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Hof

Werbung für die Zukunft der Pflege

Die Hospitalstiftung geht bei der Mitarbeiter- suche neue Wege. Sie wirbt im Kino mit einem Kurzfilm: Pflege kann glücklich machen.



Stellten die neue Kampagne für die Beschäftigung in der Altenpflege vor: (hinten, von links) Siegfried Leupold, Leiter der Hospitalstiftung Hof, Sabine Dippold, Leiterin des Seniorenhauses Am Unteren Tor, Manuela Koppmeier, Leiterin des Seniorenhauses Christiansreuth sowie die Mitwirkenden der Kampagne in Film und Fotos (vorne, von links) Marianne Kiener, Heinz Walzek und Hildegard Schmitz. Foto: Ertel
Stellten die neue Kampagne für die Beschäftigung in der Altenpflege vor: (hinten, von links) Siegfried Leupold, Leiter der Hospitalstiftung Hof, Sabine Dippold, Leiterin des Seniorenhauses Am Unteren Tor, Manuela Koppmeier, Leiterin des Seniorenhauses Christiansreuth sowie die Mitwirkenden der Kampagne in Film und Fotos (vorne, von links) Marianne Kiener, Heinz Walzek und Hildegard Schmitz. Foto: Ertel  

Hof - Die Szene im Kurzfilm zeigt eine ältere Frau. Sie schenkt sich ein Glas Sekt ein, trinkt einen Schluck und betrachtet gedankenverloren ein Foto aus den 1950ern, auf dem sie als junge Frau mit einer Vespa unterwegs ist. Zwei Pflegerinnen kommen ins Zimmer und überreichen der Frau eine Torte und eine Modell-Vespa. Die Frau ist glücklich über das Geschenk, die zwei Pflegerinnen freuen sich ihrerseits über die Begeisterung der Frau.

Tag der Stiftungen

Wie vielfältig die Stiftungslandschaft ist, was Stifter bewegt, was Stiftungen tun, was sie durch ihr Engagement bewirken und welchen Beitrag sie in der Gesellschaft leisten - all dies wird beim europaweiten Aktionstag rund um den 1. Oktober sichtbar. Der Tag der Stiftungen wurde 2013 vom europäischen Donors- and Foundations-Network (DAFNE) ins Leben gerufen.

 

Laut Internetseite der Stadt Hof gibt es in Hof 29 Stiftungen. Sie sind in Stadt und Landkreis in den Bereichen Kinder-, Familien und Altenhilfe, Naturschutz, Kultur und Heimatpflege aktiv. Die Hospitalstiftung ist die älteste noch bestehende Stiftung in Oberfranken. Sie wurde 1264 gegründet.

 

Den Kurzfilm hat die Hospitalstiftung Hof für ihre neue Kommunikations-Kampagne von einer Agentur aus dem Landkreis Wunsiedel fertigen lassen. Er wird ab dem 3. Oktober im Central-Kino gezeigt. "In dem Film wollten wir zeigen, dass man als Mitarbeiter in der Pflege Glücksgefühle schenken und empfangen kann", erklärt Stiftungsleiter Siegfried Leupold. Zu dem Konzept gehören auch Anzeigen, Plakate und ein neues Logo.

 

Mit dieser Kampagne "Beschäftigung in der Pflege" will die Hospitalstiftung für ein Thema werben, das mit ihrem Stiftungszweck direkt verknüpft ist: die Beschäftigung in der Altenpflege. Die positiven Aspekte dieses Berufs sollen herausgestellt werden, um Mitarbeiter in der Pflege zu gewinnen. Die Kampagne soll am 1. Oktober, dem Tag der Stiftungen, starten und zunächst bis in den Frühling hinein laufen. Bei einem Pressegespräch im Seniorenheim Am Unteren Tor erläutern Stiftungsleiter Siegfried Leupold, die Einrichtungsleiterinnen Sabine Dippold (Seniorenhaus Am Unteren Tor) und Manuela Koppmeier (Seniorenhaus Christiansreuth) die Hintergründe der Kampagne.

Mit dabei sind auch drei Darsteller. Die Akteurin im Kurzfilm, Hildegard Schmitz, die im Seniorenwohnheim Am Unteren Tor lebt, sagt: "Ich hatte viel Spaß beim Dreh." Die Mitwirkenden Marianne Kiener und Heinz Walzek pflichten ihr bei. Sie hatten sich für Fotos ablichten lassen, die für Plakate und Roll-ups verwendet wurden. Die Akteure und Modelle auf den verschiedenen Werbematerialien sind allesamt Mitarbeiter und Bewohner der Seniorenwohnheime der Hospitalstiftung. "Wir haben bewusst unsere eigenen Leute dafür angeworben", sagt Siegfried Leupold.

Die glücklichen Gesichter sollen das Positive am Pflegeberuf herausstellen, denn er hat ein schlechtes Image - Schichtdienst, schlechte Bezahlung, wenig Anerkennung. Deshalb entscheiden sich immer weniger junge Leute für eine solche Ausbildung. "Besonders Pflegefachkräfte sind rar und begehrt", sagt Leupold. Studien zufolge dauert die Wiedereinstellung einer Pflegefachkraft - im Vergleich zu anderen Berufen - am längsten, noch länger als etwa bei Ingenieuren oder EDV-Spezialisten. "Auch die Altenpflegeschulen verzeichnen Rückgänge bei den Schülerzahlen", sagt Manuela Koppmeier. Dabei werde der Beruf angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger. "Er ist zukunftsorientiert und sicher", sagt Leupold.

Die Hospitalstiftung hat etwa 200 Mitarbeiter. Alle Stellen sind besetzt. "Aber in den nächsten Jahren gehen Mitarbeiter in Rente", ergänzt Dippold. Deshalb sei es wichtig, schon jetzt an die Zukunft zu denken.

Um Mitarbeiter zu binden und neue anzuwerben, hat die Hospitalstiftung schon vor zwei Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen: Die Bezahlung wurde verbessert und das betriebliche Gesundheitsmanagement verstärkt. Mit der "i-gb Card" etwa können Mitarbeiter kostenlos fünfmal im Monat ein Fitnessstudio, ein Hallenbad oder eine Sauna benutzen; es gibt Kurse für eine schonendere Körperhaltung. Die Mitarbeiter bekommen Gutscheine für Berufsbekleidung und können an Fortbildungen und Schulungen für Vorgesetzte teilnehmen. Außerdem wurde ein neues Modell für Dienstpläne mit "Springer-Diensten" eingeführt, damit die Mitarbeiter möglichst selten in ihrer Freizeit einspringen müssen.

Diese Maßnahmen haben bereits gefruchtet: "Unsere Mitarbeiter sind zufriedener und tragen das auch nach außen", sagt Dippold. "Sie empfehlen uns als guten Arbeitgeber an Kollegen."

Der nächste Schritt nach den innerbetrieblichen Maßnahmen war der Schritt an die Öffentlichkeit, um nicht nur Pflegekräfte, sondern zum Beispiel auch Schulabgänger oder Quereinsteiger anzusprechen.

Im Zuge der Entwicklung der Kampagne habe man auch die eigenen Werte neu definiert und einen Slogan ausgearbeitet: "Sicher - Zukunftsorientiert - Regional". Die Stiftung, die seit über 750 Jahren besteht und in städtischer Verwaltung ist, garantiere Sicherheit, erklärt Leupold. Ihr Vermögen besteht aus Wald und Grundstücken, die verpachtet werden. Die Bilanzsumme der Hospitalstiftung - ohne ambulanten Pflegedienst und Stiftung Tierhilfe - betrug zum 31. Dezember 2018 rund 39,2 Millionen Euro. Darin beinhaltet ist ein Stiftungskapital von rund 31,4 Millionen Euro. "Nicht eingerechnet in diesen Werten ist das Vermögen der sonstigen durch uns verwalteten Stiftungen", erläutert Leupold.

Auch an die Zukunft denke man: "Wir haben unser Angebot immer wieder erweitert." Es entstehen immer mehr Einrichtungen für Pflege und Betreuung, ambulanter Pflegedienst, Demenzstation, Seniorentreffs. Weitere Einrichtungen sollen gebaut werden. Das Wort "regional" stehe für die Verwurzelung in Stadt und Landkreis Hof.

Autor
Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
29. 09. 2019
19:00 Uhr

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Autor
Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
29. 09. 2019
19:00 Uhr



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