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Wenn Roboter sich vernetzen

Leben in der Matrix: In einem Vortrag an der Hochschule geht es um künstliche Intelligenz.



"Willkommen in der Matrix!" - das war der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Andreas Wagener in der Reihe zur Digitalisierung der Fakultät Wirtschaft an der Hochschule Hof. Darüber informiert die Hochschule in einer Pressemitteilung. Neben den Fragen, ob wir bereits in einer Matrix, also in der simulierten Wirklichkeit, leben und ob es wahrscheinlich ist, dass uns Computer in Zukunft die Realität vortäuschen, widmete sich Wagener auch dieser Frage: Was passiert, wenn sich künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain immer weiter vernetzen?

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik der beiden Technologien gelang es dem Redner, seine Zuhörer zum Weiterdenken zu animieren. Denn neben unterhaltsamen Videos von Robotern, die durch KI gelernt haben, sich wie ein Mensch zu bewegen oder zu tanzen, wurden auch ernste Themen präsentiert. Wagener warf beispielsweise die Frage auf, was passiert, wenn Maschinen zukünftig so intelligent sind, dass sie Arbeiten selbstständig verrichten können.

Er bewies, dass der Film "Matrix" zwar aktuell fern der Realität, aber dennoch nicht ganz abwegig ist: Wenn Maschinen durch künstliche Intelligenz in der Lage sind, zu lernen und Aufgaben selbstständig auszuführen, dann erkennen sie auch, wann sie beispielsweise eine Reparatur benötigen und liefern sich selbstständig in eine Werkstatt ein. Sie merken aber ebenso, wenn sie eine Aufgabe nicht selbstständig ausführen können und die Hilfe einer anderen künstlichen Intelligenz benötigen. Beide Maschinen sind dann in der Lage, sich zu vernetzen und Hilfe anzufordern.

Kommt nun noch Blockchain ins Spiel, können die Maschinen nicht nur die Aufgaben koordinieren, sondern sich ebenso gegenseitig für ihre Dienstleistungen bezahlen. Es entstünde somit ein arbeitsteiliges, autonomes Maschinensystem. Durch diesen neuen Wirtschaftssektor wäre eine Besteuerung der Maschinen sinnvoll und auch über ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte neu verhandelt werden.

Denkt man über diese Vorstellung weiter nach, kommt man zu der Frage, ob wir tatsächlich irgendwann in einer Matrix leben - oder vielleicht sogar bereits jetzt in einer sind. Wagener ging dabei im zweiten Teil seines Vortrags auf die Simulationshypothese von Prof. Nick Bostrom von der University of Oxford ein. Diese sagt aus, es sei technisch vorstellbar, dass es irgendwann Computer mit einem Bewusstsein gibt und somit eine posthumane Ära entsteht. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass wir Menschen aussterben, bevor eine solche Entwicklungsstufe entsteht. Es ist unwahrscheinlich, dass eine in der Zukunft lebende Zivilisation seine Vorfahren imitiert, es sei denn, wir leben schon heute in einer Computersimulation.

Dass Letzteres gar nicht so utopisch ist, zeigt das Unternehmen Improbable. Es simuliert bereits heute echte Städte eins zu eins und lässt intelligente autonome Systeme Änderungen in den Entwicklungsprozessen der simulierten Stadtbauplanung herbeiführen und dezentral koordinieren. Es scheint somit möglich zu sein, eine Matrix zu schaffen. Die Frage aber, ob wir bereits in einer Matrix leben, bleibt.

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2018
23:16 Uhr

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