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Mietspiegel schreckt Investoren ab

In teureren Regionen lässt sich durch höhere Mieten mehr Gewinn erzielen. Immobilienentwicklerin Birgit Dietel kritisiert zudem die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.



Mietspiegel schreckt Investoren ab
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Hof - Was sagen Immobilienentwickler, die nicht nur Wohnungen und Häuser vermitteln, sondern auch langfristige Projekte planen, zur Wohnsituation in Hof? Birgit Dietel zum Beispiel ist keine klassische Maklerin, auch keine Bauträgerin. Am ehesten passt wohl die Bezeichnung Immobilienentwicklerin: Vom Einfamilienhaus bis zum Gewerbeobjekt vermarktet sie Immobilien, die sie oftmals in mehrjährigen Langfristprojekten abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden unter Berücksichtigung des Machbaren gemeinsam mit Netzwerkpartnern konzipiert und umgesetzt hat. In den allerwenigsten Fällen sei eine alte oder ältere Immobilie direkt vermarktbar, sagt sie. Der Käufer erwarte vom Verkäufer eine schlüssige Konzeption hinsichtlich des möglichen Wohnraumkonzepts und dessen Umsetzung. Am Ende geht es dann immer um eine hochwertige Immobilie. Birgit Dietel verzeichnet eigenen Angaben zufolge einen steigenden Zuspruch auf ihr Leistungsspektrum, sowohl von privater als auch von kommunaler Seite. Beispielhaft verweist dabei auf das generationenübergreifende "Wohndorf 21", das am Lindenpark in Naila entstehen soll. Wie berichtet, sind hier barrierefreie Bungalows geplant inmitten von Einfamilienhäusern.

Im privaten Sektor bedeutet für Birgit Dietel hochwertiger Wohnraum Folgendes: ein insgesamt wertiger Ausstattungsstandard, Aufzug, ausreichend Parkmöglichkeiten, Tiefgarage, Terrasse oder Balkon, eine Penthousewohnung, Grünflächen und ein angenehmes soziales Umfeld. Derzeit liege der Verkaufspreis einer Eigentumswohnung mit diesem Standard in Hof etwa bei 2800 bis 3000 Euro pro Quadratmeter, die Nettokaltmiete bei 9,50 Euro pro Quadratmeter. Die Diskrepanz zum ausgewiesenen Mietspiegel der Stadt Hof erklärt Dietel damit, dass in diesem Bauprojekte in dieser Kategorie eine wenig relevante Rolle spielten. Vor allem bei selbstgenutztem Wohnraum seien über die bereits genannten Standards hinaus die Ansprüche an die Lage - im Sinne eines möglichst unverbaubaren Ausblicks - besonders hoch. In der Stadt Hof gebe es jedoch zu wenige Grundstücke auf dem Markt, die laut vorherrschendem Bebauungsplan auch für diesen Zweck genutzt werden könnten, sagt Dietel.

Die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum auf Mietbasis sei sehr hoch, das entsprechende Angebot jedoch begrenzt. Dietel führt an, dass die Bereitschaft zu Investitionen in Wohnraum im Geschoßbau in Hof eher verhalten sei. "Es fehlt das Vertrauen der eigenen Bürger, in die Stadt zu investieren." Aber auch Investoren von außerhalb würden abgehalten, meint sie. Denn obwohl das Verhältnis zwischen Einstandspreisen und erreichbaren Nettokaltmieten derzeit noch passe, ließen sich viele von dem niedrigen Wert im offiziellen Mietpreisspiegel abschrecken. Hinzu kommt aus ihrer Sicht, dass sich die Einstandspreise aktuell wegen steigender Rohstoffkosten und der Überlastung der regionalen Handwerker merklich verteuerten. "Auswärtige Investoren haben in anderen Städten wegen der höheren Mieten ganz andere Gewinnmargen", sagt Dietel. "Da spielt es auch keine Rolle, dass der Grund und Boden bei uns günstig ist." Auch wollten die regionalen Banken nichts mit der Finanzierung der Investorenprojekte im Mehrfamilienhaussektor zu tun haben, vor allem des Aufwands wegen. Ihr letztes großes Projekt habe sie mit einer Münchner Bank abgewickelt.

Vorwürfe erhebt Birgit Dietel aber vor allem gegen die Hofer Stadtverwaltung: "Die Stadt agiert nach ihren eigenen Vorstellungen und berücksichtigt zu wenig, was für einen Investor interessant und lukrativ ist", sagt Dietel. Und: "Wenn sich tatsächlich etwas bewegt, dann dauert es viel zu lange. Mit anderen Städten im Umkreis haben wir dagegen eine aktive und zielführende Zusammenarbeit." So sei es für sie schwer, Investoren über eine längere Zeit ernsthaft interessiert zu halten.

Ihr derzeitiger Arbeitsschwerpunkt ist es, für Hauseigentümer, die vielleicht aus Altersgründen einmal verkaufen wollen, altersgerechte hochwertige Wohnalternativen zu schaffen. Dadurch würden dann wieder Immobilien für junge Familien frei.

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Vera Dorschner
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Veröffentlicht am:
05. 11. 2019
00:00 Uhr

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Vera Dorschner

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05. 11. 2019
00:00 Uhr



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