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Tauben fahren jetzt mautfrei

Die Transportgemeinschaft für Brieftauben hat ein neues Fahrzeug. Das bringt den Taubensportlern einige Vorteile. Großzügige Sponsoren ermöglichten die Investition.



Etwa 30 Brieftaubensportler sind zur Einweihung des neuen Fahrzeugs für die Transportgemeinschaft Oberfranken Ost gekommen. Vorne von links bei der Schlüsselübergabe: Peter Andritzky, Heiko Ruf (beide VR-Bank Münchberg), Bürgermeister Christian Zuber, Vorsitzender Ernst Bergmann, Sponsor Karl-Heinz Böhme und Ulrich Schrickel, Vorsitzender des Regionalverbands.	Foto: Engel
Etwa 30 Brieftaubensportler sind zur Einweihung des neuen Fahrzeugs für die Transportgemeinschaft Oberfranken Ost gekommen. Vorne von links bei der Schlüsselübergabe: Peter Andritzky, Heiko Ruf (beide VR-Bank Münchberg), Bürgermeister Christian Zuber, Vorsitzender Ernst Bergmann, Sponsor Karl-Heinz Böhme und Ulrich Schrickel, Vorsitzender des Regionalverbands. Foto: Engel   » zu den Bildern

Münchberg - Die Brieftauben Transportgemeinschaft Oberfranken Ost hat ein neues Transportfahrzeug. Warum das nötig ist, obwohl das 24 Jahre alte Vorgängerfahrzeug noch in einem guten Zustand ist, erklärte bei der Übergabe des Transporters der Vorsitzende der Transportgemeinschaft (TG), Ernst Bergmann. Der TG gehören etwa 50 Brieftaubenzuchtvereine an.

Beim bisherigen Fahrzeug habe es sich um einen Zwölftonner ohne Schadstoffklassifizierung gehandelt. Eine Umrüstung hätte etwa 12 000 Euro gekostet. Weitere Argumente für ein neues Fahrzeug seien der hohe Treibstoffverbrauch und die hohen Mautsätze gewesen, die bei jeder Fahrt zu bezahlen sind. Außerdem mussten die Fahrer im Besitz eines Führerscheins der Klasse zwei sein. Weil sie ihre Pausen einzuhalten hatten, habe es bei vielen Fahrten zudem zwei Fahrer gebraucht. Somit seien die Transportkosten immer sehr hoch gewesen.

Deshalb habe sich die Gemeinschaft nach Alternativen umschauen müssen. Fündig wurde sie auf der Brieftaubenmesse in Dortmund, wo Fahrzeuge ausgestellt waren. Das neue Gefährt hat nun ein zulässiges Höchstgewicht von 7,5 Tonnen und kann mit dem alten Führerschein der Klasse drei gefahren werden. "Damit bekommen wir leichter geeignete und willige Fahrer." Diese könnten ihre Fahrzeiten frei gestalten, denn der neue Transporter sei von der Maut befreit. In ihm finden etwa 2400 Tauben Platz - optimal für die TG. Leider sei das Reisejahr fast vorbei, doch für das Jungtierreiseprogramm kann das Fahrzeug heuer zum Einsatz kommen.

Weil solch eine Investition viel Geld kostet, hat sich Bergmann viele Gedanken darüber gemacht, welche Quellen er anzapfen könnte. Spontan habe Volkmar Standfest vom Regionalverband seine Unterstützung zugesagt. Stark eingesetzt habe sich auch der Münchberger Bürgermeister Christian Zuber, der auch weitere Kommunen dazu brachte, die Taubenfreunde zu unterstützen. Außerdem habe Landrat Dr. Oliver Bär Unterstützung gewährt, genauso wie die VR-Bank Münchberg und die Firma Böhme aus Rehau. Dieser dankte Bergmann ganz besonders, weil sie der TG seit mehr als 20 Jahren einen Stellplatz für das Fahrzeug gewährt.

Der Brieftaubenzuchtverein Münchberg könne auf eine 112-jährige Geschichte zurückblicken, sagte Bürgermeister Zuber bei der Fahrzeugübergabe. Weil man dafür früher ein entsprechendes Grundstück brauchte und das Hobby auch Geld kostete, hätten es damals meist Geschäftsleute betrieben. Ursprünglich sei die Brieftaube wegen ihrer Orientierungsfähigkeit gezüchtet und sowohl für friedliche Zwecke wie den Wettkampf als auch für kriegerische ein gesetzt worden. Seit vielen Jahrzehnten werde sie nur noch gezüchtet, um damit Wettflüge zu veranstalten. Das Phänomen ihrer Orientierungsfähigkeit sei ein Wunder der Natur und bis heute nicht gänzlich erforscht. Das Hobby sei sehr zeitaufwendig. Wohl auch deshalb sei es schwierig, junge Leute dafür zu begeistern. Zuber wünschte den Züchtern in der TG viel Erfolg.

Ulrich Schrickel, der Vorsitzende des Regionalverbandes, gratulierte zum neuen, modernen Fahrzeug "zur Beförderung unserer Brieftauben". Der Brieftaubensport habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Bei den Vereinen habe man reagiert und sei beim Transport der Tiere näher zusammengerückt. Bis vor zwei Jahren habe der Regionalverband noch zwei Fahrzeuge im Einsatz gehabt. Das sei aber nicht mehr zu finanzieren gewesen. Schrickel zeigte sich erfreut darüber, dass die TG durch gutes Wirtschaften die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen hat, ein neues Fahrzeug anzuschaffen, "ohne dass man die Züchter finanziell in Anspruch nehmen musste". Schrickel dankte dem TG-Vorsitzenden Ernst Bergmann für seine großen Mühen in den vergangenen Monaten. Damit sei der Brieftaubensport in der Region Oberfranken ein Stück zukunftsfähiger geworden.

Heiko Ruf von der VR-Bank Münchberg sagte, man habe den Hilfeschrei der Taubensportler erhört und sei gerne bereit gewesen, das Projekt zu unterstützen. Den Kontakt hatte der VR-Bank-Mitarbeiter Peter Andritzky hergestellt, der mit Brieftauben aufgewachsen ist.

Abschließend segnete Pfarrer Dieter Gläser, selbst Brieftaubenzüchter, den neuen Transporter. Er selbst sei mit zwölf Jahren mit dem "Rennpferd des kleinen Mannes" in Berührung gekommen und könne sich seitdem für das Hobby begeistern. Die Geschichte zwischen Mensch und Tauben sei viele Tausend Jahre alt. Heute gebe es in Deutschland noch 40 000 Züchter. Die Tauben würden ohne Navi aus einer Entfernung von bis zu 1000 Kilometern heim in ihre Schläge finden. Dafür würden die Tiere trainiert und so könnten sie die Strecken mit hoher Geschwindigkeit zurücklegen. Der Reiz der Brieftaubenzucht seien die Wettflüge von April bis September. Die Züchter hätten dabei immer Ehrfurcht gegenüber den Tieren und würden sie auch immer entsprechend versorgen.

Autor

Helmut Engel
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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
20:30 Uhr

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Autor

Helmut Engel

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
20:30 Uhr



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