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Hof

Probleme mit schwänzenden Berufsschülern

Am Berufsschulzentrum in Hof haben die Verantwortlichen immer mehr mit Schulverweigerern zu kämpfen.



Hof - Manche der noch schulpflichtigen Jugendlichen nehmen dafür hohe Bußgelder in Kauf - bei einigen summiert sich der Betrag sogar auf 2800 Euro. Auch die Zahl junger Leute ohne Abschluss ist wieder leicht angestiegen. Davon berichtete Edith Franz, Leiterin des Beruflichen Schulzentrums in Hof, in der Sitzung des Berufsschulzweckverbands am gestrigen Dienstag im Landratsamt.

Edith Franz bohrt in vielen Fällen persönlich nach bei den Familien: Wie sie erzählt, kommt dann oft heraus, dass die Großeltern das Bußgeld für die schulschwänzenden Enkel begleichen: "Viele haben vielleicht Schuldgefühle, weil die Eltern versagt haben", sagt die Schulleiterin.

Die Schulpflicht endet nicht immer mit dem Ausscheiden aus der Mittelschule. Viele junge Leute sind auch danach schulpflichtig und besuchen etwa die Berufsschule. Wenn sie sich dort dem Unterricht verweigern, haben sie später kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Dazu passt eine andere Beobachtung: Die Zahl der Schüler ohne Abschluss ist wieder leicht angestiegen. Noch vor elf Jahren gab es laut Edith Franz in Stadt und Landkreis Hof rund 800 junge Leute ohne Abschluss: "Darunter waren auch viele gute Schüler, die heute leicht auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar gewesen wären, aber damals keine Stelle gefunden haben." Zuletzt waren nur noch 50 bis 60 Jugendliche ohne Abschluss, nun liegt die Zahl laut Edith Franz bei etwa 70 Schülern. Obwohl es noch Hunderte freie Ausbildungsplätze gibt, wie die Berufsschulleiterin betont, sind die meisten dieser jungen Leute nicht vermittelbar.

Hintergrund für ihre Ausführungen war die Frage aus dem Gremium, wie sich die ausländischen Schüler entwickeln. Die Berufsschule bietet auch Deutschklassen für Flüchtlinge und andere schulpflichtige Kinder ohne Sprachkenntnisse an. Etwa ein Viertel stammt laut Edith Franz aus dem EU-Ausland. Nach dem Deutschunterricht besuchen die jungen Leute die Berufsvorbereitungsklasse, in dem sie ganz praktisch auf das Leben in Deutschland vorbereitet werden. Dann starten sie ins Berufsjahr mit drei Tagen Schule und zwei Tagen im Betrieb. Edith Franz betonte, dass die jungen Leute am Ende in der Regel auf dem Stand der deutschen Jugendlichen sind. Ausländische Jungs entscheiden sich laut Franz oft für einen Beruf im Kfz-Bereich, Mädchen interessieren sich oft für den Friseurberuf und das Bäckerhandwerk.

Schulschwänzer hingegen kommen meist aus den Reihen einheimischer Schüler, sagte Edith Franz: "Es gibt eine sehr hohe Zahl von deutschen Schulverweigerern." Aber auch in ausländischen Familien fehle manchmal den Eltern das Verständnis, wenn ihr Nachwuchs mit 16 oder 17 Jahren noch die Schulbank drücken muss. Andrea Hofmann

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Veröffentlicht am:
26. 11. 2019
20:10 Uhr

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26. 11. 2019
20:10 Uhr



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