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Pfersdorf nennt Galerie-Einfluss "Wunschdenken"

Der Chef des Hofer Einzelhandels widerspricht seiner Bezirks-Geschäftsführerin. Der Hof-Bayreuth-Vergleich hinke, und die Hof-Galerie werde den Rest-Handel keinesfalls stärken.



Hofer Fußgängerzone.
Hofer Fußgängerzone.   Foto: Schobert

Hof/Bayreuth - Man vergleiche Äpfel mit Birnen, die Galerie-Planungen in Hof kämen Jahrzehnte zu spät, und die jüngsten Schuldzuweisungen hätten schon die richtigen getroffen: Lutz Pfersdorf, Vorsitzender des Hofer Einzelhandelsverbands, reagiert mit scharfer Kritik auf Aussagen seiner eigenen Bezirksgeschäftsführerin.

Neue Plattform

Sabine Köppel hatte eine bessere Plattform zum Austausch von Verwaltung und Handel angeregt, in Form eines regelmäßigen Arbeitskreises beispielsweise. Zwei Sätze hat Lutz Pfersdorf dazu:

Zum einen treffen sich von nun an jeden ersten Freitag im Monat Vertreter von Einzelhandelsverband, Werbegemeinschaft, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung zur Arbeitssitzung. Zum anderen bestehe weiterhin jeden zweiten bis vierten Freitag der offene Stammtisch für alle Interessierten, jeweils um 9 Uhr im Jean-Paul-Café.

Sabine Köppel hatte am Mittwoch im Frankenpost-Gespräch ihre Sicht auf die Einkaufsstadt Hof geäußert. Tenor: Die Galerie sei begrüßenswert - so, wie es das Rotmain-Center für Bayreuth ist - und die Stadt tue viel für den Handel. Das wolle er nicht unwidersprochen stehen lassen, teilt Lutz Pfersdorf nun in einer Stellungnahme des Hofer Einzelhandelsverbands mit. "Wenn Frau Köppel die Situation in Bayreuth mit der in Hof vergleicht, dann vergleicht sie Äpfel mit Birnen", schreibt er. "Bayreuth ist eine wohlhabende Stadt mit 75 000 Einwohnern und weit mehr als 10 000 Studenten. Hof ist sicherlich keine wohlhabende Stadt, hat etwas über 40 000 Einwohner und eine wesentlich kleinere Anzahl Studierender, die kaum in Erscheinung treten, da sie in ihren Wohngebieten rund um die Kernstadt herum versorgt sind."

 

Das Rotmain-Center sei vor 22 Jahren eröffnet worden, in einer Zeit, als in vielen Städten Einkaufscenter gebaut wurden. Heute geschehe das kaum noch, im Gegenteil würden bestehende Center eher umstrukturiert. Da betont Pfersdorf: "Auch, wenn sich der Handel in der Bayreuther Innenstadt mittlerweile wieder erholen konnte, so hat das Rotmain-Center anfangs zu einem gewaltigen Einbruch im Handel geführt."

Auch die Lage sei schwer vergleichbar: Das Rotmain-Center grenze direkt an die Innenstadt und sei mit ihr verbunden. Dadurch entstehe tatsächlich Synergie. "In Hof wird das geplante Einkaufscenter nicht mit der Altstadt und schon gar nicht mit der Ludwigstraße verbunden sein." Auch habe Hof heute schon doppelt so viele Quadratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner im Vergleich zu Bayreuth. "Und dann soll zusätzlich noch eine Galerie mit über 10 000 Quadratmetern entstehen? Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu erkennen, dass das nicht funktionieren kann", schreibt Pfersdorf.

Falls die Galerie überhaupt gebaut werden sollte, prophezeit Pfersdorf eine Eröffnung nicht vor dem Jahr 2024 -- aus seiner Sicht ein Jahrzehnt zu spät. "Unsere Stadtführung hat die Weisungs- und Handlungshoheit für das gesamte Gebiet an die Investoren abgetreten. Um diese zweifelhafte Idee voranzubringen, werden seit Jahren die Bismarckstraße gesperrt, der Busbahnhof falsch platziert, die Friedrichstraße ihrem Schicksal überlassen und mitten in Hof ein Dreckhaufen geduldet", wettert Pfersdorf.

Dass die Hof-Galerie dazu beitragen könnte, die Vielfalt in Hof zu verstärken, sei reines Wunschdenken: "Die Galerie wird vermutlich dazu beitragen, dass viele unserer kleineren inhabergeführten Läden schließen müssen." In einem anderen Punkt ist er aber ganz bei der Geschäftsführerin.

"Frau Köppels Verweis auf fehlende Initiative bei vielen Händlern kann ich nur unterstreichen. Wir brauchen in Hof eine Kernöffnungszeit, an der sich alle Ladenbetreiber beteiligen, und wir brauchen die Bereitschaft des Handels, sich auch finanziell in der gemeinsamen Sache einzubringen."

Er fordert zudem: "Die von der Frankenpost angesprochenen Gutachten zum Einzelhandel und der IHK zum Bau der Hof-Galerie müssen offengelegt werden, sie dürfen nicht in den Schubladen der Verwaltung verschwinden." Die Bürger hätten ein Anrecht auf einen transparenten Umgang mit den Entscheidungen. Über die Art, wie Herr Klotz seinen Vortrag angelegt hat, könne man sicherlich streiten. "Aber er hat die Problematik in Hof richtig erkannt und auf den Punkt gebracht."

Pfersdorf schließt mit der Frage der Schuldzuweisungen: "Wenn nicht die politische Stadtführung und die Verwaltung verantwortlich sind, Entscheidungen zu treffen, wer dann? Mein Vorgänger und ich haben die Stadtführung immer wieder auf Fehlplanungen zur Flächenausweitung hingewiesen. Vergeblich."

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
18:24 Uhr

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17. 10. 2019
18:24 Uhr



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