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Hof

Schuster kommt doch

Der Präsident des Zentralrats der Juden will unbedingt nach Hof kommen, um den lokalen Kampf gegen Antisemitismus auszuzeichnen. Jetzt gibt es einen Termin. Und Theater.



Dr. Josef Schuster
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Hof - Am Mittwoch, 5. Februar, bekommt Hof Besuch von einem Herrn, der kürzlich aufgrund höherer US-amerikanischer Gewalt wieder hatte absagen müssen: Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, kommt nach Hof. Wie berichtet, hatte er jüngst wegen eines Treffens mit US-Außenminister Pompeo absagen müssen. Im Februar wird er im Rathaus Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner treffen und sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Danach geht es weiter ins Theater, wo drei Punkte auf dem Besuchsprogramm stehen, die in den vergangenen Wochen für viel Furore gesorgt hatten.

Im Foyer wird für den Besuch eine Ausstellung von Schüler-Werken zusammengestellt. Wie berichtet, hatte kürzlich die Hermann-und-Bertl-Müller-Stiftung Preise für einen Schülerwettbewerb zum Thema Antisemitismus verliehen. Zehn Beiträge waren von Hofer Schulen eingereicht worden, einer davon so spannend wie der andere - Auszüge daraus werden im Februar nochmals präsentiert.

"Anschließend steht ein Gespräch mit Hofer Schülern an", erklärt Stiftungsvorsitzende Dr. Gisela Strunz. Für ihre Mitstreiter und sie drückt der Schuster-Besuch eine Ehre aus, wie sie kaum größer hätte ausfallen können: Der Würzburger Internist, der aus aktuellen Anlässen derzeit regelmäßig in allen Medien zu sehen ist, ist der höchste Repräsentant der jüdischen Kultur in Deutschland und Vizepräsident des jüdischen Weltkongresses. Sein Terminplan ist eng gestrickt; auch die Müller-Stiftung musste binnen Stunden zusagen, ob der Terminvorschlag 5. Februar für einen Hof-Besuch Schusters umzusetzen ist oder nicht. Dass es klappt, hat auch mit dem dritten Programmpunkt an jenem 5. Februar im Theater zu tun.

Im Theater-Studio zeigt eine Projektgruppe des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums ihren Beitrag zum Schülerwettbewerb: eine literarische, musikalische und künstlerische Annäherung an das Schicksal der Hofer Familie Franken, die von den Nazis vertrieben oder deportiert wurde. Die Schüler haben daraus einen gesamten Abend gestaltet, den sie in Gänze bereits, wie berichtet, am "Reinhart" aufgeführt hatten, und den sie in Auszügen zur Preisverleihung und zur Mahnwache an der Synagoge gezeigt haben. "Die Rückmeldungen, die wir jeweils dazu bekommen haben, haben uns dazu veranlasst, den Abend noch einmal aufzuführen", erklärt Konrektor Thomas Stelzer. Das Theater Hof habe sich gleich bereit erklärt, dafür seine Studio-Türen zu öffnen. Zudem: Es wird nicht nur eine, sondern sogar zwei Aufführungen geben.

Am 5. Februar sieht sich Josef Schuster mit seinen Gastgebern das Projekt an; bereits am 27. Januar - dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - gibt es die erste Vorstellung. Wo und wie es Karten dafür gibt, gibt die Schule noch bekannt. Dafür kam die erfreuliche Nachricht vom Schuster-Besuch in diesen Tagen einfach zu überraschend.

Autor
Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
21. 11. 2019
19:02 Uhr

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
21. 11. 2019
19:02 Uhr



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