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Hof

Präsente sollen Hof-Besucher anlocken

Gratis-Parken an drei Samstagen, Busfahren für einen Euro - so soll das Weihnachts-Shopping attraktiver werden. Der Blick geht aber auch schon ins Frühjahr 2020.



Den Weg zum Parkautomaten können sich Hof-Besucher am 7., 14. und 21. Dezember sparen. Nur eine Parkscheibe müssen sie ins Auto legen. Foto: Thomas Neumann
Den Weg zum Parkautomaten können sich Hof-Besucher am 7., 14. und 21. Dezember sparen. Nur eine Parkscheibe müssen sie ins Auto legen. Foto: Thomas Neumann  

Hof - Die Diskussion um die Belebung der Hofer Innenstadt hat endgültig den Stadtrat erreicht. Am Montag traf der Haupt- und Finanzausschuss zwei richtungsweisende Entscheidungen. Und eine Anfrage zeigte, dass sich die Räte zunehmend kritisch-konstruktive Gedanken über die Präsentation der Kernstadt machen. Auch wenn es in dieser Sitzung niemand explizit erwähnte: Einzelhandels-Experte Christian Klotz hat mit seinem Vortrag am 25. September in der Bürgergesellschaft einiges in Bewegung gebracht - einiges, das vorher kaum denkbar schien.

So geht es weiter

Bereits am Dienstag stand erneut das Thema Kernstadt auf der Tagesordnung. Zum einen stellten Planer ihre Entwürfe für die Umgestaltung am Oberen Tor vor; wie mehrmals berichtet, soll der Eingang zur Ludwigstraße ein neues Gesicht bekommen. Zum anderen brachten die Stadträte das Aufstellen zusätzlicher Abfallbehälter in der Altstadt auf den Weg; unter anderem während der Hofer Filmtage waren mehrere Mülleimer übergequollen (die Frankenpost berichtete).

Wirtschaftsförderer Klaus-Jochen Weidner kündigte darüber hinaus eine "umfangreiche Vorlage" für den Stadtrat zu Entwicklungen in der Innenstadt. Diese soll ein Ausschuss noch im Dezember ausführlich diskutieren.

 

 

 

Kostenloses Parken

an drei Adventssamstagen

Zum scheinbar Undenkbaren gehörte es, an einzelnen Tagen auf Parkgebühren zu verzichten. Eben das forderte Klotz in markigen Worten. Vor zehn Jahren hatte die Stadt das Gratis-Parken an zwei Samstagen im Dezember getestet. Wie Wirtschaftsförderer Klaus-Jochen Weidner feststellte, kam die Aktion 2009 sehr gut an. Die angespannte Haushaltslage ließ jedoch eine Fortsetzung nicht zu. Denn an diesen beiden Samstagen entgingen der Stadt Einnahmen von 13 000 Euro, außerdem fielen zusätzliche Kosten für Bauhofarbeiten von 5000 Euro an.

Doch nun ist vieles möglich. Die Einzelhändler wollen in Vorleistung gehen und im Advent die Öffnungszeiten der Geschäfte ausweiten (die Frankenpost berichtete). Laut Weidner sollen an den drei Adventssamstagen im Dezember die Läden in der Altstadt bis 20 Uhr offenbleiben, in der Ludwigstraße, der Marienstraße und der Lorenzstraße bis mindestens 18 Uhr. So soll das Weihnachts-Shopping - vor allem für Auswärtige - attraktiver werden.

Allerdings erhoben Einzelhandelsverband, Werbegemeinschaft und Stadtmarketingverein im Gegenzug die Forderung, kostenfreies Parken am 7., 14. und 21. Dezember in der Hofer Innenstadt zuzulassen. Vom 30. November - dem Tag vor dem ersten Adventssonntag - war dabei nie die Rede.

Einstimmig votierte der Ausschuss denn auch für das Gratis-Parken an den drei Samstagen. Kleine Einschränkung im Beschluss: An diesen Tagen gilt eine Parkscheiben-Regelung. Damit will die Stadt verhindern, dass zum Beispiel Mitarbeiter der Geschäfte ihre Autos den ganzen Tag auf Parkplätzen abstellen. Der Ordnungsdienst werde die Parkscheiben kontrollieren, kündigte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner an.

 

Busfahren für einen Euro

an drei Adventssamstagen

Die Stadtwerke-Tochter Hof-Bus setzt noch einen drauf und erfüllt einen Antrag der Stadtrats-SPD: An besagten drei Samstagen kostet eine Fahrt mit dem Stadtbus nur einen Euro. Zudem werden die Busse sowie einzelne zentrale Haltestellen weihnachtlich dekoriert, wie OB Fichtner sagte. Die Ein-Euro-Aktion hatte sich bereits während des Volksfests bewährt. "Eine Chance für Hof-Bus" erkannte der Rathauschef darin. Eine Chance, das Image aufzupolieren, vor allem.

Das hat offenbar auch der Stadtwerke-Chef Jean Petrahn eingesehen. Nach Schilderung mehrerer Räte hatte er in einer Aufsichtsratssitzung noch erklärt, günstige Busfahrten in der Adventszeit kämen nicht in infrage. Ob er allerdings auch vom spontanen Vorschlag der FAB-Fraktionschefin Gudrun Bruns angetan ist, wird sich zeigen. Sie regte an, dass sich die Busfahrer im Dezember wahlweise als Nikolaus, Engel oder Christkind verkleiden sollten.

 

Sorge um Attraktivität

der Altstadt im Advent

"Einen hab’ ich noch", sagte SPD-Fraktionschefin Eva Döhla in der Fragestunde. Ihr ging es darum, wie sich die Altstadt in der Zeit bis Weihnachten präsentiert. Der Bauzaun am ehemaligen Kaufhof sei schon etwas dekoriert worden. Ein Dorn im Auge sind ihr aber die großen Werbebanner an der Skihütte. Diese seien "in den schrillsten Farben" gehalten und vermittelten gerade am Eingang zur Fußgängerzone "keine passende Weihnachtsmarkt-Atmosphäre". OB Fichtner antwortete, es handle sich um keine ortsfremde Werbung; deshalb seien die Banner wie schon in den Vorjahren nicht genehmigungspflichtig.

 

Innenstadt soll frei

von Wahlplakaten bleiben

Eigentlich ging es um etwas anderes: Die SPD-Fraktion hatte beantragt, Hohlkammer-Werbeplakate aus Kunststoff zu verbieten. Doch die Antwort aus der Verwaltung war eindeutig: "Für ein Verbot gibt es keine Rechtsgrundlage", sagte Stadtdirektor Franz Pischel. Es sei lediglich ein freiwilliger Verzicht möglich.

Aus der Diskussion ergab sich dennoch eine Entscheidung zu den Plakaten: Politische Werbung in der Kernstadt soll künftig nicht mehr zulässig sein. Der Ausschuss gab der Verwaltung einstimmig den Auftrag, eine entsprechende Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung am 12. Dezember zu erarbeiten. Bisher gilt das Verbot nur für die Altstadt.

Hintergrund: Vor der Bundestagswahl 2017 brach eine wahre Flut von Plakaten über die Innenstadt herein. "Zehn Parteien und dann noch zwei Zirkusse - es war der Wahnsinn", sagte der Oberbürgermeister. Vor der Kommunalwahl am 15. März 2020 sei Ähnliches oder sogar Schlimmeres zu befürchten. Dies zumal vor sechs Jahren allein für die CSU 145 Plakatstandorte im Stadtgebiet genehmigt wurden.

Aus der CSU kam denn auch der Vorstoß, diesmal anders vorzugehen. CSU-Rat Jürgen Knieling berichtete aus Gesprächen mit Händlern und Gastronomen; deren Appell lautete: "Pflastert uns die Kernstadt nicht zu." Einen Antrag hatte die Fraktion bereits entworfen. Nun kam ihr der Ausschuss zuvor.

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Jan Fischer

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Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
18:28 Uhr

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Jan Fischer

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19. 11. 2019
18:28 Uhr



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