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Hof

Verein hält Erinnerungen wach

Die "Linke" ehrt den Schwarzenbacher "Verein gegen das Vergessen" mit dem Klaus-Bruno-Engelhardt-Preis. Alexander Eberl warnt vor der Umschreibung der Geschichte.



Eva Bulling-Schröter (Zweite von rechts), Sprecherin des Landesvorstands der "Linken", überreicht Hartmut Hendrich (rechts) vom "Verein gegen das Vergessen" die Urkunde. Daneben (von links) Elfriede Hertel, Alexander Eberl, Günter Niepel, Nanne Wienands, Helga Scholz, MdB Simone Barrientos und Manfred Möckel.	Fotos: Kaupenjoahnn
Eva Bulling-Schröter (Zweite von rechts), Sprecherin des Landesvorstands der "Linken", überreicht Hartmut Hendrich (rechts) vom "Verein gegen das Vergessen" die Urkunde. Daneben (von links) Elfriede Hertel, Alexander Eberl, Günter Niepel, Nanne Wienands, Helga Scholz, MdB Simone Barrientos und Manfred Möckel. Fotos: Kaupenjoahnn   » zu den Bildern

Hof - Der "Verein gegen das Vergessen" aus Schwarzenbach an der Saale ist über Bayern hinaus bekannt. Er hat die Erinnerungsstätte "Langer Gang" geschaffen, die den Todesmarsch dokumentiert, der 1945 vom KZ-Außenlager Helmbrechts nach Volary in Tschechien führte. Diese Erinnerungsarbeit hat "Die Linke Bayern" jetzt mit dem Klaus-Bruno-Engelhardt-Preis geehrt, verbunden mit einem Preisgeld von 1000 Euro.

Der Preis, der zum dritten Mal vergeben wurde, würdigt herausragende Leistungen von Bürgern, Initiativen sowie Personen aus Gesellschaft und Politik gegen Antisemitismus, Neonazismus und Rassismus.

Zur Feierstunde in der Diakonie am Campus erinnert Eva Bulling-Schröter, Sprecherin des Landesvorstands der Linken, an Klaus-Bruno Engelhardt, den engagierten Antifaschisten aus Schwarzenbach an der Saale, der in seinem gesellschaftlichen Engagement stets Bündnisse mit anderen demokratischen Parteien gesucht habe. "Er war ein außergewöhnlicher Mensch", betont Bulling-Schröter. Deshalb freue sie sich, dass der Preis in diesem Jahr in seine Heimatstadt gehe.

Diese Freude teilt André Engelhardt. Sein Vater sei ein offener, geradliniger Mensch gewesen, dem es durch seinen Tod 2014 erspart geblieben sei, den Rechtsruck der bürgerlichen Mitte mitzuerleben. Die Arbeit gegen faschistische Tendenzen habe das Leben der Familie geprägt.

Alexander Eberl erinnert in seiner Laudatio an Klaus-Bruno Engelhardt und die Gründung des "Vereins gegen das Vergessen" vor 18 Jahren. Gegen die Errichtung der Gedenkstätte "Langer Gang" habe es anfangs viel Widerstand gegeben. Doch inzwischen habe der Verein eine breite Akzeptanz für seine Arbeit erkämpft. Auch die Kommunen hätten das Unternehmen unterstützt. 13 000 Euro habe der Verein seinerzeit gesammelt. Eine kleine, aber aussagekräftige Ausstellung sei entstanden. Schulungen fänden statt. "Erinnerungskultur ist wichtig, denn die Zeitzeugen werden immer weniger", betont der frühere Schwarzenbacher Bürgermeister. Umso mehr, als heute AfD-Politiker in der NS-Zeit einen "Vogelschiss der Geschichte" sähen.

Als junger Mensch, so sagt Eberl, habe er gedacht, die Zeiten des Nationalsozialismus seien für immer Vergangenheit. Doch lebe dieses Denken wieder auf, münde sogar in Attentate wie jene der NSU. Das friedliche Miteinander gelte es zu schützen - auch die Jungen, die keine Schuld und Verantwortung für die Gräuel von damals treffe, müssten hierfür kämpfen und trügen Verantwortung.

Simone Barrientos, Bundestagsabgeordnete der Linken und kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, würdigt die Arbeit des "Vereins gegen das Vergessen", durch die Vergangenheit erfahrbar werde. Sie liest dazu eine Textpassage des Schriftstellers Leander Sukov. Es geht um die Stimmen der Vergangenheit, die aus alten Gemäuern zu den Menschen sprechen. Schamlos und erschreckend würden die Stimmen der Faschisten in die Gegenwart drängen.

Drei Vorschläge lagen der Jury vor. Vor Leonhard Seidel, einem Nürnberger Schriftsteller, und Wolfram Kastner, einem Münchner Aktionskünstler, hat der "Verein gegen das Vergessen" das Rennen gemacht. Helga Scholz bedankt sich in dessen Namen für den Preis. Das Geld werde zur Finanzierung des Buches über das Außenlager Helmbrechts verwendet, basierend auf einer Facharbeit von Klaus Rauh.

Nanne Wienands gratuliert dem Verein und geht ein auf die Arbeit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), Kreisvereinigung Hof. Dieser unterstütze nicht nur die Gedenkstätte "Der lange Gang". Der Verein bemühe sich derzeit darum, eine Straße in Hof nach Wolf Weil zu benennen, der nach dem Krieg in der Saalestadt die jüdische Gemeinde wieder aufbaute. Die Menschen bräuchten auch Vorbilder, wenn Menschlichkeit wieder mehr gelten solle als Profitdenken.

Autor

Lisbeth Kaupenjohann
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Veröffentlicht am:
19. 03. 2019
19:16 Uhr

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Lisbeth Kaupenjohann

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19. 03. 2019
19:16 Uhr



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