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Hof

Strategien für neues Leben in alten Mauern

Was tun gegen die vielen Leerstände in der Region? Vielerorts gibt es schon große und kleine Projekte. Nun wollen Hof, Bayreuth und Wunsiedel ihre Kräfte bündeln.



Das Problem leer stehender Gebäude wollen die Landkreise Hof, Wunsiedel und Bayreuth sowie die Städte Hof und Bayreuth gemeinsam angehen - und die Chancen nutzen für Neues wie Gewerbeansiedlungen oder neuen Wohnraum. Symbolfoto: Arne Dedert/dpa
Das Problem leer stehender Gebäude wollen die Landkreise Hof, Wunsiedel und Bayreuth sowie die Städte Hof und Bayreuth gemeinsam angehen - und die Chancen nutzen für Neues wie Gewerbeansiedlungen oder neuen Wohnraum. Symbolfoto: Arne Dedert/dpa   » zu den Bildern

Hof/Landkreis - Stadt und Landkreis Hof gehen von jetzt an gemeinsam mit der Stadt Bayreuth und mit den Landkreisen Wunsiedel und Bayreuth gegen Leerstände vor. Der am Dienstag in Bayreuth unterzeichnete Kooperationsvertrag soll Kräfte bündeln, um Leerstände zu erfassen und mit neuem Leben zu füllen.

Gut zu wissen

Fabian Höhne, der Leerstandsmanager des Landkreises Hof, ist am heutigen Mittwoch Talkgast in der Anrufsendung "Tagesgespräch" bei Bayern 2. Zum Thema "Adieu Tristesse - Wie kommt wieder Leben in die Ortskerne" steht er von 12.05 bis 13 Uhr Moderator Christoph Peerenboom sowie Anrufern Rede und Antwort. Darüber hinaus stellt er das Kooperationsprojekt Leerstandsmanagement vor.

Immobilienbesitzer, die sich über Sanierungsmöglichkeiten, Förderungen oder alternative Maßnahmen informieren möchten, werden gebeten, sich beim dem für sie zuständigen Landratsamt beziehungsweise Rathaus zu melden. Der Service ist für die Bürger kostenlos.

Ansprechpartner für den Landkreis Hof ist Fabian Höhne,

Telefon 09281/57-517; E-Mail

fabian.hoehne@landkreis-hof.de.


Die Region ist überproportional vom demografischen Wandel betroffen. Viele junge Menschen kehren nach ihrer Ausbildung außerhalb nicht zurück, sondern bleiben in Ballungsräumen. So fehlen in vielen Fällen beispielsweise die Nachnutzer bei Familienhäusern. Gravierender wirkt sich der demografische Wandel allerdings bei Geschäfts- und Gewerbeimmobilien aus, von denen in der Region immer mehr leer stehen.

Nun haben sich die Landräte Hermann Hübner aus Bayreuth, Dr. Oliver Bär aus Hof und Karl Döhler aus Wunsiedel sowie die Oberbürgermeister-Kollegen Dr. Harald Fichtner aus Hof und Brigitte Merk-Erbe aus Bayreuth zusammengetan, um das Problem gemeinsam anzugehen. Unter anderem sollen die Leerstände in einer Datenbank erfasst werden; zudem will man Hausbesitzer an die Hand nehmen und über verschiedene Möglichkeiten informieren. Die Kosten für das vorerst bis 2021befristete Projekt belaufen sich auf rund 600 000 Euro, die der Freistaat zu 90 Prozent fördert.

Die Idee, bei der Leerstandsbekämpfung landkreisübergreifend zusammenzuarbeiten, stammt von Fabian Höhne, seit 2017 Leerstandsmanager des Landkreises Hof: "Wir verstehen uns als Dienstleister für Eigentümer leer stehender oder sanierungsbedürftiger Immobilien", sagte er: "Egal ob für Gewerbe- oder Wohngebäude, wir geben Hilfestellung, wenn es darum geht, Gebäude zu sanieren, Fördermöglichkeiten abzuklopfen oder aber auch sanierungswillige Käufer zu finden".

Mit dem Projekt "Leerstandsmanagement" sollen vor allem Eigentümer leer stehender oder sanierungsbedürftiger Immobilien angesprochen und gleichzeitig neue Investoren gewonnen werden.

Dafür gibt es für Interessierte ab sofort kostenlose Beratungsgespräche vor Ort. Dabei können verschiedene Möglichkeiten eruiert und gegebenenfalls auch mit Architekten und Bauingenieuren ausgearbeitet werden. Daneben will man über das Projekt Instrumente entwickeln, um bestehende Leerstände wiederzubeleben und neue zu vermeiden.

Leerstandsmanagement ist ein Mittel, um der Verödung von Ortskernen etwas entgegen zu setzen. Dabei sind viele Kommunen in der Region bereits mit eigenen Maßnahmen aktiv. Auf überörtlicher Ebene arbeiteten bisher die Regionen Bayreuth und Wunsiedel zusammen. Dabei greift man mitunter auch zu ungewöhnlichen Mitteln - denn ein Patentrezept gibt es nicht.

Der Landkreis Wunsiedel hat dabei mit seinem Projekt "Freiraumleben Fichtelgebirge" erste Erfahrungen gesammelt und, wie berichtet, auch in Ballungsräumen wie München große Aufmerksamkeit erregt. Ziel des Wunsiedler Projektes ist die Entwicklung einer Gegenstrategie. Dabei geht es um Nach-, Um- und Zwischennutzungskonzepte. Primäre Zielgruppe ist die heimische Bevölkerung - sie soll gehalten werden. Aber auch junge kreative Menschen, Existenzgründer und umsiedlungswillige Familien und Senioren aus Ballungsregionen wollen die Macher von "Freiraumleben" ansprechen für die Region begeistern.

Autor

Udo Bartsch
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
00:00 Uhr

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Udo Bartsch

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09. 01. 2019
00:00 Uhr



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