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Verwaltung will Ideen junger Hofer hören

Nach dem Aus des Jugendstadtrats vor vielen Jahren macht die Stadt wieder einen Versuch, auf junge Leute zuzugehen. Diesmal soll es nachhaltig sein.



Verwaltung will Ideen junger Hofer hören
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Hof - Wofür interessiert sich die Hofer Jugend? Was fehlt den jungen Leuten in der Stadt? Was kann die Verwaltung tun, damit sich die Jüngeren in ihrer Heimat wohlfühlen? Die Stadt Hof will mit einem neuen, groß angelegten Konzept zur Jugendbeteiligung einen Schritt auf die jüngeren Bürger zumachen und dabei herausfinden, wie die Hofer Jugend tickt und was sie sich wünscht. Der Jugendhilfeausschuss des Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung ein Jugendbeteiligungskonzept beschlossen und die kommunale Jugendarbeit mit der schrittweisen Umsetzung beauftragt.

Eckpunkte und Ideen zur Jugendbeteiligung

Befragung: Um die vielen Jugendlichen in Hof überhaupt nach ihren Wünschen befragen zu können, muss man sie erstmal erreichen. Dazu will die kommunale Jugendarbeit Umfragen an den weiterführenden Schulen veranstalten. Schon dabei sollten laut dem Konzept im Idealfall auch junge Leute selbst die Initiative ergreifen - etwa in dem die Klassensprecher den Mitschülern das Jugendbeteiligungs-Projekt vorstellen. Zudem wollen die Mitarbeiter der Kommunalen Jugendarbeit mit dem Jugendmobil in Schulen vorbeischauen, um vor Ort Ideen zu sammeln und ins Gespräch zu kommen. Auch außerhalb der Schule will die kommunale Jugendarbeit die Jugendliche ansprechen - etwa am Untreusee, im Jugendzentrum, im Wittelsbacher Park oder auch in Kooperation mit den vielen Vereinen in der Stadt.

Erste Ideen: Denkbar wäre aus Sicht von Pascal Najuch, Geschäftsführer des Hofer Stadtjugendrings, eine städtische Homepage, die sich gezielt an die jungen Stadtbewohner richtet, die über bestimmte Maßnahmen informiert und auf der Jugendliche einen auf sie zugeschnittenen Veranstaltungskalender sowie einen Ansprechpartner in der Verwaltung finden können. Pascal Najuch geht mit den ersten Ideen der Jugendbeteiligung sogar noch einen Schritt weiter: So schlägt er vor, dass junge Leute auch in Planungsverfahren angehört werden könnten, etwa bei Projekten und Bauvorhaben, die auch sie betreffen. Najuch sprach dabei von "Kinder- und Jugendbauleitplanung".

Realisierung: Die Wünsche der Jugendlichen sollen am Ende nicht in einer Schublade landen, sondern auf der Tagesordnung des Hofer Stadtrats. Najuch erklärte, dass im zweiten Schritt die Ergebnisse ausgewertet werden sollen. Eine Projektgruppe soll daraus Handlungsempfehlungen für die Stadt Hof entwickeln, die dem Stadtrat vorgestellt werden.

Projektgruppe: Damit aber letztlich nicht wieder nur die Erwachsenen bestimmen, was mit den Ideen der Jugendlichen passiert, sollen junge Leute konkret mit in die Umsetzung einbezogen werden. "Unser Ziel ist es, Jugendliche schon während des ganzen Prozesses so zu begeistern, dass sich aus ihren Reihen eine Projektgruppe herausbildet", sagt Najuch. Diese Gruppe kann als Bindeglied zwischen Verwaltung, Politik und der Hofer Jugend wirken, sie kann für die Stadtverwaltung Ansprechpartner sein in Jugendfragen und sie soll selbst kleine Projekte anstoßen können.

 

Dabei geht Hof nun einen anderen Weg als viele andere Städte und Gemeinden, die in den vergangenen Jahren Jugendparlamente und Jugendstadträte eingerichtet haben, um jungen Leute an der Entwicklung ihres Zuhauses teilhaben zu lassen.

 

Dabei hat man auch in Hof mit einem Jugendparlament längst Erfahrungen gesammelt - wenn auch keine langfristigen. Die Stadt Hof gehörte einst zu den ersten Kommunen, die einen Jugendstadtrat aus der Taufe gehoben hatten. Bürgermeister Eberhard Siller erinnert sich an die aufwendigen Wahlen für das junge Gremium. Doch den Hofer Jugendstadtrat gab es bald nicht mehr: "Das geht nur so lange gut, solange sie engagierte Jugendliche haben", sagte Siller: "Bis diese jungen Leute zum Studium weggehen." Generell tun sich aus Sicht des Bürgermeisters Städte in einer Größenordnung wie Hof mit einem Jugendgremium schwerer als kleinere Gemeinden, in denen "jeder jeden kennt." Siller: "Uns war klar, dass wir neue Wege beschreiten müssen. Die Jugendlichen sollen sehen: Die Stadt will wissen, was ihr euch wünscht." Dabei betont der Bürgermeister, dass die Jugendbeteiligung nachhaltig sein soll: "Die Jugendlichen müssen auch sehen, dass sich etwas tut - oder dass man ihnen ganz offen erklärt, wenn etwas nicht geht." Siller dazu weiter: "Sie müssen sich ernst genommen fühlen, sonst verpufft das alles sehr schnell."

Pascal Najuch, der junge Geschäftsführer des Hofer Stadtjugendrings, stellte in der Jugendhilfe-Ausschusssitzung das neue Jugendbeteiligungskonzept vor - vom ersten Schritt der Kontaktaufnahme bis zur Einbindung der jungen Leute in Planungen zu Bauprojekten.

Bei den Mitgliedern des Jugendhilfe-Ausschusses kam das Konzept sehr gut an. "Demokratie ist kein Wunschkonzert, Demokratie muss man sich hart erarbeiten", sagte CSU-Stadträtin Bettina Zschätzsch und fügte hinzu: "Dabei muss man ganz unten anfangen und jeden ernst nehmen." Andrea Hering (SPD) sieht in der Jugendbeteiligung Chancen, die sich langfristig auszahlen: "Vielleicht hat es den Effekt, dass junge Leute sich so wohlfühlen, dass sie hierbleiben oder wenigstens irgendwann wieder zurückkommen."

Albert Rambacher (FAB), lange Jahre Berufsschullehrer, erklärte, dass viele junge Leute nicht desinteressiert seien, sondern einfach nicht wüsste, wo sie sich engagieren können. Ausschussmitglied Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow appellierte an Politik und Verwaltung, die Jugendlichen langfristig im Blick zu behalten: "Man kann sie nicht nur einmal alibimäßig befragen und dann denken, man hätte alles getan. Man muss immer ansprechbar bleiben. Dafür muss sich aber etwas in der Organisation und in den Köpfen ändern."

"Uns ist die Langfristigkeit wichtig", betonte Pascal Najuch und fügte hinzu: "Jugendbeteiligung ist auch ein wichtiger Standortfaktor für eine Kommune." Neben den künftigen Ideen zur Jugendbeteiligung, die die kommunale Jugendarbeit nun Schritt für Schritt umsetzen soll, gibt es weiterhin das Kinderparlament, bei dem alle zwei Jahre Grundschulklassen den Hofer Stadtrat besuchen.

Autor

Andrea Hofmann
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Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
18:48 Uhr

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Andrea Hofmann

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20. 05. 2019
18:48 Uhr



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