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Hof

Tschüss Verschwendung, hallo Zukunft!

Knappe Ressourcen, Strudel aus Plastik - die Menschheit müllt den Globus voll. An der Hofer Realschule informiert der Verein Multivision über das Ausmaß.



Artur Altergott
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Hof - Wir verbrauchen mehr, als es die Erde zulässt. Das Klima verändert sich, die Ressourcen werden knapper. Aber jeder kann etwas dagegen tun. Die Schüler der Johann-Georg-August-Wirth-Realschule in Hof erfuhren im Rahmen eines Vortrags des Vereins Multivision allerhand über Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz. Moderator Anton Frisch erklärte den Schülern je nach Klassenstufe altersgerecht, was es damit auf sich hat. Das Projekt "Reduse", dessen Name sich aus den englischen Wörtern "reuse" und "reduce" zusammensetzt, wird von der Hilfsorganisation Oxfam und der Verbraucherzentrale unterstützt. Dass die Bildungsveranstaltung in der Realschule und auch am Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium stattfinden kann, machen auch die Hoftex Group, die VR-Bank Bayreuth-Hof und die Sparkasse Hochfranken als Sponsoren möglich.

Das sagen Schüler

Artur Altergott , 12 Jahre, Klasse 6c:

"Ich finde es schlimm, unter welchen Bedingungen manche Kinder arbeiten müssen. Sehr wenige Menschen verbrauchen sehr viel von den Rohstoffen. Wenn man Glasflaschen statt Plastikflaschen verwendet, kann man die Getränke umfüllen. Diese Flaschen kann ich dann wiederverwenden und so weniger Plastik verbrauchen. Wenn ich zum Einkaufen eine Tragetasche mitnehme, schütze ich die Umwelt. Ich kann Dinge kaufen, die sich wiederverwerten lassen, zum Beispiel Ordner aus Papier statt aus Plastik. Ich habe außerdem nicht gewusst, dass wir so viel wegschmeißen."

Olga Melnikova , 13 Jahre, Klasse 6c:

"Es hat mich schockiert, wie viel Müll es gibt. Ich muss Dinge nicht immer gleich wegwerfen, man kann sie aufheben und dann teilen oder tauschen. Alte Kleidung kann ich in Second-Hand-Läden geben. Ich wusste nicht, dass das halbe Meer voll mit Müll ist und dass wir so viel mehr verbrauchen als nachwachsen kann. Man sollte Dinge kaufen, die recycelt werden können und den Müll trennen. Ich verwende Blätter so lange, bis sie voll sind und schmeiße sie nicht sofort weg. Ich nehme sie dann als Notizzettel. So verbrauche ich weniger Papier."


"Wer hat heute schon Rohstoffe benutzt?", fragte Anton Frisch von Multivision zu Beginn die Schüler der fünften und sechsten Klassen, die eifrig mitmachten. Der Plastik-Joghurtbecher vom Frühstück wird nämlich aus Erdöl hergestellt, demselben Rohstoff, der auch in Benzin und Diesel steckt. Papier besteht ebenso aus Holz wie der Bleistift, mit dem sie darauf schreiben und die Stufen, auf denen sie sitzen. "Wir brauchen ständig Rohstoffe", fasst es der Moderator zusammen. "Aber wie viel haben wir davon und wie gehen wir damit um?" Man unterscheidet zwischen nachwachsenden und nicht nachwachsenden Rohstoffen.

Dann startete Anton Frisch ein Experiment: "Auf der Erde leben 7,6 Milliarden Menschen. Stellt euch vor, dass wir im Saal die Weltbevölkerung darstellen." Alle Kinder standen auf und durften sich je nach Geburtsmonat nach und nach wieder setzen. Am Ende standen nur noch diejenigen, die ihren Geburtstag im Juli, August oder September feiern. Sie repräsentierten das reiche Viertel der Erde, das etwa drei Viertel der Ressourcen verbraucht. Aber was bedeutet eigentlich Reichtum? Einige der Kinder stellen sich darunter viel Geld, teure Autos und große Villen vor. Anton Frisch erklärte aber, dass Reichtum bedeutet, Zugang zu ärztlicher Versorgung, genug zu essen, sauberem Trinkwasser und Zugang zu Bildung zu haben.

Der "Earth overshoot day" - der Welterschöpfungstag - tritt jedes Jahr früher ein. 2018 war es bereits am ersten August so weit, dass die Menschen so viel verbraucht haben, wie die Erde in einem Jahr erneuern kann. "Wir sind gierig nach mehr. Zusätzlich animiert die Werbung dazu, die neuen Dinge zu brauchen, damit man als cool gilt", sagte Frisch.

2014 hat jeder Deutsche im Durchschnitt 618 Kilogramm Abfall produziert. "Reduce", "reuse" und "recycle" müsse also die Devise lauten. Den Verbrauch reduzieren, Dinge wiederverwenden, sie in den Kreislauf zurückführen. Durch Abholzung und Rodung - unter anderem um Papier herzustellen - vermindert sich die Fläche des Regenwaldes jährlich um 13 000 000 Hektar.

Die Kinder sahen außerdem, wie Kinder in Usbekistan Baumwolle ernten müssen. Insekten werden gegenüber den hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln resistent, bei den auf den Feldern arbeitenden Menschen führen sie zu Atemwegserkrankungen, Augenentzündungen und Leber- und Nierenschäden. Arbeiter, die in China und Bangladesch unter anderem Jeans im Used Look herstellen, tragen oft keine Schutzkleidung. Das kann in kürzester Zeit zur Staublunge führen.

Ein weiteres Problem ist Aluminium. Im Alltag begegnet es uns in Form von Getränkedosen, Kaffeekapseln, Joghurtdeckeln und natürlich Alufolie. Für die Gewinnung benötigt man Bauxit, das zu 90 Prozent in einer sehr dünnen Schicht unter dem Regenwald lagert, der abgeholzt wird. Für die Herstellung einer Tonne Aluminium sind 15 700 kWh nötig, 27-mal mehr Energie als für die gleiche Menge Glas, das sich sehr gut recyceln lässt.

Auch Plastik ist sehr langlebig. Bis es sich zersetzt, kann es 100 Jahre dauern. Ein Drittel des produzierten Plastiks landet in den Weltmeeren. Im Nordpazifik wächst ein Plastikstrudel heran, der mehr als vier Mal so groß ist wie Deutschland. Damit dieser nicht noch weiter wächst, gibt es zum Beispiel sogenannte Unverpackt-Läden. Die Kunden bringen die Behältnisse für die Lebensmittel selbst mit. Die Müllvermeidung steht also an erster Stelle, um dem Planeten etwas Gutes zu tun.

Autor

Corinna Martin
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Veröffentlicht am:
05. 12. 2018
19:40 Uhr

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Corinna Martin

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05. 12. 2018
19:40 Uhr



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