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Weniger Verkehrsunfälle im Hofer Stadtgebiet

Die Polizei hat nach dem Traumsommer mehr Unfälle befürchtet als in anderen Jahren. Heuer wollen die Beamten den Schwerpunkt auf den Schwerlastverkehr legen.



Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Hofer Stadtgebiet gesunken.
Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Hofer Stadtgebiet gesunken.  

Hof - Weniger Unfälle, weniger Verletzte, eine höhere Aufklärungsquote bei Unfallfluchten und Pläne, um Hof noch verkehrssicherer zu machen: Die Hofer Polizeiinspektion hat am gestrigen Donnerstag die Unfallstatistik 2018 vorgelegt und kann dabei einige Erfolge verbuchen. Eines hat die Beamten aber überrascht: Sie hatten befürchtet, dass durch das Traumwetter im Sommer mehr Unfälle passiert sein könnten. Doch die Zahl der Unfälle im Hofer Stadtgebiet ist um sechs Prozent gesunken.

Insgesamt 1727 Mal hat es voriges Jahr in Hof gekracht, 2017 waren es 1839 Unfälle. Zugleich sank auch die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, von 214 auf 178 . Demnach gab es bei etwa zehn Prozent aller Unfälle Verletzte. Insgesamt 236 Menschen erlitten in Hof bei einem Unfall Verletzungen - das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. 33 Menschen wurden schwer verletzt; das heißt, sie mussten mindestens einen Tag ins Krankenhaus.

Besonders erleichtert sind die Beamten, dass niemand bei einem Unfall ums Leben kam: "Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so", sagt Inspektionsleiter Klaus Weich. Zwar würden im Stadtgebiet keine großen Geschwindigkeiten gefahren, doch dafür seien mehr Fußgänger und Radfahrer unterwegs. Trotz der insgesamt positiven Unfallstatistik betont Weich, dass sich die Zahlen im Vergleich mit den vergangenen zehn Jahren nur im Mittelfeld bewegen. Dennoch hofft er: "Vielleicht ist das eine Trendwende." Einige Punkte der Unfallstatistik hat die Polizei gesondert aufgeschlüsselt. Ein Überblick.

 

Unfallfluchten: Bei 419 Unfällen hat sich im Jahr 2018 ein Beteiligter aus dem Staub gemacht, im Jahr zuvor waren es 463 und im Jahr 2016 noch 539 Unfallfluchten. Die Polizei nimmt das Thema ernst: Wie der Hofer Polizeichef betont, ist die Aufklärungsquote um sieben Prozent gestiegen. 48 Prozent aller Unfallflüchtigen kommt die Polizei auf die Spur. "D as ist fast jeder Zweite", sagt Klaus Weich: "Da sollte man sich überlegen, ob man das Risiko eingeht." Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt: Bei einem Schaden von mehr als 1500 Euro muss man als Unfallflüchtiger sogar den Führerschein abgeben.

 

Alkohol und Drogen: Auch die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen angetrunken am Steuer saßen ist weiter gesunken. Bei zehn Unfällen war der Fahrer betrunken, 2017 waren es 14 und im Jahr 2014 zählte man 25 Unfälle mit einem alkoholisierten Fahrer. Nur bei einem Unfall stellte man voriges Jahr fest, dass der Fahrer Drogen genommen hatte. Zudem wurden 94 Trunkenheitsfahrten und 74 Drogenfahrten registriert, ohne dass ein Unfall passiert ist.

 

Raserei: Unfälle, die auf zu hohes Tempo zurückgehen, gibt es im Stadtgebiet nicht so oft wie außerhalb. 71 Unfälle sind voriges Jahr wegen zu schnellen Fahrens passiert - auch einer der niedrigsten Werte der vergangenen Jahre. 2017 waren es 116. Allerdings: Raserei war zwar die Ursache von nur vier Prozent der Unfälle, aber für 13,5 Prozent der Verletzten.

Kinder: 17 Kinder sind voriges Jahr in Hof bei Unfällen verletzt worden. Darunter waren drei Kinder zu Fuß, fünf mit dem Rad und neun Kinder im Auto unterwegs. Jürgen Schmittgall, bei der Hofer Inspektion für den Bereich Verkehr zuständig, betont: Wenn Kinder bei einem Unfall auf dem Schulweg verunglücken, dann meist im Auto der Eltern.

 

Senioren: Ältere Menschen sind laut der Hofer Polizei relativ sicher in Hof unterwegs. 172 Unfälle mit Menschen ab 65 Jahren sind 2018 passiert - davon waren 118 Mal Senioren die Verursacher.

 

Junge Leute: Unfälle mit jungen Leuten gehen schon seit 2015 zurück. Bei 168 Unfällen war die Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren beteiligt. In 97 Fällen lag die Schuld bei jungen Beteiligten. 2015 waren noch bei 246 Unfällen junge Menschen involviert. Auf diese Altersgruppe hat die Polizei dennoch einen besonderen Blick, nachdem der Volksfestplatz zum Treffpunkt für eine Clique geworden war, die dort Fahrmanöver veranstaltet haben. Dabei sind die Beamten konsequent vorgegangen: "Wer sich auf dem Volksfestplatz daneben benimmt, bekommt einen Punkt", sagt Schmittgall.

 

Lkw-Fahrer: Auf die Lkw-Fahrer will die Hofer Polizei in diesem Jahr ihren Schwerpunkt legen - auch mit Blick darauf, dass am Logistik-Standort viel Schwerlastverkehr unterwegs ist. Entgegen des Gesamttrends ist die Zahl der Unfälle mit Lkw leicht gestiegen: 81 Unfälle mit Lastwagen sind voriges Jahr passiert, fünf mehr als im Jahr zuvor.

 

Zweiradfahrer. Den deutlichsten Rückgang an Unfällen verzeichnet die Polizei bei Motorradfahrern: Die Zahl ist von 27 auf 13 gesunken. Auf Motorradfahrer hatte die Inspektion voriges Jahr ihren Schwerpunkt gelegt. Grund dafür war, dass in Hof eine Gruppe von jungen Leuten laut der Polizei waghalsig und provokativ auf den Straßen Hofs unterwegs war- etwa freihändig und im Liegen. Auch die Zahl der Radunfälle ist nach einem kontinuierlichen Anstieg in den vergangenen vier Jahren wieder gesunken und liegt mit 36 auf dem zweitniedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre - trotz des schönen Sommerwetters. Was der Polizei Sorgen bereitet: In rund 70 Prozent der Fälle waren die Radler selbst die Verursacher. Und: Bei den meisten Radunfällen gibt es auch Verletzte. Mehr Unfälle mit E-Bikes kann die Polizei indes nicht verzeichnen. "Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass neue Radwege schon so geplant werden, sie sich auch für E-Bikes eignen", betont Schmittgall.

 

Unfallhäufungen: Es gibt einige Stellen in Hof, an denen sich Unfälle häufen. Als Häufung gilt, wenn innerhalb von drei Jahren an einer Stelle drei Unfälle mit mindestens einem Verletzten passieren. Dazu gehören aktuell die Exner-Kreuzung, die Kreuzung von Marienstraße und Luitpoldstraße, der Konrad-Adenauer-Platz bei der Post, die Kreuzung von Lessingstraße, Schützenweg und Sigmundsgraben, der Berliner Platz und die Kreuzung der Kulmbacher Straße mit der Ernst-Reuter- sowie mit der Ossecker Straße. Die Exner-Kreuzung soll, wie berichtet, heuer sicherer werden: Vor allem Abbiegeunfälle will man verhindern, und Fußgänger sollen eigene Ampelphasen bekommen. Am Sigmundsgraben laufen inzwischen die Ampeln die ganze Woche rund um die Uhr, am Freitag und Samstag ist dies auch in der Luitpoldstraße der Fall.

Nicht mehr als unfallaufällig eingestuft ist derzeit unter anderem die Einmündung der Straße von Pirk auf die alte B 2. Dennoch hat die Polizei diese Stelle im Blick - auch weil es dort zu Unfällen kam. Auch eine Ampel war hier bereits im Gespräch. Verbessert hat sich die Situation aus Sicht der Polizei durch das Tempolimit auf der B 15 in Richtung Leupoldsgrün. Im Schnitt passierten auf dieser Strecke jedes Jahr 37,3 Unfälle. 2018 waren es noch 23 - dabei gilt das Tempolimit erst seit Juni.

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Andrea Hofmann
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Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
21:10 Uhr

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14. 03. 2019
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