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Hof

Mini-Rinder im Frankenwald ganz groß

Seit 2011 züchtet Landwirt Ralph Oelschlegel Dexter- Rinder auf seinem Hof in Langenbach. Mit dieser besonderen Rasse hat sich der Landwirt ein neues Standbein aufgebaut.



Ganz schön neugierig. Das Dexter-Rind ist für sein eher sanftes Gemüt bekannt.
Ganz schön neugierig. Das Dexter-Rind ist für sein eher sanftes Gemüt bekannt.   » zu den Bildern

Geroldsgrün - Die Dexter-Rinder sind kaum höher als einen Meter und gelten als kleinste Rinderrasse in Europa. Seit 2011 züchtet der Bio-Landwirt Ralph Oelschlegel diese besondere Rasse auf seinem Hof im Geroldsgrüner Ortsteil Langenbach. Das Dexter zählt zu den Hausrindern und stammt ursprünglich aus Irland.

900 Zuchtkühe

Das kleine und robuste Rind wäre in den 1960er- und 1970er-Jahren beinahe ausgestorben, da es Konkurrenz vom modernen Leistungsrind bekam. Heute ist die Existenz nicht mehr bedroht.

In ganz Deutschland gibt es nur etwa 900 Zuchtkühe. Zum Vergleich: Beim Angusrind sind es fast 10 000 Zucht-Tiere, bei Fleckvieh, der typisch bayerischen Rasse, sogar 4,4 Millionen. Quelle: Wikipedia

 

"Kuh ist nicht gleich Kuh und aus der Entfernung ist der Unterschied auch nicht zu erkennen", spielt Landwirt Ralph Oelschlegel auf die eher geringe Größe der Tiere an. "Wir mögen die Dexter-Rinder", unterstreicht der Landwirt. Ebenso begeistert von diesen Rindern sind seine Lebensgefährtin sowie der zehnjährige Sohn und die achtjährige Tochter, die den Kälbern Namen geben wie etwa "Rocky" und "Olchi".

 

"Bei uns können die Tiere das ganze Jahr auf den Weiden begutachtet werden, denn sie sind immer draußen", erklärt der Besitzer und auch, dass er "etwas Besonderes wollte", als er zwei Kühe zur Beweidung des Obstgartens anschaffte. Im Jahr 2011 gab es auf dem Hof noch 35 Milchkühe, von denen sich der Landwirt im Zuge der Bio-Umstellung 2014 teilweise trennte und die verbliebene Fleckviehherde in eine Mutterkuhherde umwandelte. Die Zucht der Dexter-Rinder begann dann mit der Anschaffung dieser zwei trächtigen Kühe und eines Bullen aus Schleswig-Holstein. "Heute stehen Tiere aus meiner Herde in ganz Deutschland, die einen als Hobby, die anderen als Zuchttiere", berichtet der dreifache Familienvater, der seinen Beruf Bio-Landwirt mit Leib und Seele ausübt. Rinderzucht, Saatgutvermehrung und Futteranbau sowie Getreideanbau mit Sonderfrüchten, listet Ralph Oelschlegel als Betriebszweige auf. 2004 schloss Oelschlegel seinen Techniker für Landbau nach zweijähriger Ausbildung ab und übernahm den elterlichen Betrieb. "Es galt, einen Weg für die Zukunft des Betriebes zu finden", erläutert der 39-Jährige seinen Hang zum "Besonderen". Mit den Dexter-Rindern, die er als Fleischpakete in Selbstvermarktung anbietet, aber nicht in einem Hofladen, war ein Schritt gemacht. Vermarktet wird vom Tier alles, aber: Alles ist eine Nummer kleiner, was besonders bei den Rouladen sichtbar wird. "150 Kilogramm bringt ein Dexter-Rind ausgeschlachtet auf die Waage, bei Fleckvieh ist es leicht das Doppelte."

Ursprünglich stammen die kleinen Rinder aus Irland. "Dort galten sie als die Kühe des kleinen Mannes, weil die Tiere anspruchslos in Futter und Haltung sind." Auf der Weide ist eine "bunte" Herde, schwarz und braun mit 15 Kühen und bisher zwölf Kälbchen und einigen Jungtieren. Nicht zu vergessen der Bulle Accolon, der wie alle diese Tiere ein sanftes Gemüt hat, nur neugierig schaut, nebenher trottet und sich sonst wenig schert. Ralph Oelschlegel erzählt, dass es drei Farben gibt: Einfarbig schwarz, rot oder grau-braun, und zudem mit und ohne Hörner. Die Hörner, wenn vorhanden, sind mäßig dick mit ansteigender Innenkurve und schwarz an der Hornspitze. "Aber besonders sind die genetisch hornlosen Tiere, diese sind äußerst selten und werden von mir bevorzugt gezüchtet", erklärt der Landwirt und auch, dass die eigentliche Zucht erst nach der ersten Schlachtung und Fleischprobe ins Rollen kam. "Obwohl ich schon um den guten Ruf des Fleisches wusste, und ich bis dahin eigentlich kein Fan von Rindfleisch war, war das erste Mal Dexterfleisch ein Schlüsselerlebnis", merkt Ralph Oelschlegel an. "Ich erhalte viele Anfragen von Züchtern und Hobbyhaltern und kann gar nicht alle zufriedenstellen, aber demnächst gehen zwei Tiere nach Münchberg." Die Tiere gelten als frühreif, denn: "Bereits mit 22 bis 24 Monaten können die Mini-Kühe Kälber bekommen", erzählt der Züchter. Für den Nachwuchs ist der Bulle Accolon zuständig. Der Landwirt erzählt vom besonderen Erlebnis, als er eine Kuh und ein Kalb aus seiner Dexter-Herde auf dem Zentral- Landwirtschaftsfest in München auf der Theresienwiese repräsentieren durfte. "Das war 2016, auch damals war das Interesse an dieser außergewöhnlichen Rasse schon groß." Die Tiere von Ralph Oelschlegel haben ein schönes Leben und werden gut behandelt. "Das Wohl der Tiere steht im Vordergrund, von dem sich potenzielle Interessenten gerne überzeugen können", betont der Bio-Landwirt Ralph Oelschlegel. Es scheint sogar ein Vertrauensverhältnis zu den Tieren zu bestehen, denn manche lassen sich ohne Angst streicheln.

Autor

Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
19:04 Uhr

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Sandra Hüttner

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22. 05. 2019
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