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Hof

Wahl 2020: Klaus Adelt tritt gegen Landrat Bär an

Die SPD im Landkreis Hof setzt auf Klaus Adelt als Landratskandidaten. Diese Entscheidung geben die Genossen am Freitagnachmittag in Ahornberg bekannt.



Wahlkampf-Manager Ulrich Scharfenberg (vorne, rechts) gratuliert Klaus Adelt (vorne, links), den er als "politisches Schwergewicht" bezeichnet. Im Hintergrund die SPD-Bürgermeister aus dem Landkreis (von links), Thomas Knauer, Christian Zuber, Matthias Döhla, Stefan Pöhlmann und Helmut Oelschelgel, die alle in den vergangenen Wochen mehr oder minder stark als mögliche Kandidaten im Gespräch waren. Rechts im Bild Daniel Hohberger, einer der Stellvertreter des Kreisvorsitzenden Adelt. Foto: Michael Spindler
Wahlkampf-Manager Ulrich Scharfenberg (vorne, rechts) gratuliert Klaus Adelt (vorne, links), den er als "politisches Schwergewicht" bezeichnet. Im Hintergrund die SPD-Bürgermeister aus dem Landkreis (von links), Thomas Knauer, Christian Zuber, Matthias Döhla, Stefan Pöhlmann und Helmut Oelschelgel, die alle in den vergangenen Wochen mehr oder minder stark als mögliche Kandidaten im Gespräch waren. Rechts im Bild Daniel Hohberger, einer der Stellvertreter des Kreisvorsitzenden Adelt. Foto: Michael Spindler  

Ahornberg - Kurz vor der Pressekonferenz am Freitagnachmittag holt Klaus Adelt ihn aus seinem Auto: einen roten Schlips. Aber nicht irgendeinen, sondern den, der ihm vor 30 Jahren Glück gebracht hat. "Den hab’ ich auch bei meiner ersten Nominierung zum Bürgermeister getragen." 1990 wählten ihn die Selbitzer erstmals zum Bürgermeister. Mit einer Stimme Vorsprung. "Ich hätte nichts dagegen, wenn es am 15. März genauso laufen würde", sagt ein gut gelaunter Adelt. Wenig später lüftet die Landkreis-SPD ihr bestgehütetes Geheimnis und ruft den Landtagsabgeordneten als Landratskandidaten aus.

So planen die anderen Parteien den Wahlkampf im Landkreis

Aus heutiger Sicht ist es wahrscheinlich, dass es bei zwei Landratskandidaten bleiben wird. Diesen Schluss legt eine Frankenpost- Umfrage bei den Parteien nahe.

 

Die CSU setzt, wenig überraschend, voll auf den Amtsinhaber: "Dr. Oliver Bär ist unser Kandidat", sagt Kreisvorsitzender Paul-Bernhard Wagner. Darauf habe sich bereits der Kreisvorstand verständigt. Mit der Nominierung wollen die Christsozialen - ähnlich wie vor sechs Jahren - bis kurz vor Weihnachten warten. Im Dezember werde über Kandidat und Kreistagsliste abgestimmt.

 

Bis Mitte November werden die Freien Wähler ihre Bewerber um die Kreistagsmandate präsentieren, wie Kreisvorsitzender und stellvertretender Landrat Frank Stumpf sagt. 18 Neulinge seien voraussichtlich auf der Liste vertreten. Ein eigener Landratskandidat sei zumindest nicht geplant - es sei denn, in der Mitgliederversammlung stelle sich doch spontan ein Bewerber zur Wahl.

 

Kreistags- und Hofer Stadtratskandidaten wollen die Grünen gemeinsam nominieren, und zwar bereits am 10. Oktober. 30 Bewerber wollen Kreisrat werden. Sprecher Martin Wolfers-Mildner erklärt jedoch: "Wir werden keinen Landratskandidaten stellen."

Im November soll die Kreistagsliste der FDP stehen. Kreisvorsitzender Klaus Horn hält die K-Frage noch offen: "Wir werden noch entscheiden, ob wir einen Landratskandidaten ins Rennen schicken." Bei der Wahl 2014 war Christine Schüler für die Liberalen angetreten; sie steht diesmal allerdings nicht erneut für eine Kandidatur bereit.

 

Die AfD plant eine Kreistagsliste mit mindestens 20 Kandidaten. "Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir einen Landratskandidaten stellen", sagt Gerd Kögler, Vorsitzender der Hochfranken-AfD. Die Nominierung ist auf den 9. November festgesetzt. J. F.

 

Die gute Laune hat auch noch einen anderen Grund: Dem 62-Jährigen ist es tatsächlich im Social-Media-Zeitalter gelungen, dass seine Kandidatur nicht frühzeitig öffentlich wurde. Seinen Genossen hat er augenzwinkernd, aber bestimmt einen Maulkorb verpasst. So konnte er in aller Ruhe seinen Urlaub genießen. "Ich wollte nicht, dass ich in Sankt Peter-Ording ständig als Kandidat angesprochen werde." Dort, im Strandkorb, wird er vermutlich in sich hineingeschmunzelt haben angesichts der zahlreichen Namen, die als SPD-Bewerber fürs Landratsamt im Gespräch waren. Bauen die Sozialdemokraten einen Nachwuchspolitiker wie Daniel Hohberger auf, der dann 2026 eine echte Chance besitzt? Macht es ein amtierender Bürgermeister? Will es Alexander Eberl nach der schmerzlichen Niederlage 2014 noch einmal wissen? Oder hat Ruheständlerin Maria Mangei, neuerdings bei der SPD Schwarzenbach an der Saale aktiv, Lust auf einen Wahlkampf gegen den Amtsinhaber? Kurios, dass Adelt selbst nicht so oft genannt wurde. Noch im Frühjahr hatte er eine Kandidatur ausgeschlossen; sein Platz sei jetzt in München, da könne er für die Region arbeiten. "Ich dachte, ich bin zu alt dafür", bekennt er.

 

Doch als Kreisvorsitzender hatte er stets den Erstzugriff. Ulrich Scharfenberg, der den SPD-Wahlkampf organisieren wird, verrät: "Wir mussten ihn nicht lange bitten." Entscheidend für Adelt war die Tatsache, dass er als Landrat etwas bewegen könne. Ganz anders als im Landtag, wo er sich in der Opposition aufreibt. "Erst werden unsere Anträge abgelehnt, später kommen sie von der Regierung mit einer anderen Schleife."

Schon vor der Wahl 2008 stand der damalige Bürgermeister vor der Frage, ob er sich den Landratsposten zutraut. Amtsinhaber Bernd Hering, überlegte, nicht mehr anzutreten und erkannte in Adelt seinen Wunschnachfolger. "Da habe ich abgelehnt, weil es in meiner Stadt noch einiges zu erledigen gab."

Dennoch hat Adelt zu dieser Zeit schon etwas Freude am Amt des Landrats gefunden. Zehn Jahre lang war er Herings Stellvertreter. Nun also eine andere Ausgangslage: Adelt schlüpft in die Rolle des Herausforderers von Dr. Oliver Bär (CSU).

Den Wahlkampf sieht er nicht als Mehrbelastung an. "Mehr als unterwegs kann ich nicht sein." Das sieht Scharfenberg, der Chef der Kreistagsfraktion, als großes Plus an: "Klaus Adelt kennt unheimlich viele Leute und die Geschichte hinter den Leuten." Der Selbitzer sei "das Gesicht des Landkreises und das Gesicht der SPD", ergänzt Matthias Döhla, Bürgermeister in Konradsreuth. Der Kandidat, der am 22. November nominiert werden soll, sagt über sich: "Ich bin halt ein hemdsärmeliger Typ." Das wolle er als Landrat bleiben: "Ich sehe mich als Teamplayer, muss nicht auf jedem Bild vornedran stehen." Auch der Kreistag sei ein Team, das er als Kapitän führen wolle. "Die Beteiligung des Kreistags hat stark gelitten, das will ich ändern." Bei ÖPNV und Klimaschutz wolle er Tempo machen. Die Marke "Hofer Land" stößt bei ihm auf Skepsis: "Das ist zu kurz gesprungen."

Dennoch, bei aller Konkurrenz zu Bär, persönliche Attacken würden ausbleiben: "Mit mir gibt es keinen schmutzigen Wahlkampf."

Autor
Jan Fischer

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
16:30 Uhr

Aktualisiert am:
27. 09. 2019
20:02 Uhr

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Jan Fischer

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27. 09. 2019
16:30 Uhr

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27. 09. 2019
20:02 Uhr



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