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Hof

Neuer Zeitplan für die Hof-Galerie

"Die Galerie kommt eh nicht": Das ist der wohl am häufigsten gesagte Satz zum Thema. Investor und Stadt widersprechen: Sie rollen die bisherigen Pläne in großen Teilen neu auf.



Ein Ansatz der Stadtverwaltung, nicht der Stadtwerke, allerdings von letzteren etwas voreilig veröffentlicht: Im unteren Bereich des Baustellen-Geländes, das sich noch im Eigentum der Stadt Hof befindet, sollen bis zum Beginn der Bauarbeiten etwa 40 Parkplätze für Anwohner und Kunden der Geschäfte entstehen. Näheres zum Bedarf soll sich in einem Gespräch mit den Anliegern klären.
Ein Ansatz der Stadtverwaltung, nicht der Stadtwerke, allerdings von letzteren etwas voreilig veröffentlicht: Im unteren Bereich des Baustellen-Geländes, das sich noch im Eigentum der Stadt Hof befindet, sollen bis zum Beginn der Bauarbeiten etwa 40 Parkplätze für Anwohner und Kunden der Geschäfte entstehen. Näheres zum Bedarf soll sich in einem Gespräch mit den Anliegern klären.   Foto: Thomas Neumann

Hof - Hans-Jürgen Birk ist lange in Hof gewesen am vergangenen Mittwoch. Auf drei Stunden ist das Planungsgespräch mit Vertretern des Hofer Rathauses angesetzt gewesen, knapp viereinhalb Stunden hat es gedauert. Ein gutes Zeichen: Es gibt viel zu besprechen. Während nämlich der Investorenwechsel im größten geplanten Bauprojekt seit Jahrzehnten von der Mehrheit der Hofer als negativ wahrgenommen wird, vermelden die Beteiligten selbst: Jetzt ist wieder mehr Zug im Vorhaben. Dass er allerdings auch nicht zaubern könne, das hatte Hans-Jürgen Birk, Geschäftsführer der Activ-Group, vor genau zwei Monaten im Hofer Stadtrat erklärt. Nun sagt er im Frankenpost-Gespräch, was mittlerweile feststeht - und was noch lange nicht.

In Pasing: Zum Jeans kaufen in den Keller gehen

Die Hof-Galerie soll Wohnungen bekommen: Das ist eine der einschneidendsten Planänderungen, die seit April bekannt sind. Dass das funktionieren kann, machen beispielsweise die Zwickau Arcaden ebenso vor wie ihr Pendant im Münchner Stadtteil Pasing. Dominic Barg, Center Manager der Pasing Arcaden, erklärt auf Frankenpost-Anfrage, warum dieser Mix interessant ist.

45 Wohnungen bieten die Pasing Arcaden im obersten Stockwerk des Einkaufscenters, indem sich auf 40.000 Quadratmetern 150 Geschäfte finden. Die Mieter können die 660 Parkplätze in der Tiefgarage mit nutzen, ebenso wie zwei große Dachterrassen auf dem Wohnungs-Stockwerk. "Sie schätzen vor allem die urbane Atmosphäre und die direkte Anbindung an den sozialen Treffpunkt im Quartier, den unser Shopping-Center darstellt", erklärt Dominic Barg. Die Wohnungen seien quasi immer vermietet, die Fluktuation entspreche dem Durchschnitt auf dem Markt: Pasing gilt als sehr attraktive Gegend in München.

Eröffnet wurde der Komplex 2011 (Baukosten: 190 Millionen Euro), die Wohnungen seien von Anfang an Teil des Konzepts gewesen: "Zum einen steigert sich dadurch die Attraktivität der gesamten Immobilie", erklärt Barg. Zum anderen entwickle sich der Standort so zu einem echten Quartier mit Mehrwert für alle Beteiligten. Der Verwaltungsaufwand für die Wohnungen, angegliedert ans Center-Management, sei zudem vergleichsweise gering. So sagt Barg voraus: "Die Bedeutung solcher Konzepte wird noch weiter ansteigen."

Die Hof-Galerie bekommt auch Wohnungen, das hatte Birk bereits im April verlauten lassen. Im Frankenpost-Gespräch ergänzt er nun: "Wir wollen außerdem auch Büroflächen anbieten." Die Nachfrage werde zeigen, welchen Raum diese Flächen einnehmen könnten, wichtig sei ihm aber vor allem eines: "Wir brauchen mehr Flexibilität im Projekt."

 

Der große Teil der bisherigen Mieter sei dem Vorhaben trotz Investorenwechsel treu geblieben. Mit den jeweiligen Vertragsverhandlungen fange man in großen Teilen wieder von vorn an, da sich vieles im Projekt verändert habe. Trotzdem: Das Interesse der Mieter an der Hof-Galerie sei ungebrochen.

Nicht mehr auf vier, sondern nur noch auf zwei Stockwerken werden sich Geschäfte finden. Man habe dafür vor allem Logistikflächen anders angelegt, die man aus den bisherigen Planungen als ineffektiv wahrgenommen habe.

Die Gastronomie wird verlegt, sodass sie mehr in Richtung Busbahnhof ausstrahlt. Eine Passage mit Rundgang soll eine Art Fußgängerzone innerhalb des Gebäudes darstellen, gläserne Aufzüge sollen für möglichst viel Offenheit und Aufenthaltsqualität sorgen. "Café und Co. müssen raus aus der ruhigen Ecke und dorthin, wo sich das Leben abspielt", sagt Hans-Jürgen Birk.

In Punkto Lebensmittelmarkt befinde man sich gerade mit zwei Interessenten im Gespräch. "Wir haben die Planungen jeweils angepasst, nun geht es in die nächste Verhandlungsrunde", erklärt er. Und betont: Er habe keine Zweifel daran, dass sich ein Lebensmittelmarkt für den Standort finden lässt.

Thema Baustellenabsicherung: Das gehört zu den Aufgaben, die LIG-Vorsitzender Vladimir Volkov und Architekt Bernhard Reiser - den der neue Investor wegen seines Know-hows unbedingt im Boot behalten möchte - zufallen. "Da wird sich gekümmert", sagt Hans-Jürgen Birk. Ein Ansatz für eine Zwischennutzung als Pumptrack für Fahrradfahrer sei an den Kosten gescheitert, nun habe sich wie berichtet das Anlegen von Interims-Parkplätzen ergeben.

Der Zeitplan hat sich geändert. Den nächsten Schritt, den die Activ-Group und die Stadt Hof gemeinsam gehen müssen, ist die Anpassung des Baurechts. Da nun Wohnungen mit eingeplant sind, bedarf es einer Änderung des Bebauungsplans., erklärt auf Nachfrage die Stadtverwaltung. Bis zur Sommerpause, so hat nun OB Dr. Harald Fichtner angekündigt, möchte man den dafür nötigen Aufstellungsbeschluss im Stadtrat fällen. Danach vergehen im Normalfall neun bis zwölf Monate, bis der neue Plan in Kraft treten und ein Bauantrag gestellt werden kann. "Konservativ kalkuliert: Wir rechnen mit Baurecht im Dritten Quartal 2020. Unser Ziel ist es, noch 2020 mit den Bauarbeiten zu beginnen", sagt Birk. Die Zeit bis dahin werde man mit dem Umplanen der Galerie innerhalb der altbekannten Fassade, mit dem Erstellen von Mietverträgen und mit Verhandlungen mit Bauunternehmen verbringen.

Die bisherigen Planungen mag er nicht groß kommentieren, wird aber im Gespräch immer wieder ziemlich deutlich: "Wir sind schnell zu der Erkenntnis gekommen, dass das Projekt so nicht umsetzbar ist", erklärt er. Maßgebliche Raumanordnungen seien ineffizient gewesen, Verträge seien nicht unbedingt zielführend formuliert gewesen, die Kostensituation sei aus dem Ruder gelaufen. "Wir müssen an sehr vielen Stellschrauben drehen", sagt Birk. Und betont dabei eines: Unkenrufe und Negativ-Gerüchte gebe es immer, da habe er in den 20 Jahren im Geschäft wirklich viel erlebt. Sorgen mache er sich deswegen nie, die Projekt-Geschichte seiner Firma spreche da eine andere Sprache. Birk betont: "Wir sind extrem positiv gestimmt."

Im Hofer Stadtrat hat es derweil am Montag einen kleinen Disput um die Galerie gegeben, und um das Vorhaben der Stadt, im südlichen Bereich hin zur Friedrichstraße interimsweise 40 Parkplätze für Anwohner und Gewerbetreibende einzurichten. Christine Schoerner, parteifreie Stadträtin, hat am Montag zum wiederholten Male nachgehakt, was es denn Neues gebe in Sachen Hof-Galerie und Busbahnhof. Am 29. April habe sich Hans-Jürgen Birk bekanntlich öffentlich vorgestellt, in der Stadtratssitzung am 27. Mai habe sie nachgefragt - und zur Antwort erhalten, dass es nichts Neues gebe, das für die Öffentlichkeit interessant sei. "Und zwei Wochen später ist der Frankenpost zu entnehmen, dass der Interims-Busbahnhof umzieht und 40 Parkplätze eingerichtet werden. Ich frage mich: Hat man das nicht vorher gewusst?" Dass man nach zehn Jahren, in denen das Thema Zentralkauf-Nachfolge schon die Hofer betrifft, nicht mehr als ein paar Parkplätze vorweisen könne, sei ja nicht allzu viel, schob sie beißend hinterher. OB Dr. Harald Fichtner ließ das nicht auf sich sitzen.

"Der Stuhl, auf dem ich hier sitze, ist kein Verhörstuhl", begann er seine Erwiderung. Die Fraktionsvorsitzenden seien über das Vorhaben mit den Parkplätzen informiert worden - dass die Information bereits an die Öffentlichkeit gelangt ist, sei fehlender Kommunikation mit den Stadtwerken geschuldet gewesen. Das brachte Schoerner erst recht auf die Palme. "Ihre Informationspolitik bleibt also weiter so intransparent, wie sie ist. Informiert wird ein kleiner Kreis an Leuten, mehr nicht", warf sie dem Rathauschef vor. "Ich habe meine Pflicht erfüllt und tue bereits mehr, als rechtlich nötig ist", erwiderte Fichtner. Kommentar Schoerners darauf: "Wenn das der Bürger auch so sieht . . . "

 
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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
19:06 Uhr

Aktualisiert am:
29. 06. 2019
14:41 Uhr

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Christoph Plass

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28. 06. 2019
19:06 Uhr

Aktualisiert am:
29. 06. 2019
14:41 Uhr



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