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Hof

Unterschriften-Aktion für Rosa-Opitz-Platz startet

Hofer Frauen wollen die Widerstandskämpferin gegen die Nazis ehren. Sie schlagen vor, einen kleinen Park im "Vertl" nach ihr zu benennen.



Unterschriften-Aktion für Rosa-Opitz-Platz startet
Unterschriften-Aktion für Rosa-Opitz-Platz startet  

Hof - Im Namen des VVN-BdA Hof/Wunsiedel hat Eva Petermann am Samstag beim Neujahrsempfang der Partei Die Linke in Hof (wir berichteten) die ersten Unterschriften gesammelt, mit denen die Initiative zur Schaffung eines Rosa-Opitz-Platzes in Hof unterstützt werden soll. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und der Bund der Antifaschisten wollen damit Rosa Klara Opitz die engagierte Sozialdemokratin und mutige Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime öffentlich ehren.

Die Initiative schlägt dafür den kleinen, bislang namenlosen Park in der Fabrikvorstadt gegenüber der Christian-Wolfrum-Schule vor. Diese grüne Oase im "Vertl" an der Ecke Pinzigweg und Leimitzer Straße geht zurück auf eine Initiative von Rosa Opitz, die heuer vor 110 Jahren geboren wurde.

"Keine Gedenktafel, keine Ehrenbürgerschaft, kein Straßenname in Hof erinnert an diese außergewöhnliche Frau", sagte Eva Petermann. "Es wird höchste Zeit, ihr mutiges und beharrliches Engagement zu würdigen." Schließlich müsse gerade auch dem Widerstand von Frauen gegen das unmenschliche Regime der Nationalsozialisten Wertschätzung entgegengebracht werden.

Rosa Klara Opitz war bereits als Zwölfjährige aktiv in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ). In den 1930er-Jahren schmuggelte sie die damals illegale SPD-Zeitung "Vorwärts" in die Stadt und arbeitete als Sekretärin des nach 1933 als Nazi-Gegner verfolgten SPD-Reichstagsabgeordneten Hans Seidel. Sie erlebte den Terror gegen Hofer Arbeiterfunktionäre der SPD und KPD hautnah mit, entkam selbst mehrmals nur knapp der Verhaftung.

Nach 1945 engagierte sich Rosa Opitz wieder in der SPD, baute die Arbeiterwohlfahrt wieder mit auf und zog in den Stadtrat ein. Die beliebte Sozialdemokratin erzielte vor allem in den Bezirken mit hohem Arbeiter-Anteil gute Wahlergebnisse. Von 1952 bis 1966 saß Opitz im Stadtrat. 2001 starb sie im Alter von 93 Jahren.

Die Initiatoren hoffen, dass es gelingt, den kleinen Park am 8. März, dem internationalen Frauentag, nach Rosa Opitz zu benennen.

Autor

Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
12. 02. 2018
18:42 Uhr

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Rainer Maier

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12. 02. 2018
18:42 Uhr



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