Lade Login-Box.
Topthemen: Mordfall OttingerKneipennachtBayern HofVideo: Waldfriedhof Frankenwald

Hof

Medizintechnik für Idlib

Eine Hilfslieferung aus Oberfranken geht wieder auf den Weg nach Syrien. Die Barada-Syrienhilfe hat für ihre Hilfe aber klare Voraussetzungen.



Remon Azer (links), Tufan Ückbayabasi (Zweiter von links)und Eren Saylkn von A&H Logistik sowie Dr. Marwan Khoury (rechts) von der Barada-Syrienhilfe inspizieren nochmals die Hilfslieferungen, die bald auf dem Weg ins Krisengebiet sein werden.	Foto: Alexander Steger
Remon Azer (links), Tufan Ückbayabasi (Zweiter von links)und Eren Saylkn von A&H Logistik sowie Dr. Marwan Khoury (rechts) von der Barada-Syrienhilfe inspizieren nochmals die Hilfslieferungen, die bald auf dem Weg ins Krisengebiet sein werden. Foto: Alexander Steger  

Hof - Marwan Khoury sitzt entspannt in seiner Praxis. Doch der sympathische Arzt aus Syrien hat keinen Grund zur Ruhe. Ihn bewegt das Leben und Leiden der Menschen in seinem Heimatland - auch sieben Jahre nach Beginn der Revolution. Denn obwohl der Syrien-Konflikt nicht mehr im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit liegt, hat sich vor Ort nicht viel geändert. "Die Bombardierungsheftigkeit ist zwar zurückgegangen", sagt Khoury. Allerdings belagert das Regime die von der Opposition gehaltenen Regionen. "Ziel der Belagerung ist es, die Bevölkerung zum Aufgeben zu zwingen." Ohne Rücksicht.

Gerade deshalb leisten Hilfsorganisationen wie die Barada-Syrienhilfe wichtige Arbeit. Gerade eben ist wieder eine Hilfslieferung aus Oberfranken auf den Weg nach Syrien gestartet. Vor allem medizinische Geräte machen sich auf den Weg an die Levante - unter anderem eine Anlage, die Knopflochoperationen ermöglicht und künftig in der Nähe des nordsyrischen Idlib zum Einsatz kommt. "Die gesamte Region jubelt", freut sich Barada-Vorstandsmitglied Khoury, "denn es ist die einzige Anlage in der gesamten Region." Gespendet hat sie das Klinikum Bayreuth.

Khoury und seine Mitstreiter haben auch noch weiteres vor: Neben stetigen Belieferungen von Kindermilchpulver soll auch noch das Engagement auf einem anderen Sektor ausgebaut werden: bei der Bildung. Denn gerade das sei wichtig, betont Khoury. "Unwissenheit ist Nährboden für Fundamentalismus." So hätte ein Leiter einer von Barada unterstützten Schule ihm erläutert, dass islamistische Fundamentalisten den Eltern Geld geben, wenn sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken.

Doch auch in Syrien lässt - nach Khourys Ansicht - der Einfluss der Islamisten nach. "Die Islamisten haben unserer Revolution zerstört. Sie haben den Syrern mehr geschadet und nicht geholfen." Deshalb formieren sich die demokratischen Kräfte. Khoury ist sich sicher: "Die Mehrheit will Demokratie, irgendwann wird sie kommen." Er sieht die Politik als problematisch an, das Assad-Regime wieder als legitimen Repräsentanten Syriens anzuerkennen. "Natürlich muss man mit seinen Feinden sprechen. Aber nicht mit Kriegsverbrechern." Diese müssten - egal von welcher Seite - vor Gericht gestellt werden. "Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden", betont er.

Ungerecht empfindet er aber auch einige Entscheidungen in Deutschland. So hätte das Auswärtige Amt die medizinische Unterstützung in Idlib ausgesetzt, weil in der Region die radikal-islamische Al-Nusra-Front Gebiete beherrsche. Gegen das Einfrieren von Finanzhilfe habe er nichts, aber Medikamente und Medizintechnik müsse weiter geliefert werden. Khoury betont: "Ich kann nicht vier Millionen Menschen ohne medizinische Behandlung lassen, nur weil einige Fundamentalisten dort leben."

 

Autor
Marcus Schädlich

Marcus Schädlich

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 11. 2017
19:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Assad-Regime Auswärtiges Amt Fundamentalisten Islamisten Kriegsverbrecher Medizinische Geräte Medizintechnik Nordsyrien Oberfranken PKK Syrischer Bürgerkrieg Terrororganisationen und Terrorgruppen
Hof
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Erkrankte Schilddrüse

10.05.2019

Die Schilddrüse - kleines Organ mit großer Wirkung

"Die Lebensqualität eines Patienten leidet enorm, wenn eine Störung der Schilddrüsenfunktion vorliegt", sagt Dr. Maren Riechmann, Leiterin des Schilddrüsenzentrums am Sana-Klinikum Hof. » mehr

Sie freuen sich, dass ein Mensch mit Schwerbehinderung Arbeit gefunden hat: Silvia Hager vom Jobcenter Hof-Land, Medika-Geschäftsführer Stefan Weiß und seine Tochter Vanessa Rädlein-Weiß, stellvertretende Leiterin der Buchhaltung (von links).	Foto: Kaupenjohann

30.12.2018

Schönstes Neujahrsgeschenk: Arbeit

Menschen mit Behinderung finden schwer einen Job. Manchmal klappt es doch. Die Firma Medika Medizintechnik hat gute Erfahrungen gemacht. » mehr

Die frischgebackenen Kfz-Mechatroniker aus ganz Oberfranken haben in Kulmbach ihre Gesellenbriefe erhalten. Zahlreiche Ehrengäste feierten zusammen mit den jungen Facharbeitern. Fotos: Faltenbacher

30.03.2019

165 neue Profis in der automobilen Welt

Die Kfz-Innung spricht ihre Gesellen frei. Die frischgebackenen Mechatroniker gestalten nun den Wandel in der Automobilbranche mit. » mehr

Die oberfränkischen Wertebotschafter haben ihre Urkunden erhalten. Das freute auch Ministerialrätin Birgit Kleinhappl (links) und den Bürgermeister von Steinbach am Wald, Thomas Löffler (rechts).	Foto: Bayerisches Kultusministerium

25.02.2019

Wertebotschafter setzen neue Impulse

In Steinbach am Wald zeichnet Staatssekretärin Anna Stolz 24 Schüler aus Oberfranken aus. Sie sollen fortan dafür sorgen, dass "der gute Ton" nicht verloren geht. » mehr

Eine alte Postkarte mit der Hofer Straßenbahn in der Ludwigstraße. Foto: Archiv

17.02.2019

Technische Sensation im Jahr 1901

Die Hofer Straßenbahn war zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Oberfranken einmalig. Heimatforscher Maximilian Ritz kann darüber viel erzählen. » mehr

Ob angehende Erstklässler vom Gesundheitsamt untersucht werden, ist noch nicht klar. Rechtlich ist die Sache eindeutig. Symbolfoto: Markus Scholz/dpa

30.01.2019

Einschulungs-Check kommt doch

Die Kinder aus Stadt und Landkreis Hof können nun doch die Schuleingangs-Untersuchung durchlaufen. Nach Gesprächen zwischen dem Landratsamt Hof und der Regierung in Oberfranken hat sich eine Lösung aufgetan. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Fridays for future Fotos 2

Fridays for Future in Kulmbach | 24.05.2019 Kulmbach
» 15 Bilder ansehen

Hofer Kneipennacht 2019 Hof

Hofer Kneipennacht | 11.05.2019 Hof
» 77 Bilder ansehen

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad | 19.05.2019 Bad Alexandersbad
» 22 Bilder ansehen

Autor
Marcus Schädlich

Marcus Schädlich

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 11. 2017
19:09 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".