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Räte plädieren für Neubau

Im Frühjahr soll es zum Abriss der Brücke am Mittleren Anger in Hof kommen. Doch was passiert danach? Und kann sich die Stadt eine neue Brücke leisten?



Seit August 2018 ist die Brücke am Mittleren Anger gesperrt. Sie ist einsturzgefährdert.
Seit August 2018 ist die Brücke am Mittleren Anger gesperrt. Sie ist einsturzgefährdert.   Foto: Jochen Bake

Hof - Die Brücke am Mittleren Anger wird wohl keinen weiteren Sommer überstehen. "2020 muss der Abriss kommen", sagte Herbert Groh, Leiter des Fachbereichs Hoch- und Tiefbau, den Stadträten im Bauausschuss. Der Abbruch des einsturzgefährdeten Bauwerks bringt wieder Bewegung in die lange stockende Angelegenheit. Bekanntlich ist die Brücke seit August 2018 gesperrt; hohe Gitter lassen nicht einmal Fußgängern den Zutritt. Nun also der Abriss, vermutlich im Frühjahr. Und danach sollen die Planungen für einen Neubau beginnen - das zumindest ist der erklärte Wille der Räte.

Gut zu wissen

Der Abbruch der Brücke bringt voraussichtlich Kosten von 450 000 Euro mit sich.

Vorarbeiten für die Ausschreibung kosten rund 70 000 Euro.

Würde man nur eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer bauen, müsste die Stadt Hof dafür 360 000 Euro ausgeben und auch allein

schultern.

Die Kosten für Planung und Neubau einer vollwertigen Brücke belaufen sich auf 2,25 Millionen Euro. Allerdings gibt es dafür Fördermittel vom Freistaat.

 

Die Ausschussmitglieder entschieden sich - bei einer Gegenstimme von Dr. Klaus Schrader (Grüne) - für den Bau einer vollwertigen Verkehrsverbindung. Und möglicherweise entsteht sogar noch ein Radweg unter der Brücke. Wichtigstes Argument: Für den Neubau einer Brücke, über die auch Autos rollen können, gibt es staatliche Zuschüsse, der Fördersatz beträgt 80 Prozent. Bei der Stadt bleibt ein Eigenanteil von 810 000 Euro. Würde man nur eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer errichten, könnte die Stadt hingegen auf keinen Fördertopf zugreifen. Die Kosten von rund 880 000 Euro müsste sie komplett selbst tragen.

 

In jedem Fall stellt sich die Frage, die CSU-Fraktionschef Wolfgang Fleischer aufwarf: "Wie bekommen wir 800 000 Euro im Haushalt unter?" Zwar gehe es beim Neubau eher um den Finanzplan für die Jahre von 2021 an, aber die Finanzierung müsse gesichert sein. Zumal Stadtkämmerer Peter Fischer darauf hinwies, dass der Stadt eine Netto-Neuverschuldung strengstens untersagt ist. Eine Erhöhung des Schuldenstands hätte zur Folge, dass Hof Stabilisierungshilfen zurückzahlen müsste.

"Wir treffen hier eine Entscheidung über die Variante, mit der Finanzierung muss sich der Hauptausschuss befassen", sagte Rainer Kellner (SPD). Der Beschluss läute die Planungsphase ein. Wann der Neubau realisiert werden könne, sei unklar. "Das wird sich schon zwei bis drei Jahre hinziehen."

Rainer Kellner wunderte sich, dass die teuerere Variante "Fußgängerbrücke" überhaupt zur Auswahl stand: "Damit wären wir schnell ins Fernsehen gekommen." So aber hat nur ein Stadtratsmitglied vielleicht die Chance auf einen TV-Auftritt: Klaus Schrader, der für die kleine, aber kostenintensive Lösung votierte. "Ich habe es nie vermisst, mit dem Auto über die Brücke zu fahren", betonte er und stellte die Dringlichkeit eines Neubaus inklusive Radweg infrage. Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner hielt ihm entgegen: "Die Brücke hatte immer eine Verkehrsbedeutung." Als "langfristig beste Lösung" bezeichnete FAB-Fraktionschefin Gudrun Bruns den Neubau der Brücke für alle Verkehrsarten. Sie zeigte sich sicher, dass die Saaleauen davon profitieren würden.

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Jan Fischer

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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
19:44 Uhr

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Jan Fischer

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07. 11. 2019
19:44 Uhr



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