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Sprungbrett zur Integration

Seit zehn Jahren gibt es Opstapje in Hof. Bei der Diakonie Hochfranken widmen sich fünf Frauen dem Projekt für Familien.



Ein einfaches Angebot mit großer Wirkung - Opstapje ist ein gutes Beispiel für präventive Jugend- und Familienhilfe. Dahinter stehen mit Überzeugung (von rechts): Leiterin Jasmin Block, Sozialpädagogin Gerda Schatz, die beiden Hausbesucherinnen Gülbahar Yildirim und Eleonore Tutuian sowie, als Frau der ersten Stunde, Ulrike Beck-Iwens.
Ein einfaches Angebot mit großer Wirkung - Opstapje ist ein gutes Beispiel für präventive Jugend- und Familienhilfe. Dahinter stehen mit Überzeugung (von rechts): Leiterin Jasmin Block, Sozialpädagogin Gerda Schatz, die beiden Hausbesucherinnen Gülbahar Yildirim und Eleonore Tutuian sowie, als Frau der ersten Stunde, Ulrike Beck-Iwens.  

Hof - "Wie wertvoll dieses Angebot ist, wird mir bewusst, wenn ich sehe, dass es in einer Familie überhaupt nicht funktioniert: Bildschirmflimmern statt Gespräche, keine Zeit, mal ein Buch anzuschauen." Gerda Schatz, Sozialpädagogin bei der Diakonie Hochfranken, hat den Großteil ihres Berufslebens mit der Beratung von Familien verbracht. In dieser Funktion ist sie, wie es in einer Mitteilung heißt, zuständig für das Projekt "Opstapje - Sprich mit mir", das die Sprachentwicklung von Kindern direkt in der Familie fördert. Auf der Basis von Spielen und Lernen unterstützt es die Eltern bei der Erziehung und hilft bei der Integration.

Das Projekt "Opstapje - sprich mit mir"

Das Problem: Mangelnde Erfahrung oder fehlendes pädagogisches Wissen führen häufig zu Verunsicherung oder Überforderung bei der Erziehung. Besonders in sozial benachteiligten Familien oder bei Eltern mit Migrationshintergrund kann das negative Folgen für das Kind und seine Chancen auf Bildung und Integration haben.

Der Lösungsansatz: Eltern darin stärken, ihre Rolle als erste und wichtigste Lehrer für das Kind selbstbewusst und kompetent anzunehmen. In wöchentlichen Hausbesuchen und bei Gruppentreffen werden die Eltern so unterstützt, dass Entwicklungsdefizite gar nicht erst entstehen.


Seit zehn Jahren gibt es Opstapje (holländisch: Trittstein, Sprungbrett) in Hof, und die Nachfrage von Eltern ist inzwischen größer als die Kapazitäten. Es begann 2007 im Mehrgenerationenhaus (MGH) der katholischen Kirchenstiftung in der Orleansstraße, 2013 wechselte das Projekt mit dem MGH zur Diakonie.

"Man hatte festgestellt, dass Kinder mit Migrationshintergrund, gerade wenn sie keinen Kindergarten besucht haben, sich sprachlich in der Schule schwertun" berichtet Ulrike Beck-Iwens, die das Projekt aufgebaut hat. "Deshalb fördert Opstapje nicht nur die Sprachentwicklung zu Hause, sondern wirbt auch dafür, Kinder bald in eine Kita zu geben."

Die Schlüsselrolle spielen die Hausbesucherinnen. Seit drei Jahren besuchen Gülbahar Yildirim und Eleonora Tutuian die Familien, die einen der Plätze im Programm haben. Etwa für eine halbe Stunde kommen sie jede Woche vorbei - immer mit den die entwicklungsfördernden Opstapje Spiel- und Lernmaterialien im Gepäck. "Auf anderem Wege wäre ich nicht auf diese Bücher und Materialien gekommen. Wir hatten richtig Glück mit Opstapje, es war sehr vorteilhaft für meinen Sohn", erklärt Gülbahar Yildirim. Sie hat vor acht Jahren selbst als Mutter daran teilgenommen. Heute gibt sie ihr Wissen weiter. Sie hat an Schulungen teilgenommen und kann ihre Erfahrungen so direkt von Mutter zu Mutter weitergeben. Die Familien, die sie betreut, stammen aus dem arabischen, aserbaidschanischen und türkischen Sprachraum. Ihre Kollegin Eleonora Tutuian kümmert sich um Familien aus der Ukraine, Rumänien, Italien und Syrien.

"Mit Kindern zu spielen, ist einfach mein Ding. Wenn man gutes Spielzeug hat, wird auch das Sprechen angeregt. Am Ende sprechen auch die Mütter mehr mit den Kindern, das ist ein Erfolg", berichtet sie. Die Kinder genießen die Zeit und die Aufmerksamkeit, die sie erhalten. Dazu kommen die Kontakte untereinander, von denen die Eltern profitieren. Einmal im Monat gibt es Gruppentreffen, oft ist das auch verbunden mit einem Ausflug. "So ein kleines Netzwerk zu bilden, sich auszutauschen, das ist in Erziehungsfragen ganz wichtig", sagt Jasmin Block. Die Erzieherin koordiniert das Projekt. Mit den Hausbesucherinnen bereitet sie vieles vor - und nach. Denn die beiden sind keine pädagogischen Profis und können auch die Probleme in der Familie nicht lösen. Jasmin Block weiß, wie man in diesem Verhältnis zwischen Vertrauen und Auftrag zurechtkommt und ab wann ein Kind eventuell mehr Hilfe braucht, weil etwa seine Entwicklung deutlich verzögert ist. "Wir können Fehlentwicklungen vermeiden und die Integration der Kinder unterstützen."

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21. 08. 2017
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