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Planungen für Filetstück laufen wieder an

Lange Zeit schien es, als habe die Stadt das Hoftex-Areal aus dem Blick verloren. Nun suchen die Verantwortlichen aktiv nach Ideen und hoffen auf den "großen Wurf".



Wohnen in verschiedener Form, kleine Geschäfte, Büros, Praxen, Bars, Kneipen oder eine Markthalle - für die Planer soll es im städtebaulichen Wettbewerb bewusst keine Denkverbote geben. Nur ein Einkaufszentrum soll und darf auf dem Gelände an der Schützenstraße nicht entstehen. Foto: Uwe von Dorn
Wohnen in verschiedener Form, kleine Geschäfte, Büros, Praxen, Bars, Kneipen oder eine Markthalle - für die Planer soll es im städtebaulichen Wettbewerb bewusst keine Denkverbote geben. Nur ein Einkaufszentrum soll und darf auf dem Gelände an der Schützenstraße nicht entstehen. Foto: Uwe von Dorn  

Hof - Am Montag ist das Gelände der Hoftex an der Schützenstraße wieder einmal in aller Munde gewesen: Zuerst wurde bekannt, dass die Event-Halle einer der Schauplätze des Gedenkens an den Mauerfall sein wird. Dann gab der Stadtrat den Startschuss für einen städtebaulichen Wettbewerb - mit dem Ziel, dass in einigen Jahren neues Leben in die Brache einzieht. Einstimmig fiel der Beschluss aus, im Gremium kam Euphorie auf.

Stimmen aus dem Stadtrat

Im Mai hatte die Stadtrats-SPD den Ideenwettbewerb beantragt. Fraktionschefin Eva Döhla war nun voll des Lobes: "Das ist seit Langem mal wieder ein großer Wurf." Denn hier warte die Stadt nicht ab und überlasse nicht Investoren das Handeln, sondern lege selbst fest, was benötigt werde. Aktive Stadtentwicklung sehe anders aus als bei der Hof-Galerie. Dort habe sich gezeigt, was dabei herauskomme, wenn die Stadt keinen eigenen Plan habe.

Die Stadt ergreife die Chance und schaffe ein urbanes Gebiet, sagte Gudrun Bruns, Vorsitzende der FAB-Fraktion. Wohnen, kleine Geschäfte, Büros und Praxen - hier komme vieles zusammen, was das Leben in der Stadt ausmache.

 

Für die CSU betonte Jochen Ulshöfer: "Wir müssen jede Chance nutzen, um die Innenstadt nachhaltig zu beleben." Er erinnerte daran, dass 2014 ein Anlauf in Richtung Umgestaltung des Areals gescheitert sei. Bei der Planung des Oberen Tors habe die Stadt gute Erfahrungen mit einem Wettbewerb gemacht. An der Schützenstraße handle es sich zwar um Privatgrund, der Eigentümer wolle aber, dass sich etwas bewegt.

 

Von einem "Füllhorn von Möglichkeiten" sprach Dr. Klaus Schrader (Grüne). "Wir brauchen aber einen Investor", sagte die Parteifreie Christine Schoerner.

 

Dabei war es nur der allererste Schritt zu einem voraussichtlich langwierigen Verfahren. Der Stadtrat legte fest, welche Nutzungen auf dem 4,8 Hektar großen Areal grundsätzlich denkbar sind - und welche nicht. Außerdem ging der Auftrag an die Verwaltung, per Ausschreibung ein Planungsbüro zu suchen, das den Wettbewerb betreut.

 

Angenehmer Nebeneffekt für den städtischen Haushalt: Für den Ideenwettbewerb fließen Fördermittel von 80 000 Euro, weil die Regierung von Oberfranken darin einen Beitrag zur Stärkung der Innenstadt sieht. Wesentliche Bedingung für die Förderung ist jedoch, dass an dieser Stelle kein Einkaufszentrum entsteht. Vielmehr soll der Schwerpunkt auf Wohnungen liegen. "Für die Stadt besteht die Möglichkeit, im Zentrum ein neues Quartier zu entwickeln", sagte Stadtdirektor Franz Pischel.

Von Potenzialen und Chancen ist in der Sitzungsvorlage die Rede. Der Wettbewerb soll bewusst offen sein. Keine Denkverbote für das hochwertige Grundstück, für das Interessenten bislang nicht das passgenaue Konzept gefunden hatten. Abriss der Immobilie oder Nutzung des Bestands - alles ist möglich. Das "urbane Gebiet" will die Stadt planerisch bespielen lassen.

Priorität haben Wohnungen - aber in welcher Form, das muss der Wettbewerb ergeben. Durchaus möglich, dass verschiedene Wohnformen auf einer Fläche vereinigt werden: von Eigentumswohnungen über sozialen Wohnungsbau bis hin zu einem Seniorenwohnheim. Doch um das Wohnen an der Schützenstraße attraktiv zu machen, braucht es das passende Drumherum. Zum einen geht es um die Versorgung, was aber ausdrücklich nicht großflächigen Einzelhandel bedeutet. Ein Tante-Emma-Laden könnte ebenso seinen Platz finden wie Büros, Arztpraxen, Bars und Kneipen. Zum anderen können die Teilnehmer am Wettbewerb eine Vielfalt sonstiger Nutzungen planen. Die Bandbreite reicht vom Kindergarten über eine Markthalle bis hin zum Urban Gardening. Auch "Schule" ist als mögliche Variante genannt - dies habe jedoch keinen konkreten Hintergrund, betonte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. Es gebe dazu allenfalls "Vorüberlegungen"; vieles sei zu klären, bevor man über die Ansiedlung einer Schule auf dem Areal sprechen könne.

Der OB nannte den wichtigsten Grund, warum man jetzt den Wettbewerb ins Leben ruft: "Wir müssen attraktiv sein für junge Familien." Der Trend gehe zum Leben im ländlichen Raum und auch zum Wohnen in der Innenstadt. Dies hätten auch Städte wie Bamberg, Schweinfurt und Kitzingen erkannt, die ebenfalls innerstädtische Flächen entwickelten. Fichtner verwies auch auf das Modell der Nahversorgungszentren, das in Hof "sehr gut" funktioniere. Für das Projekt an der Schützenstraße brauche es einen langen Atem, es werde abschnittsweise umgesetzt.

Autor
Jan Fischer

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
20:44 Uhr

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Jan Fischer

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23. 09. 2019
20:44 Uhr



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