahr über geschehen, doch im Herbst häufen sie sich. Zum einen schrecken Erntemaschinen die Tiere auf, zum anderen ist Brunftzeit. Für Autofahrer heißt das: aufpassen - vor allem in der Dämmerung. Im Oktober passieren die meisten Wildunfälle, was auch an der Zeitumstellung liegt.

Gut zu wissen

Nach einem Unfall mit einem Wildtier sollte der Autofahrer sofort an sicherer Stelle halten, die Warnblinkanlage einschalten, die Warnweste anziehen, die Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern, verletzte Personen versorgen und so schnell wie möglich die Polizei verständigen, auch wenn das Tier weiterläuft. Verletzte Tiere nicht berühren oder mitnehmen. Wer ein verletztes oder getötetes Wild mitnimmt, macht sich wegen Jagdwilderei strafbar. Den Schaden am eigenen Auto bekommt man nur von der Kaskoversicherung ersetzt. Mit einer Haftpflichtversicherung muss man für den Schaden selbst aufkommen. Eine Ausnahme ist, wenn jemand dafür verantwortlich gemacht werden kann. Das wäre bei schadhaften Wildzäunen entlang der Autobahnen der Fall.

"Auf einmal verschiebt sich der Berufsverkehr um eine ganze Stunde in Zeiten, zu denen bisher Ruhe war", erklärt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Naila, Stefan Eul, und bittet die Autofahrer, Vorsicht walten zu lassen und vor allem in gefährdeten Gebieten von Wald und Hecken am Straßenrand achtsam zu fahren. "Aber auch an bestellten Feldern, wo die Tiere Nahrung finden, können überraschend Wildwechsel stattfinden", fügt Jäger Falk Windweh an.

 

Die Jäger schrauben in gefährdeten Gebieten blaue Wildwarnreflektoren an Leitpfosten in straßenabgewandter Richtung an. Sie reflektieren das Licht der Schweinwerfer zum Straßenrand, um das Wild zu irritieren. "Aber diese Warnsignale für die Wildtiere funktionieren nur, wenn sie durch das Autolicht genügend angestrahlt werden, was in der Dämmerung mit ungenügender Lichtausbeute nicht immer gegeben ist", erklärt Falk Windweh. Er appelliert an die Autofahrer, beim Erkennen von Wildwarnreflektoren langsam zu fahren und bremsbereit zu sein, denn dort gebe es Wildwechsel. Sollte es dennoch zu einem Wildunfall kommen, dann sollten Autofahrer aus Tierschutz- und Versicherungsgründen Jagdpächter oder Polizei informieren.

"Wer den Jagdpächter nicht kennt, wendet sich an die Polizei, dieser sind die zuständigen Jäger bekannt", erklärt der Kreisvorsitzende. "Auf keinen Fall darf man das verendete Tier einfach einladen und mitnehmen, weil man sich einen schmackhaften Reh- oder Wildscheinbraten erhofft", wirft Jäger Falk Windweh ein. "Das ist ein Verstoß gegen das Jagdgesetz, der mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann." "Außerdem kann man bei Unfallwild nie sicher sein, ob das Tier gesund und genusstauglich war."

"Im besten Fall ist das Tier sofort tot", sagt Falk Windweh. Dann werde es von der Straße geräumt und "der natürlichen Verwertung zugeführt". Lebt das Tier noch, muss es der Jäger fachgerecht erlösen. "Ist keiner der zuständigen Jäger kurzfristig erreichbar, übernimmt diese Aufgabe auch die Polizei." Sollte sich das Wild noch vom Unfallort entfernen, muss der Jäger mit seinem ausgebildeten Hund nachsuchen und sicherstellen, dass es entweder nur leicht verletzt und überlebensfähig ist, oder dessen Leiden beenden. Verletzte, aber noch lebende Tiere sollten nicht ins Auto geladen und zum Tierarzt gebracht werden. "Das ist unnötige Qual", erläutert Jäger Windweh. "Die Berührung durch Menschenhand ist enormer Stress für ein Wildtier, und die Verletzungen sind zumeist so erheblich, dass ein Überleben des Tieres in freier Wildbahn nicht mehr möglich ist."

Autor

Sandra Hüttner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
18:50 Uhr

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Autor

Sandra Hüttner

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Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
18:50 Uhr



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