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Hof

"Raufen nach Regeln" als Therapie

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden heute unter psychischen Krankheiten. Hilfe finden sie seit zehn Jahren in der Tagesklinik auf dem Gelände des Sana-Klinikums in Hof.



Daniel Frank arbeitet als Stationsleiter in der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die seit zehn Jahren auf dem Gelände des Sana-Klinikums Hof angesiedelt ist. Er gilt als die gute Seele des Hauses. Seine Chefin, Oberärztin Dr. Stephanie Steinmann, sagt über ihn: "Der Satz, der uns hier alle beruhigt, wenn es wieder mal drunter und drüber geht, heißt: Frag Daniel!" Mehr Fotos von der Tagesklinik gibt es im Internet: www.frankenpost.de . Fotos: Jochen Bake
Daniel Frank arbeitet als Stationsleiter in der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die seit zehn Jahren auf dem Gelände des Sana-Klinikums Hof angesiedelt ist. Er gilt als die gute Seele des Hauses. Seine Chefin, Oberärztin Dr. Stephanie Steinmann, sagt über ihn: "Der Satz, der uns hier alle beruhigt, wenn es wieder mal drunter und drüber geht, heißt: Frag Daniel!" Mehr Fotos von der Tagesklinik gibt es im Internet: www.frankenpost.de . Fotos: Jochen Bake   » zu den Bildern

Hof - Immer mehr Erwachsene kommen nicht mit den Herausforderungen der modernen Zeit und Arbeitswelt zurecht. Die Zahl der Burn-out-Diagnosen steigt von Jahr zu Jahr - und stellt Einrichtungen wie die Bezirksklinik Rehau vor große Herausforderungen. Doch der stressige Alltag macht auch vor Kindern und Jugendlichen nicht halt. Auch hier gibt es immer mehr psychische Erkrankungen und Störungen, mit denen Betroffene und deren Familien überfordert sind. Hilfe finden junge Patienten in der Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie auf dem Gelände des Sana-Klinikums Hof. Jetzt hat die Einrichtung ihren zehnten Geburtstag gefeiert.

Gut zu wissen

Die Tagesklinik und Ambulanz in Hof sind Teil der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, kurz GeBO, und werden als Außenstelle des Haupthauses in Bayreuth geführt.

Versorgt werden hier vorwiegend Kinder, aber auch Jugendliche aus den Landkreisen Hof und Wunsiedel im Alter zwischen fünf und 17 Jahren.

Die Tagesklinik bietet zwölf Behandlungsplätze. Die Patienten sind von Montag bis Freitag in der Klinik; nachts sowie an den Wochenenden und Feiertagen sind sie zu Hause bei ihren Familien.

Für die Aufnahme in die Klinik gibt es generell Wartezeiten - die Klinik ist stets voll "ausgebucht". Die Behandlungsdauer ist unterschiedlich und an die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angepasst.

Neben Ärzten kümmern sich Psychologen, Ergotherapeuten, Pflegekräfte und Erzieher um die Patienten.

 

Psychiatrische Behandlung, Ergotherapie, lebenspraktisches Training, aber auch Hausaufgabenbetreuung, fröhliche Ausflüge und sogar "Raufen nach Regeln" - auf der Liste, was die Tagesklinik alles bietet, steht eine ganze Menge. Aber wie geht das zusammen, wenn Fünfjährige Seite an Seite mit 17-Jährigen gesund werden sollen? So breit ist nämlich das Alterspektrum der Patienten. "Viel besser, als man denkt", findet Stationsleiter Daniel Frank. Wie in einer Familie auch lernen die Kleinen im Alltag viel von den Großen - und umgekehrt. Bis auf wenige Ausnahmen, etwa wenn das Schuljahresende naht und der Leistungsdruck in der Schule steigt, sei die Tagesklinik aber vor allem mit jüngeren Kindern ausgelastet.

10.11.2019 - Institutsambulanz am Hofer Sana-Klinikum - Foto: FP Online-Redaktion Jochen Bake

Institutsambulanz am Hofer Sana-Klinikum
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Institutsambulanz am Hofer Sana-Klinikum
Institutsambulanz am Hofer Sana-Klinikum
Institutsambulanz am Hofer Sana-Klinikum

 

Das soll sich in Zukunft ändern, sagte Dr. Stephanie Steinmann in ihrer Jubiläums-Ansprache. Vor großem Publikum, darunter viele ehemalige Mitarbeiter, erzählte die Leitende Oberärztin von den "wilden und aufregenden" Anfängen in Hof und von den Herausforderungen einer Außenstelle "ohne die Annehmlichkeiten des Haupthauses in Bayreuth". Sie muss es wissen, denn sie kennt beides. Mehrfach die Woche pendelt sie über die A 9 zwischen beiden Standorten. In einigen Bereichen habe Hof die Nase aber auch vorn, sagte sie mit einem Augenzwinkern: "Etwa wenn es ums Kochen geht." In der kleinen Küche kochten die jungen Patienten und ihre Betreuer mit einfachen Mitteln tolle Gerichte. Dennoch seien die beiden Standorte eng verzahnt, zum Beispiel in der fallbezogenen Zusammenarbeit.

Steinmann ging auch auf die Institutsambulanz ein, die als eine Art Praxis in die Tagesklinik integriert ist: "Es ist zwar die kleinste ihrer Art in Bayern, aber es gibt sie." Hier finden betroffene Familien kurzfristig Hilfe, und hier findet unter anderem auch die Nachsorge statt. "Die ist nach einer langen Zeit der intensiven Therapie natürlich wichtig."

Bezirkstagsvizepräsident Dr. Stefan Specht erinnerte in seinem Grußwort an den "langen Weg bis zur Einweihung vor zehn Jahren". Sechs Jahre seien von der Bedarfsanerkennung bis dahin vergangen - in seinen Augen ein "Musterbeispiel für Politik", wo das beharrliche Bohren dicker Bretter das A und O sei.

Der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner bezeichnete die Tagesklinik als Glücksfall für Hof und lobte die Arbeit des Teams: "Es ist doch das Schönste, was passieren kann, wenn man ein Kind seelisch gesund entlassen kann."

Abschließend gab Oberarzt Michael Nürnberger einen Überblick, was das Haupthaus, das Bezirkskrankenhaus in Bayreuth, alles für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen leisten kann. Anders als in den Tageskliniken werden die Patienten hier stationär aufgenommen. "Manchmal ist das der bessere Weg, etwa wenn sie akut suizidgefährdet sind." Auch für Bayreuth habe der Bezirk Oberfranken den wachsenen Bedarf erkannt: Gerade sei man dabei, die Zahl der stationären Plätze deutlich aufzustocken.

Autor
Susanne Glas

Susanne Glas

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Veröffentlicht am:
11. 11. 2019
00:00 Uhr

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Autor
Susanne Glas

Susanne Glas

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Veröffentlicht am:
11. 11. 2019
00:00 Uhr



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