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Hof

Schwester fordert neue Kirche

Auf Augenhöhe mit den Menschen sollte die katholische Kirche sein. Schwester Katharina Ganz kämpft für dieses Ziel.



Hof - Die katholische Kirche kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Mit der Ankündigung von Kardinal Marx, nicht mehr für den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz kandidieren zu wollen, scheint ein Reformwilliger zu resignieren. Da passte die Veranstaltung "Braucht es die Kirche noch? - und wenn ja, welche?" vor dem Katholischen Frauenbund Hof gut ins aktuelle Geschehen.

Wie eine Bombe schlug diese Nachricht auch bei der Referentin, Schwester Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen und promovierte Theologin ein. Die Ordensschwester wirkt charismatisch, charmant und kompetent, und hat sich ganz der Aufgabe verschrieben, die Kirche zu reformieren. Sie war kürzlich als ins Gremium Berufene bei der Eröffnungsfeier zum "Synodalen Weg", einer tiefgreifenden Reformbewegung in der deutschen katholischen Kirche, im Frankfurter Dom dabei.

Ihre erste Frage "Brauchen wir die Kirche noch?" beantwortet sie mit einem klaren Ja. Wenn Kirche heute noch für die Menschen Bedeutung haben solle, so müsse sie allerdings zeitgemäß, geschwisterlich und auf Augenhöhe mit den Menschen sein. Sie müsse die befreiende Botschaft Jesu erfahrbar machen, Tradition und Innovation nicht als Gegensatz sehen, kurzum, eine Kirche, der es um mehr geht als um sich selbst.

Ihre zweite Frage "Welche Kirche brauchen wir?" zielte auf verkrusteten Strukturen und wenig demokratischen Organisationsformen der katholischen Kirche; sie sprach dabei auch Missbrauchsfälle, Machtmissbrauch, Sexualmoral und die Stellung der Frau an.

Ausführlich referiert Schwester Katharina Ganz über Historie und Struktur des in Deutschland angestoßenen "Synodalen Wegs", einem Gesprächsprozess über Reformen innerhalb der katholischen Kirche, der von der deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) im März 2019 beschlossen worden war. Für Kardinal Marx sei dieser Weg ein "Experiment", das ohne "Blockierungen des Denkens, wenn man sich der freien und offenen Debatte stellt" sein soll und bei dem man bereit ist, neue Positionen zu beziehen.

Die Satzung beinhaltet vier Themenschwerpunkte:

• Macht und Gewaltenteilung in der Kirche - gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag

• Priesterliche Existenz heute

• Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche

• Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft

Die Synodalversammlung ist ein Gremium mit 230 Mitgliedern, bestehend aus deutschen Bischöfen, Vertretern des ZdK und verschiedener innerkirchlicher Gruppierungen und jungen Gläubigen unter 30 Jahren. Ihr Vorsitzender ist gegenwärtig der Münchner Kardinal Reinhard Marx. In vier Foren werden die Themenschwerpunkte diskutiert. Mit einer Zweidrittelmehrheit kann das Gremium Beschlüsse auf nationaler Ebene fassen, für Fragen der Weltkirche ist jedoch Rom zuständig.

Gedämpft werden Schwester Katharinas Erwartungen in den Synodalen Weg immer wieder durch Rückschläge. "Ständig stößt man an eine gläserne Decke", sagte sie. "Da kann nur noch der Heilige Geist helfen, indem er zulässt, dass die Kirche voll gegen die Wand fährt."

Etwa 80 Interessierte hatten sich zu dem spannenden Vortrag eingefunden und anschließend noch ausgiebig Fragen gestellt. Die Vorsitzende des Hofer Frauenbunds, Sieglinde Palitza, betonte, dass auch die Hofer Frauen mit Billigung und Unterstützung durch Pfarrer Hansjürgen Wiedow an der Aktion "Maria 2.0" teilnehmen und so ihre gemeinsame Wertegrundhaltung und ihren Reformwillen ausdrücken.

Autor

Renate Meyer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
19:08 Uhr

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Renate Meyer

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Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
19:08 Uhr



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