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Schreiben lernen von den Profis

Ein weißes Blatt Papier bedeutet Freiheit: In der Schreibwerkstatt von "Demokratie leben" lernen Nachwuchs-Autoren das Handwerk.



Leonhard F. Seidl (hinten links) und Roland Spranger (hinten rechts) erklären den Nachwuchs-Autoren, wie die Profis ihre Bücher schreiben. Foto: Kaupenjohann
Leonhard F. Seidl (hinten links) und Roland Spranger (hinten rechts) erklären den Nachwuchs-Autoren, wie die Profis ihre Bücher schreiben. Foto: Kaupenjohann  

Hof - Manchmal machen sich Ideen einfach selbstständig und schon steckt man mittendrin in einer tollen Geschichte. Wie man diese Geschichten dann auch zu Papier bringen kann, war das Thema der Schreibwerkstatt, die auf eine Initiative des Vereins gegen das Vergessen und mit Unterstützung des Bundesprogramms "Demokratie leben" sowie des Fördervereins der Stadtbücherei Hof am Mittwoch stattfand. Unter Leitung der Schriftsteller Leonhard F. Seidl und Roland Spranger konnten Kinder und Jugendliche einen ganzen Tag lang an eigenen Texten arbeiten oder sich erklären lassen, wie bei den beiden Profis Texte entstehen.

Die Autoren

Roland Spranger ist Autor, Schauspieler und Regisseur. Er veröffentlichte bislang drei Romane und brachte verschiedene Theaterarbeiten zur Aufführung. Mit dem Friedrich-Glauser-Preis erhielt er 2013 einen der wichtigsten Krimipreise im deutschsprachigen Raum. Roland Spranger lebt und arbeitet in Hof.

Leonhard F. Seidl arbeitet als Sozialpädagoge, Dozent für Kreatives Schreiben, Journalist, Biograf und freier Autor. Sein Romandebüt gab er 2011 mit dem Buch Mutterkorn, das für den Förderpreis zum August-Graf-von-Platen-Preis nominiert wurde. Seitdem veröffentlichte er drei weitere Kriminalromane.


Eigentlich sind sie fast schon Kollegen, Cora und die beiden Krimiautoren, denn auch Cora schreibt leidenschaftlich gern Kriminalgeschichten. Die Ideen dazu bekommt sie oft von ihren Mitschülern: "Ich bastle aus den Vorschlägen dann eine Geschichte und so entsteht ein Klassenkrimi", erzählt die Schülerin, deren Lieblingsautorin Rita Falk ist. "Ich habe von ihr auch immer ein paar Hörbücher auf dem Handy." Selbst Schriftstellerin werden möchte sie aber dennoch nicht: Cora träumt von einer Karriere als Architektin. Tiergeschichten sind hingegen Antonias Metier: "Am liebsten schreibe ich über Pferde", erzählt sie. Obwohl sie leider kein eigenes Pferd habe, gehe Antonia sehr gerne zum Reiten: "Daher kommen dann auch meine Ideen."

Woher ihre Ideen kommen, kann Milena gar nicht sagen. "Die sind einfach da", lacht die Elfjährige, die gerne Fantasy-Geschichten zu Papier bringt. "Manchmal schreibe ich aber auch einen Film weiter, der mir gut gefallen hat." Zuletzt waren es die Chroniken von Narnia, in deren Welt Milena ihre Geschichten hat spielen lassen. So unterschiedlich die Lieblingsgenres der Mädchen sind, in einem sind sie sich einig: Schreiben macht richtig Spaß!

Dass die Teilnehmer Spaß haben, ist auch das erklärte Ziel der beiden Kursleiter und deswegen sind Zwang und Druck in der Schreibwerkstatt fehl am Platz: "Wir freuen uns sehr, wenn jemand etwas vorlesen möchte", betont Leonhard F. Seidl. "Aber niemand muss, hier ist alles freiwillig." Seidl und sein Kollege kennen die Hemmungen, einen eigenen Text vor Publikum vorzutragen, aus eigener Erfahrung. Die beiden Profis wissen mit Lampenfieber zwar umzugehen, aber: "Die Kinder sollen nicht schon beim Schreiben im Hinterkopf haben, dass sie das Geschriebene gleich vortragen müssen."

Nach einer Kennenlernrunde, bei der die Teilnehmer spielerisch berichten, warum sie schreiben, was sie schon geschrieben haben und warum sie an der Schreibwerkstatt teilnehmen, geht es auch schon los. Mit verschiedenen Spielen und Übungen können die Kinder ihr Talent entdecken und erste Texte zu Papier bringen. Leonhard F. Seidl und Roland Spranger stehen dabei zur Verfügung. Für Seidl bedeutet Schreiben unmittelbare Freiheit: "Auf dem Papier kann man tun, was man möchte", so der Schriftsteller. "Außerdem kann das Schreiben in Krisenzeiten eine wichtige Ressource darstellen." Fragt man die beiden Autoren, welche Eigenschaften ein Schriftsteller unbedingt besitzen sollte, sind sie sich sofort einig: "Ausdauer und Disziplin", lacht Spranger. Gerade bei der Arbeit an einem Roman sei es wichtig, nicht vorschnell aufzugeben. Bis in den Nachmittag hinein feilen die 15 Kinder begeistert an ihren Texten. Und wer weiß? Vielleicht hat ja tatsächlich ein künftiger Bestsellerautor gerade in der Hofer Stadtbücherei seine ersten Schritte gewagt.

Autor

Carmen Brendel
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Veröffentlicht am:
23. 11. 2017
18:06 Uhr

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Carmen Brendel

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Veröffentlicht am:
23. 11. 2017
18:06 Uhr



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