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Neuer Belag für 14 Hofer Straßen

Die Stadt bessert im Sommer turnusmäßig besonders schlechte Straßenabschnitte aus. Doch leidet das Programm unter dem Sparkurs.



Schwerpunkt "Vertl": Die Hälfte der Stellen im Stadtgebiet, die im Sommer ausgebessert werden sollen, liegt im Hofer "Vertl". Ausbesserungen in ein und derselben Straße werden abschnittsweise gemacht - des Verkehrs wegen.
Schwerpunkt "Vertl": Die Hälfte der Stellen im Stadtgebiet, die im Sommer ausgebessert werden sollen, liegt im Hofer "Vertl". Ausbesserungen in ein und derselben Straße werden abschnittsweise gemacht - des Verkehrs wegen.  

Hof - 14 Straßenabschnitte im Stadtgebiet stehen in diesem Jahr auf der Ausbesserungsliste der Stadtverwaltung. Wie seit sechs Jahren üblich, lässt die Stadt in der verkehrsarmen Zeit im Sommer Stellen ausbessern, die besonders schlimm sind - da geht es jeweils um kleinere Ausbesserungsarbeiten die immer nur die Deckschicht betreffen. "Dadurch verzögern wir weitaus umfänglichere Sanierungsmaßnahmen oft um Jahre", erklärte in dieser Woche Herbert Groh vom Stadtbauamt den Mitgliedern des Hofer Bauausschusses. Gleichzeitig nahm er viel Lob von den Stadträten entgegen: Groh gilt als Erfinder der jährlichen Straßenkosmetik, mindestens aber treibt er das Programm jedes Jahr voran.

Doch das, was Nicht-Tiefbauer einfach Asphalt nennen - und was korrekt bezeichnet aus verschiedenen Trag-, Ober- und Deckschichten aus Bitumen und anderen Werkstoffen bestehen kann -, ist in Hof mit vielen Emotionen behaftet. So konnten es sich bei der Vorstellung der ausgewählten Ausbesserungsabschnitte für 2017 einige Stadträte nicht verkneifen, ein paar Wünsche für weitere Stellen zu äußern.

Zum Programm zuerst: Eine Erhebung im Jahr 2015 hatte ergeben, dass 27,7 Prozent des 195 Kilometer langen Hofer Straßennetzes - also 60 Kilometer - den Warnwert überschritten haben. Jedes Jahr stehen etwa vier Kilometer auf dem Ausbesserungsplan der Asphaltierer - bewusst aufgeteilt in viele kleine Stücke, um die Verkehrsbelastung während der Bauzeiten so gering wie möglich zu halten. Ausgebessert wird jeweils die Deckschicht, ausgewählt wurden die Maßnahmen vom städtischen Bauamt - nach umfangreichen Begehungen und Bewertungen. "Die Maßnahmen, die wir heuer angehen, sind unabweisbar", betonte nun Herbert Groh. "Die Deckschichten dort sind entweder unfallgefährlich oder so weit beschädigt, dass noch weit höhere Instandsetzungskosten entstehen, wenn nicht unverzüglich gehandelt wird." 14 Stellen haben seine Kollegen aus dem Bauamt und er nun ausgewählt, die über den Sommer angegangen werden sollen:

 

1. Köditzer Straße von Dr.-Enders- bis Ernst-Reuter-Straße.

2. Schloßweg von Krebsbachweg (inklusive der Fahrbahn im Tunnel) bis Fiat Seidel

3. Wunsiedler Straße von Hausnummer 56 bis Hügelstraße

4. Wunsiedler Straße von Hügelstraße bis Hausnummer 40 a

5. Leimitzer Straße von Pestalozziplatz bis Jaspisstein

6. Leimitzer Straße von Jaspisstein bis Gabelsberger Straße

7. Leimitzer Straße ab Integra bis Breslaustraße

8. Gabelsberger Straße von Jägerzeile bis Christoph-Klauß-Straße

9. Christoph-Klauß-Straße von Leimitzer Straße bis Breslaustraße

10. Christoph-Klauß-Straße von Breslaustraße bis Lindenstraße

11. Enoch-Widman-Straße ab Walburger Weg bis Dr.-Bonhoeffer-
Straße

12. Oberkotzauer Straße von Ostpreußenstraße bis 150 Meter vor der Saalebrücke

13. Schaumbergstraße ab Aldi-Markt bis Stelzenhofstraße

14. Jägersruh: Döberlitzer Straße von Hauptstraße bis Ostendstraße.

Neben dem Beschluss des Asphaltprogramms stimmten die Stadträte auch zu, dass die Stadt für Stellen, die durch den Winter besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden, eigene Mittel frei macht. 30 000 Euro haben die Akteure für Stellen angesetzt, an denen Risse gekittet oder Verformungen beseitigt werden sollen.

 

"Wir finden es sehr gut, dass hier eine Möglichkeit gefunden wurde, marode Straßen wieder in Schuss zu bringen - und das auch noch kostenneutral für die Anwohner", sagte Jochen Ulshöfer, CSU. Sein Wunsch für die Liste 2018: Hallplatz und Hallstraße. Dem machte Herbert Groh wenig Hoffnungen: "Vom Zustand her wäre besagter Abschnitt durchaus geeignet; von der Verkehrsbelastung her ist das aber eher eine Nebenstraße." Zudem habe der Bauhof in dem Bereich bereits mehrmals einzelne Stellen saniert. In den nächsten zwei Jahren werde dies daher wohl eher nicht auf der Liste landen.

Eine andere Stelle ist bereits in diesem Jahr wieder gestrichen worden: Die erste Maßnahme in der aktuellen Liste, die Köditzer Straße, hätte eigentlich von der Ernst-Reuter-Straße aus sogar bis zum Stöckingweg gemacht werden sollen. Doch das fiel während der Haushaltsberatungen den Einsparungen zum Opfer. Wie viel heuer ausgegeben wird, darüber beschließt der Bauausschuss bei der Vergabe der Arbeiten. Zur Orientierung: Im Jahr 2016 hatte das Programm ein Volumen von etwa 700 000 Euro, in den Jahren vorher hatte es sich jeweils auf 500 000 Euro eingependelt. Außerdem: Radwege kommen, obwohl das der Bauausschuss vor Jahren einmal beschlossen hatte, nicht mehr darin vor.

Drei Jahre ist es her, dass der Ausschuss eine Radweg-Quote von fünf Prozent eingeführt hatte: Dieser Anteil aus dem Programm solle nicht für Straßen, sondern für Radwege verwendet werden, beschloss der Ausschuss einst. Im ersten Jahr hat das noch geklappt, damals schrägte man Bordsteinkanten entlang der Ernst-Reuter-Straße ab. Doch schon vergangenes Jahr hielt der Vorsatz nur auf dem Papier: Der Radweg-Übergang am Krankenhaus, von der Konradsreuther in die Ernst-Reuter-Straße, ist noch immer nicht gemacht. Die zweite Maßnahme auf der Liste - der Saaleradweg zwischen Lessingbrücke und Meinels Bas - wurde vergangenes Jahr immer wieder verschoben; vor wenigen Wochen hat der Bauausschuss die Arbeiten dafür vergeben. Das ist die Krux für die Straßenbauer: Die Wunschlisten sind länger als die Kapazitäten.

Rainer Kellner, SPD, sagte, er erwarte, dass der Teil der Köditzer Straße, der heuer wieder aus dem Programm gefallen ist, nächstes Jahr an die Reihe kommt. Seine SPD-Kollegin Andrea Hering bat, sich die Döberlitzer Straße in Jägersruh auch noch im hinteren Bereich anzusehen. Christine Schoerner, Die Grünen, wies auf die Heiligengrabstraße hin - bekam aber zur Antwort, dass da bereits kleinere Ausbesserungsarbeiten getätigt wurden. Nächstes Jahr, versprach Groh, gibt es das Programm ja wieder.

Autor
Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
05. 04. 2017
20:09 Uhr

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Christoph Plass

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05. 04. 2017
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