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Hof

Verein wirft Frank Rennicke raus

Der Hofer Langnamenverein wird den rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke aus Unterhartmannsreuth ausschließen.



Hof - Dieser Beschluss fiel in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend - mit "sehr eindeutiger Mehrheit", wie Vorsitzende Sandra Kastner am Freitag auf Frankenpost-Anfrage bestätigte.

Für den Ausschluss war eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig, die bei der Abstimmung deutlich überschritten wurde. Wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war, votierten in schriftlicher Abstimmung bei 37 anwesenden Mitgliedern 33 für den Ausschluss und zwei dagegen, zwei enthielten sich. Wie ausführlich berichtet, hatte bereits der Vorstand des Langnamenvereins den Rauswurf Rennickes beschlossen. Dieser legte dagegen Beschwerde ein; die letzte Entscheidung oblag daher der Mitgliederversammlung, die den Vorstandsbeschluss bestätigte.

Rennicke war in der Versammlung anwesend, und er habe von seinem Rederecht "umfangreich Gebrauch gemacht", schilderte Sandra Kastner. Es sei ihm aber nicht gelungen, den Vorwurf der rechtsextremen Agitation zu entkräften.

Wie berichtet, ist der Liedermacher als Leugner der Massenmorde in Auschwitz strafrechtlich verurteilt. 2009 und 2010 war er NPD-Kandidat für die Wahl des Bundespräsidenten.

Dem Vernehmen nach griff er während der Mitgliederversammlung in seiner Ansprache mehrere Personen persönlich an, auch die Frankenpost. Aus der Versammlung gab es Zwischenrufe, die Vorsitzende mahnte zur Ruhe.

Rennicke hat nun die Möglichkeit, den Rauswurf vor Gericht anzufechten. In diesem Fall würde das Gericht aber vornehmlich prüfen, ob der Beschluss formalrechtlich korrekt erfolgt ist, erklärte Sandra Kastner.

Auf Frankenpost-Anfrage erklärte Frank Rennicke wie schon in früheren Stellungnahmen, er sehe sich "diffamiert und als Opfer undemokratischer Vorgänge". Durch "Unterstellungen, Behauptungen und politische Korrektheit" sei "ein Klima" erzeugt worden, "das eine sachliche Erörterung nur begrenzt möglich machte". Erneut betonte der Liedermacher, dass ihm ein Fehlverhalten als Vereinsmitglied nicht vorgeworfen werden könne. "Ich habe den Natur-, Geschichts- und Landeskundeverein nie als politische Bühne genutzt." Rennicke bewertet den Rauswurf als "Polittheater". Die Vorwürfe bezögen sich auf eine Verurteilung aus dem Jahr 2001 "sowie meine musikalische Tätigkeit und meine mögliche Weltanschauung". Eine juristische Überprüfung behalte er sich vor. Hannes Keltsch

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Veröffentlicht am:
27. 07. 2018
19:46 Uhr

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Frank Rennicke Liedermacher und Singer-Songwriter Rechtsradikalismus Unterhartmannsreuth
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27. 07. 2018
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