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Weitere Schritte für neues Baugebiet

Der Gemeinderat Oberkotzau befasst sich mit Anregungen zum Areal "Schwesnitztalblick". Gesucht werden Möglichkeiten für Ausgleichsmaßnahmen.



Mit Blick aufs Schwesnitztal: Hier soll das Baugebiet entstehen. Foto: Wilfert
Mit Blick aufs Schwesnitztal: Hier soll das Baugebiet entstehen. Foto: Wilfert  

Oberkotzau - Der Oberkotzauer Marktgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die siebente Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich des neuen Baugebiets Schwesnitztalblick geändert. Somit kann nun die öffentliche Auslegung beginnen. Bürgermeister Breuer fasste zuvor die Anregungen, Bedenken und Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zusammen.

Gut zu wissen

"Träger öffentlicher Belange" sind vor allem Behörden. Sie müssen bei bestimmten Vorhaben angehört und einbezogen werden, wenn ihr Aufgabenbereich durch die Planungen der Gemeinde berührt wird. Ihre Stellungnahmen müssen sie innerhalb von vier Wochen abgeben. Zu den Trägern öffentlicher Belange gehören etwa Bundes- und Landesbehörden, die Bundeswehr, die unteren Landesbehörden der Landkreise sowie Energieversorger. Feuerwehr, Rettungsdienst und Umweltverbände sind formal keine Träger öffentlicher Belange, werden aber wie solche behandelt.

 

Insbesondere verwies Breuer darauf, dass die Regierung von Oberfranken mittlerweile den Bedarf des Marktes Oberkotzau an neuen Bauplätzen anerkannt habe.

 

Das Landratsamt habe erhebliche Bedenken hinsichtlich der Ausweisung weiterer Flächen als allgemeines Wohngebiet geäußert, erklärte Breuer. Den Bereich Summa-Park und Fernwehpark erachtet das Landratsamt als verkehrstechnisch gut erschlossen, die Erweiterung sei mit den bestehenden Verkehrswegen verträglich. Aber: "Die Erschließung erfolgt laut Planung ausschließlich über die Schlossparkstraße. Die Einmündung liegt zudem im Bereich einer Steigungsstrecke. Ausreichende Sichtverhältnisse nach links für einmündende Verkehrsteilnehmer scheinen nicht gegeben." Breuer betonte dazu, dass der Markt Oberkotzau ausdrücklich keine "vorrangig verkehrsdominierte Situation" wünsche, sondern im Gegenteil ein verkehrsberuhigtes Quartier. Um die Verkehrssituation in der Fabrikstraße zu verbessern, werde man noch in diesem Jahr ein Gebäude abreißen.

Entlang der Schwesnitz waren Ausgleichsmaßnahmen geplant. Dies begrüßte das Wasserwirtschaftsamt. Grundeigentümer ist der Freistaat Bayern. Für Grundstücke des Freistaates dürften keine Verträge mehr abgeschlossen werden, die die Nutzung auf einen längeren Zeitraum binden, bedauerte Breuer. "Unten an der Schwesnitz hätte es einen besonderen Charme gehabt." Man habe allerdings einen regen Kontakt mit dem Landratsamt, um eine andere Möglichkeit für den naturschutzrechtlichen Ausgleich zu finden. Dabei sollen möglichst heimische Arten verwendet werden.

Der Bürgermeister entkräftete die Einwände des Landwirtschaftsamts, das sich besorgt zu den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen und dem südlich des Baugebiets gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb äußerte. Die für das Baugebiet vorgesehenen Flächen sowie der Betrieb gehörten einem einzigen Landwirt, betonte Breuer: Eben jenem, der auch weiterhin die Felder nördlich und östlich des geplanten Baugebietes bewirtschaftet. "Dieser war entweder selbst Eigentümer oder Pächter." Durch den Verkauf der eigenen Flächen an den Markt Oberkotzau sei der Landwirt ausreichend informiert, konstatierte Breuer.

 

Weiter befasste sich der Marktgemeinderat mit der achten Änderung des Flächennutzungsplans, die bereits erfolgte Maßnahmen aus den vergangenen Jahrzehnten betrifft. Eine komplette Neuaufstellung des Flächennutzungsplans habe man ausgesetzt, erklärte Breuer, da eine von der Regierung von Oberfranken gewünschte Digitalisierung "finanzielle Mittel im höheren sechsstelligen Bereich" verschlingen würde. Auch bei dieser Änderung stimmte der Gemeinderat über Anregungen von Trägern öffentlicher Belange ab. Hier die wichtigsten:

Das Landratsamt forderte, dass die Gemeinde das Netto-Grundstück an der Hofer Straße als "Sondergebiet Einzelhandel" ausweisen solle.

Das Wasserwirtschaftsamt bemängelte, die Wasserschutzgebiete seien nicht korrekt im Plan eingezeichnet. Breuer versprach eine Korrektur. Nicht richtig sei es, dass von dem früheren Textilveredlungsbetrieb noch Altlasten existierten. Das Grundstück sei laut Landratsamt als Verdachtsfläche ausgeschieden.

Das Staatliche Bauamt bat darum, die Anbauverbots- und Baubeschränkungszonen, insbesondere in der Ziegeleistraße, ebenso mit in den Plan aufzunehmen wie die Ausgleichsmaßnahmen zur landschaftspflegerischen Begleitplanung.

Das Landesamt für Denkmalpflege wies auf ein Bodendenkmal im Bereich des Schulgeländes hin. Es handele sich um Überreste einer Siedlung aus der Bronzezeit, die zu erhalten seien.

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Isabel Wilfert
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Veröffentlicht am:
28. 08. 2019
19:30 Uhr

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Isabel Wilfert

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Veröffentlicht am:
28. 08. 2019
19:30 Uhr



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