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Hof

Krankheit des Vaters bringt Familie in Not

Reinhard K. aus dem Landkreis Hof kämpft seit einigen Jahren gegen den Krebs. Dazu kommen große finanzielle Sorgen, die durch den Verdienstausfall entstanden sind.



Diese Woche musste Reinhard K. erneut zur Behandlung in die Klinik.	Symbolfoto: Gorodenkoff/Adobe Stock
Diese Woche musste Reinhard K. erneut zur Behandlung in die Klinik. Symbolfoto: Gorodenkoff/Adobe Stock  

Landkreis - Vor seiner achten und bisher schwersten Operation hatte Reinhard K. (Name geändert) schon seine Beerdigung organisiert. "Ich hab‘ mich von meiner Frau und den Kindern verabschiedet", berichtet der Endvierziger aus dem Landkreis Hof. "Meine Chancen, dass ich die Operation überlebe, standen nur 30:70". Reinhard K. hat überlebt. Zurzeit kämpft der mehrfache Vater mit den Folgen des schweren Eingriffs, er ist noch auf starke Medikamente angewiesen - und er braucht Pflege. Pflegegrad vier hat ihm der Medizinische Dienst der Krankenkassen attestiert. Seine Frau ist für ihn da, zudem kommt täglich ein Pflegedienst. Im Pflegegutachten heißt es, dass Herr K. auf eine Begleitperson angewiesen ist. Er hat mittlerweile einen Behindertengrad von 85 Prozent und ist gerade dabei, das Laufen wieder zu lernen. Diese Woche musste Reinhard K. erneut zur Behandlung in die Klinik.

Spendenkonto

Wenn Sie Familie K. unterstützen wollen, überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto von "Hilfe für Nachbarn", der gemeinsamen Aktion von Frankenpost und Sparkasse Hochfranken. Für Spenden ab 200 Euro gibt es eine Spendenquittung (bitte Adresse auf der Überweisung ver-merken). Für kleinere Beträge reicht der Kontoauszug zur Vorlage beim

Finanzamt.

IBAN:

DE 29 780 5000 002 200 20416

BIC: BYLADEM1HOF

Online-Banking-Kunden können jetzt auch per QR-Code an die Aktion "Hilfe für Nachbarn" spenden.

 

Das alles wäre schon Belastung genug für die Familie mit vier kleinen Kindern. Dazu kommen finanzielle Sorgen, die Reinhard K. nachts nicht mehr schlafen lassen. Die Zahlungen fürs Krankengeld sind schon lange ausgelaufen. Sein Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung ist abgelehnt. In dem Schreiben heißt es wörtlich, "dass Sie nach unserer medizinischen Beurteilung noch mindestens sechs Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein können." Auch die Arbeitsagentur hat seit dem Ablehnungsbescheid der Rentenversicherung die Zahlung des sogenannten Übergangsgeldes eingestellt.

 

Mit Unterstützung des Sozialverbands VdK versucht Reinhard K. derzeit, die rechtliche Situation zu klären. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass er bereits seit mehreren Monaten - außer dem Pflegegeld - über keinerlei eigene Einkünfte verfügt. Seine Frau und seine Kinder beziehen mittlerweile Sozialleistungen.

Dabei waren die K.s noch bis vor nicht allzu langer Zeit eine ganz normale Familie mit Kindern. Die Eltern arbeiteten beide, waren in krisensicheren Berufsfeldern tätig. Beide verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Vor etwa drei Jahren begann die Leidensgeschichte des Familienvaters, immer wieder unterbrochen von Zeiten, in denen Reinhard K. wieder arbeiten gehen konnte, wieder Hoffnung schöpfte. Was sich in dieser Zeit zutrug, ist wohl am ehesten zu beschreiben als eine Verkettung tragischer Umstände: Obwohl Reinhard K. in den ersten Monaten seiner Erkrankung wegen massiver Schmerzen die Hilfe von Ärzten suchte, konnten diese nichts feststellen. Mehrere Computertomografien und Kernspintomografien ließen offenbar keinen Befund erkennen. Manche Ärzte rieten Reinhard K. daraufhin sogar, er solle sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. "Die haben mich als bekloppt eingestuft", erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Irgendwann ist der Tumor so groß, dass er nicht mehr zu übersehen ist. Mehrere Operationen folgen. Der letzte Eingriff liegt nur wenige Wochen zurück. Schon zuvor hatte ihm sein behandelnder Arzt, ein Medizinprofessor in Mittelfranken, gesagt: "Wenn Sie diese Operation überleben, wartet auf Sie ein sehr schwerer Weg zurück."

Auf diesem steinigen Weg befindet sich Reinhard K. derzeit. Er hofft auf Genesung, will wieder gesund werden. Sein größter Wunsch: "Ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen und wieder arbeiten gehen können."

Bis es allerdings soweit ist, wird es noch eine ganze Zeit dauern. Zeit, in der die Familie Unterstützung benötigt. "Die Kinder bräuchten warme Winterkleidung, Schuhe, Jacken, Hosen, Pullover und Unterwäsche", erklärt die Mutter. Ihre zweite Sorge ist eine dringend notwendige Autoreparatur, die von der Werkstatt auf etwa 2500 Euro veranschlagt ist. Auf das Auto kann die Familie in der ländlichen Umgebung nicht verzichten. Frau K. muss ihren Mann zum Arzt bringen oder in die Klinik, sie erledigt Einkäufe damit und holt die Kinder von der Schule ab.

Zudem seien in den vergangenen Monaten auch noch der Herd, die Waschmaschine und der Gefrierschrank kaputtgegangen. Die Haushaltsgeräte stottern die K.s nun in Raten ab. Die Jahre der Krankheit haben ein sehr tiefes Loch in die Haushaltskasse gerissen.

Autor
Beate Franz

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2019
17:42 Uhr

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Beate Franz

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2019
17:42 Uhr



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