Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Hof

Von der Baustelle zur "Schaustelle"

Die Arbeiten für den Theater-Ersatzbau gehen gut voran. Insgesamt bleibt das Projekt im Kostenrahmen bei rund 23 Millionen Euro.



Blick auf einen Teil der neu eingebauten Drehbühne in der "Schaustelle" des Theaters Hof. Die Drehbühne ist mittlerweile unter einem schwarzen Bühnenboden versteckt.
Blick auf einen Teil der neu eingebauten Drehbühne in der "Schaustelle" des Theaters Hof. Die Drehbühne ist mittlerweile unter einem schwarzen Bühnenboden versteckt.  

Hof - Die Bauarbeiten an der "Schaustelle", also der Ersatzspielstätte des Theaters Hof, kommen gut voran. Speziell in den vergangenen Wochen nahm das Interimsgebäude immer mehr Gestalt an. Das teilt die Stadt Hof mit.

So sei Ende Juli die Wand- und Dachkonstruktion errichtet worden, das Dach sei bereits geschlossen und gedämmt. Derzeit werde die Außenfassade beschriftet, so dass der Name "Schaustelle" weithin sichtbar ist. Auch die Bühne als solche steht. Vor wenigen Tagen haben Handwerker die Drehscheibe eingebaut. Sie wurde eigens vorab geliefert: Das Ensemble nutzt sie nicht nur auf der Schaustelle, sondern später auf der großen Bühne des Theaters, wo sie ihren endgültigen Platz finden wird.

Auf der Schaustelle spielt sie ihre Vorzüge aus: Gerade hier ist sie unverzichtbar, weil sie schnelle Szenenwechsel ermöglicht. Ein klassischer Schnürboden, in den man Teile des Bühnenbildes hochziehen könnte, steht ja nicht zur Verfügung. Peter Nürmberger, Fachbereichsleiter Kultur bei der Stadt Hof, freut sich über den Fortschritt: "Selbst wenn man wie ich fast das ganze Berufsleben im Veranstaltungsgewerbe zugebracht hat, ist man doch immer wieder erstaunt, wie rasch es beim Einbau klappt, wenn Profis zusammenarbeiten."

Auch an der Decke der Leichtbauhalle wird gearbeitet. Hier werden derzeit Leichtmetalltraversen, das sogenannte Rigging, montiert. Sie dienen dazu, die Bühnenaushänge aufzunehmen und Scheinwerfer oder Lautsprecher zu tragen. Auch hier greift das Theater Hof auf Ausrüstung zurück, die dann später im eigentlichen Theater eingebaut wird. "Damit sparen wir uns erhebliche Mietkosten und die Kollegen der Technik können bereits mit den neuen Ausstattung Erfahrungen sammeln", erläutert Nürmberger.

Dass die Generalsanierung des Theaters und die Interimsspielstätte eng miteinander verzahnt sind, ist dem grundsätzlichen Planungskonzept geschuldet. Denn die Schaustelle wird direkt neben dem "alten" Theatergebäude errichtet, um die Infrastruktur des Hauses nutzen zu können. Für das Publikum bedeutet dies: Wer eine Vorstellung in der Schaustelle besucht, passiert wie gewohnt das Foyer und nutzt die Zuschauergarderobe oder die Gastronomie. Anstatt in den großen Saal führt der Weg in die Leichtbauhalle. Aber auch hinter den Kulissen werden die Künstlergarderoben, die Maskenbildnerei oder die Werkstätten weiter genutzt. "Das erfordert einen hohen Abstimmungsbedarf, senkt auf der anderen Seite aber auch die Kosten", sagt der städtische Kulturchef.

Derzeit seien für die Generalsanierung bis auf zwei kleinere Gewerke alle Aufträge vergeben, heißt es in der Mitteilung weiter. Gegenüber der Kostenberechnung liege das Theater aktuell deutlich unter den kalkulierten Kosten. "Es wäre aber unklug, diese aktuelle Situation auf die gesamte Maßnahme übertragen zu wollen. Bei einem derart komplexen Bauwerk, das noch dazu mit "Bauen im Bestand" einhergeht, ist man nie vor Überraschungen sicher, so dass der finanzielle Puffer sicher noch um einiges abschmelzen wird", berichtet Peter Nürmberger.

Insgesamt gehe man derzeit davon aus, dass sich die Gesamtkosten für Theatersanierung und Ersatzbau leicht erhöhen: "Während man beim großen Projekt von rund 20 Millionen Euro ausging und nach aktuellem Stand darunter bleiben wird, ist abzusehen, dass sich die Kosten der Ersatzspielstätte voraussichtlich erhöhen werden", sagt der Kulturmanager. In der Gesamtbetrachtung gehe man in der Stadtverwaltung und beim Theater-Zweckverband davon aus, dass man unterhalb des Gesamtkostenrahmens von knapp 23 Millionen bleiben wird.

Weil die Ersatzspielstätte dem laufenden Betrieb zugerechnet und nicht aus FAG-Mitteln (Finanzausgleichsgesetz) bezuschusst wird, hat sich Oberbürgermeisterin Eva Döhla bereits an den Kunstminister Bernd Sibler gewandt und klargestellt: "Die Spielfähigkeit des Theaters Hof sicherzustellen ist das Hauptanliegen unserer Überlegungen." Dass die Bauarbeiten dabei auch von den aktuellen Corona-Einschränkungen auch beeinflusst waren, sei selbstverständlich. Allerdings sei auch zu bedenken, dass die bereits vereinbarten Gastspiele und der Kartenverkauf selbst bei reduziertem Platzangebot wichtige Einnahmen generieren.

Die Proben für die Spielzeit 2020/21 beginnen am 1. September. Dann wird auch die Schaustelle nutzbar sein. Bis dorthin werden gegenüber in der Freiheitshalle zum Beispiel weitere Ausrüstungsteile wie Kabelstränge für den Einsatz im Interimsgebäude konfektioniert. Und Mitte nächster Woche kommen verschiedene Theaterscheinwerfer an ihren Platz. Auch der Tribünenbau liegt in den letzten Zügen, so dass am 20. September die erste Matinee und am 26. September die erste Premiere stattfinden können.

Die Geschäftsführung um Intendant Reinhardt Friese sowie die gesamte Belegschaft des Theaters Hof weiß das Engagement der Oberbürgermeisterin, des Kulturamtsleiters, der Bauverwaltung und des Stadtrats für diese Spielstätte sehr zu schätzen. Friese: "Wir sind dankbar für die klare und konstruktive Haltung, die Theater in Hof nicht erst seit gestern überhaupt möglich macht." red

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 08. 2020
11:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bauarbeiten Bernd Sibler Bürgermeister und Oberbürgermeister Eva Döhla Firmenmitarbeiter Handwerker Intendantinnen und Intendanten Kommunalverwaltungen Kosten Kostenberechnung Kulturmanager Stadträte und Gemeinderäte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Alarmstufe Rot: Die Schaustelle ist immer noch eine Baustelle, zumindest an den neuralgischen Punkten.	Foto: Thomas Neumann

30.09.2020

Hofer Theater spielt weiter in Selb

Auch am Sonntag spielt das Theater Hof in Selb, weil die Interimsspielstätte große Mängel aufweist. Die Zukunft des Ersatzhauses bleibt ungewiss. » mehr

Die Sanierung der Tauperlitzer Grundschule dauert an. Laut Bürgermeister Marc Ultsch laufen die Arbeiten ohne große Probleme und liegen im Zeitplan. Für die Mittagsbetreuung wurden Container bestellt, die voraussichtlich Ende Januar geliefert werden. Foto: Langer

16.10.2020

Es wird kälter im Klassenraum

Die Bauarbeiten an der Tauperlitzer Schule liegen im Zeitplan. Allerdings werden die Container wohl teurer. » mehr

Nicht nur auf der Bühne von Mutter Courage herrscht Baustelle, sondern nach wie vor auch in der Schaustelle. Foto: Theater Hof/Harald Dietz

08.10.2020

Kein Entkommen

Die Interimsspielstätte Schaustelle kann bis Ende Oktober nicht bespielt werden. Leidtragende sind vor allem die Theaterleute, die im Streit zwischen der Stadt Hof und dem Bauunternehmer zerrieben werden. » mehr

Die neue Spitze der Stadt Hof: Angela Bier (links) vertritt die CSU seit 12 Jahren im Stadtrat, Oberbürgermeisterin Eva Döhla (Mitte) war von 2014 bis 2020 für die SPD im Stadtrat tätig. Neu ist Sebastian Auer (rechts) im Gremium - er vertritt die Grünen. Foto: Swann

02.08.2020

Trio setzt Akzente an der Spitze

Bürgermeisterin Eva Döhla arbeitet gut mit den Bürgermeistern Angela Bier und Sebastian Auer zusammen. Nun hat auch jeder eine Nische gefunden, in der er sich engagieren will. » mehr

Dienstagabend: Noch immer werden Bauteile für die Schaustelle angeliefert. Foto: Thomas Neumann

25.09.2020

Mängel an Hofer Schaustelle zu groß: Premiere in Selb

Die Hofer Schaustelle weist erhebliche Mängel auf. Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla zieht die Reißleine: Die Premiere von „The cold Heart“ findet in Selb statt » mehr

Die Stadt Bad Rodach muss sparen: "Ein schwieriger Haushalt", betonte Kämmerer Michael Fischer bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfes 2017. Foto: dpa

07.07.2020

Sparkurs ohne Einschnitte

Hof entlastet den Haushalt um weitere 2,1 Millionen Euro. Große Diskussionen darüber bleiben aus, weil sich mehrere Posten nahezu von selbst auflösen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Filmtage Samstag

Hofer Filmtage - Samstag | 24.10.2020 Hof
» 36 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. Selb

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. | 23.10.2020 Selb
» 47 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 08. 2020
11:24 Uhr



^