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"Talent"-Zug nimmt Fahrt auf

DB Regio Nordostbayern nimmt 22 fabrikneue Elektro-Triebwagen auf dem E-Netz Franken in Betrieb. Bei der Premierenfahrt beweist der Franken-Thüringen-Express Komfort und Spurtstärke.



Bahnchef Uwe Domke von DB Regio Nordostbayern präsentiert den "Talent-2"-Zug: Der Schiebetritt überbrückt den Spalt zum Bahnsteig und ermöglicht einen barrierefreien Zugang.	Fotos: Werner Rost
Bahnchef Uwe Domke von DB Regio Nordostbayern präsentiert den "Talent-2"-Zug: Der Schiebetritt überbrückt den Spalt zum Bahnsteig und ermöglicht einen barrierefreien Zugang. Fotos: Werner Rost   » zu den Bildern

Coburg/Lichtenfels - Auf den elektrifizierten Strecken in Oberfranken beginnt für die Fahrgäste ein neues Kapitel Eisenbahngeschichte. Am 18. September wird um 8.03 Uhr am Bahnhof Bamberg der erste fahrplanmäßige Elektro-Triebwagen der Baureihe ET 442 ("Talent 2") in Richtung Saalfeld abfahren. Vertreter der Medien und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regionalverkehr im Freistaat bestellt und finanziert, haben jetzt während einer Premierenfahrt von Bamberg nach Lichtenfels eines der neuen Fahrzeuge getestet.

Bereits beim Einstieg wird ein neues Qualitätsmerkmal deutlich: Unter den Türen fahren Schiebetritte aus, die den Spalt zwischen dem Fahrzeug und der Bahnsteigkante überbrücken. Der besondere Clou: Die Triebwagen verfügen über zwei verschiedene Einstiegshöhen, um mobilitätseingeschränkten Fahrgästen auf allen Stationen einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen - egal, ob der Zug an einem 76 Zentimeter hohen Fernverkehrsbahnsteig hält oder an einem 20 Zentimeter niedrigeren Regionalverkehrsbahnsteig. Ein Wagenteil bietet mit einer Bordhöhe von 58 Zentimetern und einem auf 57 Zentimeter Höhe ausfahrenden Schiebetritt diese Barrierefreiheit. "An den Stationen mit noch niedrigeren Bahnsteigen erhalten Rollstuhlfahrer eine Anfahrrampe", erklärt Uwe Domke, der Geschäftsführer von DB Regio Nordostbayern.

Im Zug befinden sich große Monitore, die den Zielbahnhof und alle Unterwegs-Stationen anzeigen. Dazu ertönen Lautsprecherdurchsagen in deutsch und englisch. An allen Sitzplätzen stehen den Fahrgästen Laptop-Steckdosen zur Verfügung. Wie Domke erläutert, kommen insgesamt 22 Triebzüge für den Franken-Thüringen-Express zum Einsatz. Die Züge sind fünf-, vier- oder dreiteilig. Im Abschnitt mit dem höchsten Fahrgastaufkommen zwischen Bamberg und Nürnberg werde in der Regel ein fünf- und ein vierteiliger Zug in Doppeltraktion fahren.

Jeder fünf- und vierteilige Triebzug verfügt über drei WCs, von denen eines behindertengerecht ist. Im dreiteiligen Zug steht ein normales und ein Behinderten-WC zur Verfügung.

Bei der Abfahrt verhält sich der Triebwagen ruhig und leise. Dies bestätigt auch der BEG-Qualitätsmanager Thomas Hornung. "Wir sind sehr zufrieden", betont Hornung. "Die Fahrzeuge sind so ausgestattet, wie wir uns das vorgestellt haben", lobt der Experte. Während der Premierenfahrt fährt der Zug auf der geraden Strecke zwischen Bamberg und Lichtenfels bis zu Tempo 150. Die Höchstgeschwindigkeit des Triebzuges liegt bei Tempo 160. Domke beziffert die Leistung des Fahrzeugs auf 3030 Kilowatt (4000 PS). Während der Rückfahrt nach Bamberg weist er den Lokführer an, das Beschleunigungsverhalten vorzuführen. Der Zug verlangsamt die Fahrt, um bald darauf in einem eindrucksvollen Spurt annähernd die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen.

Wie Domke erläuterte, sollen mit den "Talent 2"-Zügen in den kommenden Wochen zunächst die Regionalbahnen mit den alten N-Waggons ("Silberlinge") ersetzt werden. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen die neuen Fahrzeuge die Doppelstockzüge ersetzen. "Bei der Inbetriebnahme neuer Fahrzeuge haben wir immer ein bisschen Herzklopfen", sagt der Bahnchef. Domke zeigte sich optimistisch, dass die Züge, die der Hersteller Bombardier mit einem Jahr Verspätung ausgeliefert hat, auf dem E-Netz Franken zuverlässig fahren werden.

Bei der Inbetriebnahme neuer Fahrzeuge haben wir immer ein bisschen Herzklopfen

Uwe Domke, Geschäftsführer

DB Regio Nordostbayern (Sitz in Hof)


Fahrplankonzept des Franken-Thüringen-Express

Die Züge der Kategorie Regionalexpress (RE) fahren im Stundentakt zwischen Nürnberg, Bamberg, Lichtenfels, Coburg und Sonneberg. Im mittelfränkischen Abschnitt rollen diese Züge immer in Doppeltraktion. In Oberfranken findet abwechselnd in Bamberg und in Lichtenfels eine Zugteilung statt, in der Gegenrichtung nach Nürnberg eine Vereinigung zweier Züge. In Bamberg wird alle zwei Stunden ein Triebwagen nach Würzburg automatisch abgekoppelt. In der Stunde dazwischen erfolgt in Lichtenfels die Abtrennung eines Zugteils über Kronach und Saalfeld nach Jena-Saalbahnhof.

Die Züge der Kategorie Regionalbahn (RB) pendeln stündlich zwischen Bamberg, Lichtenfels und Kronach, wobei jeder zweite Zug über Ludwigsstadt nach Saalfeld weiterfährt. In Bamberg besteht jeweils Anschluss zwischen den RB-Zügen und der S-Bahn nach Nürnberg.

Durch die sukzessive Umsetzung dieses Fahrplankonzeptes entstehen in den kommenden Wochen stündlich umsteigefreie Verbindungen zwischen Kronach und Bamberg sowie zweistündliche Direktverbindungen von Kronach nach Nürnberg.

Fahrgäste aus dem Raum Hof, Bayreuth und Kulmbach erhalten mit den Dieselneigetechnikzügen in Lichtenfels beziehungsweise Bamberg stündlich Anschluss zu den Franken-Thüringen-Express-Zügen.


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Von Werner Rost
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Veröffentlicht am:
12. 09. 2012
00:00 Uhr

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