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Hof

Mängel an Hofer Schaustelle zu groß: Premiere in Selb

Die Hofer Schaustelle weist erhebliche Mängel auf. Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla zieht die Reißleine: Die Premiere von „The cold Heart“ findet in Selb statt



Das teilt die Stadt Hof am Freitagnachmittag in einer Pressemeldung mit.

Bis zuletzt hätten sich die Stadt Hof und das Theater Hof mit allen Kräften dafür eingesetzt, damit am Samstag das Stück „The cold Heart“ in der Schaustelle seine Premiere feiern kann. Bei der entscheidenden Begehung durch die Untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt Hof wurden jedoch nicht hinnehmbare Mängel festgestellt, heißt es weiter. Auf den Premierenabend dürfen sich Künstler und Publikum dennoch freuen: Das Theater Hof weicht in das Rosenthaltheater in Selb aus.

„Wir überprüften, ob die ausgeführten Bauarbeiten den Auflagen und Anforderungen entsprechen, die in der Baugenehmigung festgeschrieben sind. Das tun sie nicht“, wird Dr. Stephan Gleim, Baureferent der Stadt Hof, in der Meldung zitiert. Demnach sagt Eva Döhla, die auch Aufsichtsratsvorsitzende des Theaters Hof ist: „Deshalb haben wir Verantwortung für die Zuschauerinnen, Zuschauer und die Theatermitarbeiter übernommen und entsprechend den Vorschriften der Bayerischen Bauordnung die Inbetriebnahme der Interimsspielstätte untersagt. Bei Schutz und Sicherheit machen wir definitiv keine Abstriche, sie haben Vorrang vor dem Spielbetrieb.“

 

Bauherr der Schaustelle ist nicht die Stadt Hof, sondern die Firma Spantech GmbH als Generalunternehmer, der zugleich auch die Baumaßnahmen ausführt. Bereits im Vorfeld der Begehung durch die Untere Bauaufsichtsbehörde zeichneten sich Mängel ab. „Auf die Bauarbeiten hatten wir immer ein wachsames Auge“, sagt Gleim. So hat die Stadt der ausführenden Firma Spantech GmbH gegenüber regelmäßig auf die ordentliche Erfüllung des Vertrags gepocht und mehrmals nachdrücklich eingefordert, dass Auflagen umgesetzt und Baubestimmungen eingehalten werden.   

„Viele Mitarbeiter haben sich mit allen Kräften engagiert mit dem Ziel, dass die Premiere von „The cold Heart“ in der Schaustelle stattfinden kann“, sagt Eva Döhla. „Auf den letzten Metern vor der erhofften Fertigstellung ist eine für unser Theater dramatische und für die Künstler belastende Situation entstanden. Es ist bodenlos, was der Generalunternehmer geliefert hat.“ Der Theaterbetrieb dürfe nicht dem Unvermögen der ausführenden Baufirma zum Opfer fallen. Zuletzt wurden manche Arbeiten sogar an anderweitige Dienstleister vergeben.

 

Nachweise zum Brandschutz fehlen

Die Voraussetzung für die Aufnahme des Spielbetriebes: Der Bauherr wäre verpflichtet gewesen, 14 Tage vor Nutzungsaufnahme der Spielstätte, also zwei Wochen vor der Premiere, der Bauaufsichtsbehörde gegenüber schriftlich und unaufgefordert den Nutzungsbeginn anzuzeigen.

Speziell der Brandschutz wird bei einer Begehung üblicherweise stichprobenartig geprüft. „Der Brandschutz ist nicht in vollem Umfang gewährleistet“, erläutert Baureferent Stephan Gleim. Für manche der eingebauten Verbindungstüren, Trennwände und Decken im Bereich des Übergangs vom Hauptgebäude zur Schaustelle ist der Brandschutz nicht nachgewiesen, ebenso die vollständige Funktion der Brandmeldeanlage. Die notwendige Abluftanlage war zum Zeitpunkt der Ortsbegehung nicht eingebaut.

„Obwohl einige Unterlagen bereits seit zwei Wochen hätten vorliegen müssen, haben wir heute trotzdem versucht, die Premiere in Hof zu ermöglichen“, fasst Stephan Gleim zusammen. „An Formalien wollten wir es jedenfalls nicht scheitern lassen.“

 

Lesen Sie dazu: "Theaterdonner vor der Premiere" >>>

 

Theatertickets behalten ihre Gültigkeit

Aufgrund des Improvisationstalentes und der Flexibilität des Theaters und der Nachbarschaftshilfe der Stadt Selb ist es kurzfristig gelungen, die Premiere von „The cold Heart“ in das Rosenthaltheater Selb zu verlegen. Gekaufte Theatertickets behalten ihre Gültigkeit, können aber gegen Rückerstattung des Eintrittspreises auch zurückgegeben werden. Der Beginn der Vorstellung wurde auf 20.00 Uhr verschoben. Für die Gäste, die „The cold Heart“ in Selb besuchen möchten, bietet das Theater Hof einen kostenlosen Bustransfer unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen an. Abfahrt ist um 19.00 Uhr an der Bushaltestelle an der Kulmbacher Straße direkt vor dem Theater. Ab 18.30 Uhr ist das Foyer des Theaters geöffnet. Hier können sich die Zuschauer vor der Abfahrt der Busse sammeln. Im Bus gilt Maskenpflicht. Direkt im Anschluss an die Vorstellung, gegen 21.15 Uhr, bringen die Busse die Gäste zurück nach Hof. Daneben ist es selbstverständlich auch möglich, mit dem eigenen Auto zur Vorstellung nach Selb zu fahren. Parkplätze stehen in Selb am Rosenthaltheater kostenlos zur Verfügung. Die Premierenfeier findet wie geplant im Foyer des Theaters Hof statt.

 

Bekenntnis zur Schaustelle

Eva Döhla zeigt sich laut Pressemeldung erleichtert: „Das Symbol für Theater ist eine lachende und eine weinende Maske. Wir freuen uns, dass die Premiere wie geplant heute stattfinden kann.“ Mit den Tränen werde man fertig, auch wenn auf der Schaustelle weiterhin mit baulichen Unwägbarkeiten zu rechnen sei. Döhla bekräftigt ihr Bekenntnis zur Schaustelle: „Wir setzen alles daran, dass die Theaterleute auch weiterhin proben und die nachfolgenden Premieren vorbereiten können.“ 

Ein ausführlicher Bericht folgt.

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Veröffentlicht am:
25. 09. 2020
15:44 Uhr

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25. 09. 2020
15:44 Uhr



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