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Sehnsucht im Herzen, Schalk im Nacken

Beim Irish Spring Festival herrscht ausgelassene Stimmung. Junge wie gestandene Musiker zeigen, dass keltische Musiktradition vielfältig und lebendig ist.



Die schottische Gruppe "Breabach" holt traditionelle Highland-Musik in die Gegenwart. Megan Henderson ist nicht nur eine ausgezeichnete Geigerin und Sängerin, sie versteht sich auch auf den Stepptanz. Rechts neben ihr sind Gitarrist Ewan Robertson und Bassist James Lindsay zu sehen.	Fotos: Kaupenjohann
Die schottische Gruppe "Breabach" holt traditionelle Highland-Musik in die Gegenwart. Megan Henderson ist nicht nur eine ausgezeichnete Geigerin und Sängerin, sie versteht sich auch auf den Stepptanz. Rechts neben ihr sind Gitarrist Ewan Robertson und Bassist James Lindsay zu sehen. Fotos: Kaupenjohann   » zu den Bildern

Helmbrechts - Mit ihrem Tourbus kommen sie in einem Monat weit herum in Deutschland: Von Waldshut aus erobern sie Hallen, Kirchen und Festzelte in 34 Städten. In Helmbrechts haben sie gut die Hälfte geschafft - jetzt stehen Berlin, Dresden, Leipzig auf dem Plan. Noch sieht man den Akteuren des "Irish Spring Festivals" keine Müdigkeit an. Voll in Fahrt sind sie und beteuern, wie viel Spaß ihnen diese Tournee mache - gerade jetzt, wo alles so "crazy" sei zu Hause. "Wir freuen uns, Schotten und Europäer zu sein", betont in bestem Deutsch Ewan Robertson, Sänger und Gitarrist der Gruppe "Breabach". Die hat sich musikalisch der "Contemporary Scottish Highland Tradition" verschrieben und ist damit auch international unterwegs.

Jung sind die Musiker - und bestens ausgebildet. Lyrisch, fast meditativ mutet ihr Spiel an, auch wenn die beiden Dudelsackbläser Calum MacGrimman und James Duncan Mackenzie ordentlich Klang in den Saal schicken. Abwechselnd greifen sie auch zur Flöte. Dazu kommen Geige, Gitarre und Kontrabass (James Lindsay). "The Winter Wins" heißt eines der Stücke. "Der Winter dauert bei uns elf Monate - da bleibt uns nur, Whisky zu trinken und Musik zu machen", scherzt Robertson. Eindrucksvoll erklingt ein Lied, das die Schönheit der Landschaft um Loch Ness zum Thema hat und die Sehnsucht, dorthin zurückzukehren. Geigerin Megan Henderson singt die Ballade mit weicher Stimme.

Sehnsucht nach der Heimat - das ist ein altes Liedmotiv in der irischen Folk-Musik. Immer wieder trieben Hungersnöte Iren hinaus in die Welt, auch nach Australien und in die USA. Und da die schwere Arbeit und die Sehnsucht nach zu Hause sich am besten ertragen lassen, wenn man in der Kneipe sitzt, singt und Musik macht, gibt es unzählige traurig-feuchtfröhliche Lieder, mit denen die Iren in aller Welt bekannt sind.

Eddie Sheehan und Cormac Doyle singen Emigration-Songs wie "Leaving Tipperary" und "Far Away In Australia” zum Auftakt des Konzerts, und schon nach wenigen Takten klatschen die Zuhörer mit, erste Juchzer werden laut. Bei "Paddy On The Railway" singt man bereits mit, angefeuert von Sheehan und Doyle, die mit Gitarre, Irish Bouzouki, Mundharmonika und Trommel ordentlich Dampf machen.

Alles andere als "old fashioned" geht die junge irische Band "Boxing Banjo" ans Werk. Ihr "High Octane Folk" erinnert zwar an die Tanzhallen-Musik der Roaring Twenties in den USA, ist aber im Heute zu Hause. Das ist Tanzmusik, wild und schwungvoll. Lockenkopf Dara Healy mit dem Knopfakkordeon treibt die Band vor sich her, Joseph McNulty lässt die elektrisch verstärkte Geige in höchsten Tönen schluchzen und begeistert auch noch mit einem Trommel-Solo. Gitarrist Seán O’Meara versteht sich trefflich aufs Singen, Mick Healy spielt das Banjo mit großer Fingerfertigkeit. Und während die wilde Jagd den Bürgersaal aufheizt, taucht auch noch Sandra Ganley auf der Bühne auf, interpretiert den Irish Step Dance auf ihre Weise.

Am Ende, wenn alle Musiker gemeinsam loslegen, sitzt kaum ein Zuhörer mehr. Cormac Doyle springt von der Bühne und schnappt sich eine ältere Lady, wirbelt sie herum, bis ihr Gesicht strahlt. Das "Irish Spring Festival" hat wieder einmal sein Ziel erreicht: Die Menschen in fröhliche Stimmung zu versetzen - egal, was draußen auf sie wartet.

Autor

Lisbeth Kaupenjohann
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Veröffentlicht am:
31. 03. 2019
20:46 Uhr

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Lisbeth Kaupenjohann

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31. 03. 2019
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