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Hof

Schüler lotsen Schüler durchs Internet

Medienscouts an Schulen helfen Mitschülern, am Computer nicht zum Opfer zu werden. Mit dabei: die Realschule und zwei Gymnasien in Hof.



Nach der Übergabe der Zertifikate durch Landrat Dr. Oliver Bär und Alfons Hrubesch (hinten, von links) stellen sich die Medienscouts mit ihren Lehrkräften und Mitarbeitern der Opferhilfe zum Erinnerungsfoto. An der Aktion der Oberfränkischen Opferhilfe beteiligten sich das Schiller-Gymnasium, das Jean-Paul-Gymnasium und die Realschule, alle Hof, sowie die Realschule Wunsiedel.	Foto: R.D.
Nach der Übergabe der Zertifikate durch Landrat Dr. Oliver Bär und Alfons Hrubesch (hinten, von links) stellen sich die Medienscouts mit ihren Lehrkräften und Mitarbeitern der Opferhilfe zum Erinnerungsfoto. An der Aktion der Oberfränkischen Opferhilfe beteiligten sich das Schiller-Gymnasium, das Jean-Paul-Gymnasium und die Realschule, alle Hof, sowie die Realschule Wunsiedel. Foto: R.D.  

Hof/Landkreis - Die Opferhilfe Oberfranken (OHO) macht mit Schülern, die zu ehrenamtlichen Medienscouts ausgebildet wurden, gegen den Missbrauch des Internets mobil. Diese gehen an ihren Schulen vor gegen Cybermobbing, illegale Film- und Musikdownloads, Gewaltvideos auf dem Handy sowie das unberechtigte Hochladen von urheberrechtlich geschützten Fotos und Videos. Unter ihnen Schüler der Hofer Realschule und des Schiller- und Jean-Paul-Gymnasiums aus Hof.

Landrat Dr. Oliver Bär und Alfons Hrubesch, Vorsitzender der OHO, haben mit einem Festakt im Sitzungssaal des Landratsamtes die ehrenamtliche Arbeit von 70 Schülern aus zwei Hofer Gymnasien und der Realschule sowie der Wunsiedler Realschule gewürdigt. Sie sind die ersten Medienscouts in Nordbayern.

Die jungen Menschen können als Bindeglied Erfolg haben, weil sie auf Augenhöhe agieren. Diese Aufgabe übernehmen, unterstützt von Lehrern, ältere Schüler, die so Sozialkompetenzen erwerben. Der Schwerpunkt der Ausbildung der Medien-
scouts liegt bei Internet und Sicherheit, sozialen Medien wie Facebook, Handys und Smartphones sowie Computerspielen, Spielesucht und ihren Folgen. Dazu kommen noch sexuelle Gewalt, Gefahren des Islamismus, Kommunikationstraining sowie Sozial- und Beratungskompetenz und Vernetzung, wenn einmal Hilfe benötigt wird.

Ein Beispiel gibt Lilly Weise. Die Hoferin geht in die elfte Klasse des Jean-Paul-Gymnasiums. Sie sei vom Lehrer angesprochen worden, ob sie nicht mitmachen wolle. "Mich hat das Thema interessiert, deshalb habe ich mich gemeldet." Aktiv geworden seien sie und ihre Kollegen bei den Mitschülern in den fünften Klassen mit Infos über "Whatsapp" und soziale Medien. In der siebten Klasse gab es einen Videovortrag. Lilly Weise: "Wenn mir etwas auffällt, werde ich meine Mitschüler ansprechen."

Zuvor griff Hrubesch die Auswirkungen von Cybermobbing in der Schule auf. "Es ist schlimm, was den betroffenen Leuten passiert", sagte er. Deshalb sei es notwendig, junge Medienscouts zu haben, die Ansprechpartner für Mobbingopfer in den Schulen sind. Das Konzept gehe auf, bislang habe es im Bereich Hof keinen einzigen Fall gegeben, den die Justiz verfolgen musste.

Landrat Dr. Oliver Bär wandte sich als Landrat, Medienrat und Vater an die jungen Leute. Er griff das Phänomen des Social-Media-Onlinespiels "Blauer Wal" in Russland auf. Dort würden Kinder über Mutproben bis in den Selbstmord getrieben. Hundert tote Jugendliche soll es schon gegeben haben. "Als Vater dreier Kinder frage ich mich: Wie kann das passieren?" Er habe festgestellt, auch über seine Kinder nicht alles zu wissen. Bär: "Wir bekommen als Eltern nicht das mit, was in der Schule passiert." Wichtig sei es deshalb, dass es Gleichaltrige gebe, die als Medien-
scouts die Verantwortung übernehmen. Die "Auf-Augenhöhe-Methode" sei zur Gefahrenabwehr etwas Besonderes. "Niemand hat mehr Erfahrung als der Schüler selbst."

—————

Weitere Informationen auf www.opferhilfe-oberfranken.de

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Ronald Dietel

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Veröffentlicht am:
21. 02. 2019
18:46 Uhr

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Ronald Dietel

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21. 02. 2019
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