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Viel erreicht und noch so viel zu tun

Seit 25 Jahren gibt es den Hospizverein Hof. Zum Jubiläum gratulieren zahlreiche Gäste. Anerkennung gilt vor allem den Ehrenamtlichen.



Die Betreuung von Menschen am Lebensende zählt zu den Kernaufgaben der Hospizhelfer.	Foto: adobe.stock.com/ ilfotokunst
Die Betreuung von Menschen am Lebensende zählt zu den Kernaufgaben der Hospizhelfer. Foto: adobe.stock.com/ ilfotokunst   » zu den Bildern

Hof - Die Bedeutung des Hospizvereins Hof ist in den 25 Jahren seines Bestehens stark gewachsen - ebenso die Anerkennung seiner Arbeit. Das ist bei der Jubiläumsfeier in der Bürgergesellschaft deutlich geworden. Gekommen sind nicht nur zahlreiche Mitglieder und Ehrenamtliche, sondern auch Verantwortliche aus Politik, Kirche und gesellschaftlichem Leben.

Der Hospizverein Hof war im Jahr 1994 auf Anregung von Christine Denzler-Labisch und Dr. Christoph Münch initiiert worden. Er startete mit 24 Mitgliedern unter Vorsitz von Eva Diebel. Schon ein Jahr später gab es erste Seminare in Sterbebegleitung. Nach zehn Jahren war die Mitgliederzahl auf 146 angewachsen, 26 Hospizhelferinnen leisteten 70 Betreuungen. 2008 kam die Zusage zur Errichtung einer Palliativstation im Sana-Klinikum. Seit einem Jahr gibt es ein offenes Trauercafé im Gemeindehaus Sankt Lorenz, dazu viele andere Aktivitäten.

Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner stellte die Bedeutung des Vereins für Menschen am Lebensende heraus. Er fand berührende Worte für die Arbeit der Begleitenden. Vorsitzende Dr. Sabine Westphal erinnerte an die Anfänge und an den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen. Eva Diebel, Barbara Wilkens und Ursula Dumann-Specht hätten als Vorsitzende hervorragende Aufbauarbeit geleistet. Unermüdlich bildeten Norbert Lummer, Torsten Stelzer und Ines Backmann Hospizhelfer aus. "In diesen 25 Jahren durften wir 1500 Menschen begleiten."

Das Angebot des Hospizvereins ist vielfältig und reicht von Vorträgen und Beratungen über die Begleitungen Sterbender und offene Sprechstunden bis hin zur Trauerbegleitung Angehöriger. Tod und Sterben seien immer noch mit vielen Ängsten behaftet und würden oft tabuisiert, sagte Westphal und dankte allen für die eingebrachte Zeit und Leidenschaft, aber auch für Spenden und Unterstützung.

Die Laudatio sprach Konrad Göller, Vorsitzender des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbands. Er betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Dienstes in der Hospizbewegung. Die Begleiter würden dem Sterbenden bis zuletzt ein Leben in Würde ermöglichen. Göller forderte ein Recht auf Begleitung für jedermann. Leider werde die Bedeutung der ehrenamtlichen Sterbebegleitung noch nicht überall erkannt. Hier müsse man weiterhin informieren, ausbilden und ein dichtes Netzwerk mit anderen Organisationen knüpfen.

Das Leben ist schön - trotzdem. Ralf Hocke vom Theater Hof, am Klavier begleitet von Wolfgang Albers, erfreute und belustigte die zahlreichen Gäste mit Couplets von Otto Reutter. Bei Hofer Wärscht, Kaffee und Kuchen war dann viel Gelegenheit zum Gespräch. Mitglieder der ersten Stunde erinnerten sich an die Anfänge. "Mich hat Christine Denzler-Labisch dazu gebracht, in Hof einen Hospizverein aufzubauen", erinnert sich Barbara Wilkens. Obwohl sie etwas habe gegen Vereinsmeierei. "Ich habe damals eingesehen, dass es ohne Verein nicht geht."

"Es herrschte ein guter Geist - und dabei ist es geblieben", freut sich Anke Brendel, eine der ersten, die sich zur Hospizhelferin hat ausbilden lassen. Heute arbeitet sie im Trauercafé und in der Trauergruppe mit. Pfarrerin Barbara Wilkens löste Eva Diebel im Jahr 2000 als Vorsitzende ab. Mit ihrem katholischen Kollegen, Pfarrer Hans Wopperer, arbeitete sie auch im Hospizverein eng zusammen. Unter ihrer Leitung wurden Konzepte zu den Ausbildungskursen ausgearbeitet. Heute lebt Wilkens in Husum. Sie freut sich besonders, dass noch viele vom alten Team aktiv sind und guten Kontakt halten. In der Einsamkeit im Alter sieht sie ein großes Problem. "Auch hier bräuchte es einen Besuchsdienst."

Ursula Dumann-Specht führte den Hospizverein von 2003 bis 2016. Sie hat seine Entwicklung maßgeblich beeinflusst, sich mit Herz und Seele dieser Aufgabe gewidmet. Die Einrichtung der Palliativstation war ihr ein besonderes Anliegen.

Am Samstag, 19., Oktober, um 11 Uhr wird es in der Hospitalkirche noch einen ökumenischen Gottesdienst zum 25. Jubiläum des Hospizvereins geben.

Autor

Lisbeth Kaupenjohann
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
19:14 Uhr

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Lisbeth Kaupenjohann

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
19:14 Uhr



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