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Hof

Landrat sieht keine Defizite beim Umweltschutz

Ein Antrag für einen pestizidfreien Landkreis findet im Umweltausschuss keine Zustimmung. Laut Landrat Bär ist er längst überflüssig.



Landkreis - Bei der Bewirtschaftung verpachteter Flächen, die dem Landkreis Hof gehören, wird die bisherige Praxis gemeinsam verabredeter Ziele mit den Pächtern fortgesetzt. Wie berichtet, beschloss das der Umweltausschuss des Landkreises Hof am Mittwoch in einer Sitzung im Landratsamt. Damit fand die Forderung der Fraktion SPD/ALB/Grüne, den Pächtern künftig den Einsatz von Pestiziden zu untersagen, keine mehrheitliche Zustimmung. Die Fraktion hatte in einem "Antrag auf einen pestizidfreien Landkreis Hof" sechs Forderungen zum Thema "blütenreich und ohne Gift" formuliert. Wie Fraktionsvorsitzender Ulrich Scharfenberg in der Sitzung sagte, ging es bei dem Antrag darum, dass der Landkreis Hof eine entsprechende Absichtserklärung formuliert.

Landrat Dr. Oliver Bär sagte, dass der Landkreis bereits jetzt mehr leiste, als es in dem Antrag herauskomme. So verzichte der Bauhof bereits auf Glyphosat. Im Bereich Blühflächen sei man sogar viel weiter. In der Diskussion wurde den Antragstellern vorgeworfen, eine PR-Aktion auf Kosten der Landwirte durchzuführen. Ulrich Scharfenberg wehrte sich: Der Antrag habe nichts mit Ideologie zu tun. Vielmehr wolle man zeigen, dass der Landkreis Hof im Einklang mit der Natur zu arbeiten bereit sei.

In der Sitzung nahm der Umweltausschuss auch Kenntnis von einem Bericht des Kreisbauhofes über die Mahd. Das Gremium unterstützte in diesem Zusammenhang die bestehende Unterteilung in Intensiv- und Extensivbereiche. Jürgen Wälzel, Fachbereichsleiter Tiefbau, hatte zuvor aufgezeigt, dass nur gemäht werde, wo und wann nötig, damit sich die Tier- und Pflanzenwelt entwickeln und entfalten könne. Diese Praxis soll fortgeführt werden.

"Die Flächen der Extensivbereiche betragen in der Summe rund 95 Hektar und damit 27 Prozent der gesamten Verkehrsfläche", berichtete Jürgen Wälzel. Das entspreche der Größe von etwa 71 Fußballfeldern. Der Landkreis tue alles dafür, um der Verkehrssicherheit, aber zugleich auch der Natur an den Kreisstraßen gerecht zu werden. Seit rund 20 Jahren verwende der Kreisbauhof an Kreisstraßen keine Pestizide mehr, auch nicht in gepflasterten Entwässerungsrinnen. Wie Landrat Dr. Oliver Bär berichtete, haben sich die Kreistagsfraktionen jüngst bei einer Besichtigungsfahrt über die Situation vor Ort informiert und dabei intensive Gespräche geführt.

Anschließend übergab er das Wort an Norbert Sörgel, den Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, dem Landkreis und Stadt Hof angehören. Sörgel informierte über die Leistungen des Verbandes seit der Gründung im Jahr 1992. Ziel sei es, an Fördergelder zu gelangen, von denen allein in den vergangenen Jahren 3,5 Millionen Euro in die Hofer Region geflossen seien, davon 2,6 Millionen an die heimischen Landwirte. Unter anderem würden dafür jährlich über 100 Hektar Biotopflächen gemäht, die sonst zuwachsen würden. Außerdem seien allein 70 Kilometer an Alleen im Landkreis Hof gepflanzt worden und weitere 130 Kilometer durch den Landkreis. 70 Hektar an Streuobstwiesen seien entstanden.

Der Umweltausschuss stellte daher in Punkt drei des Tagesbeschlusses fest, dass die Maßnahmen das Landschaftspflegeverbandes weiter unterstützt werden sollen und vor allem die landkreisübergreifenden Projekte zu begrüßen seien. Manfred Köhler

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Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
20:10 Uhr

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14. 03. 2019
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