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Hof

"Wir bekommen Rückenwind zu spüren"

Die Grünen sind aktuell die In-Partei des Landes. Die Hofer Grünen wittern Morgenluft. Ihr Sprecher Martin Wolfers-Mildner formuliert hohe Ziele, aber auch einen Verzicht.



Interview: mit Martin Wolfers-Mildner, Sprecher Grünen-Kreisverband Hof.
Interview: mit Martin Wolfers-Mildner, Sprecher Grünen-Kreisverband Hof.   Foto: Archiv

Herr Wolfers-Mildner, Sie werben massiv um neue Mitglieder, um für die Kommunalwahl 2020 Listen zu füllen. Fällt das so schwer angesichts eines Allzeithochs der Grünen auf Bundesebene?

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Der Hofer Kreisverband der Grünen lädt alle politisch Interessierten für Freitag, 19 Uhr, ins Turnerheim Schwarzenbach an der Saale zu einem Vorbereitungstreffen für die Kommunalwahl. Ziel der Grünen ist es laut Mitteilung, in Schwarzenbach die Liste füllen zu können. Da die Partei im Kreistag nur Männer sitzen hat, sind vor allem Frauen aufgerufen, sich zu engagieren.

Nein. Wir bekommen diesen Rückenwind zu spüren. Wir haben seit Jahresbeginn die Mitgliederzahlen des Kreisverbandes um zehn Prozent steigern können, auch mit jungen Leuten.

 

 

Um wie viele Mitglieder ist der Kreisverband gewachsen?

Jetzt sind wir bei 69. Aber auch sonst bekommen wir viel positive Resonanz. Wir hören oft, dass wir die richtigen Themen besetzen. Seit der Landtagswahl spüren wir einen deutlichen Umschwung. Auch das Rettet-die-Bienen-Volksbegehren und die Friday-for-Future-Bewegung haben uns in die Karten gespielt. Das macht sich auch bei uns auf dem Land bemerkbar.

 

Am Freitag wollen Sie in Schwarzenbach an der Saale für Ihre Listen werben. In den lokalen Gremien sind die Grünen nur schwach vertreten. Mit 69 Mitgliedern kommen Sie nicht weit, wenn Sie in Stadt und Landkreis Listen füllen wollen.

Deswegen werben wir ja auch. Aber ja, in Schwarzenbach haben wir mit Günter Letfuß einen Stadtrat, im Hofer Stadtrat sind wir mit einem Mitglied vertreten, wir hatten einen Gemeinderat in Bad Steben und im Kreistag sind wir zu dritt bei 60 Plätzen. Wir hoffen jetzt auch auf parteifreie Bürger, die unsere sozialen und ökologischen Ansichten teilen und die für uns in die Listen gehen. Oft ist es dann so, dass sie über kurz oder lang auch Mitglied werden.

 

Mit welchem Konzept gehen die Grünen in die Wahl?

Mein Co-Sprecher Sebastian Auer hat die Verantwortung für die Bildung einer Stimmliste der Grünen zur Kommunalwahl in der Stadt Hof übernommen. Letzte Woche hat er mit Parteimitgliedern und parteifreien Bürgern aus Hof eine Arbeitsgruppe gebildet, die an fünf Kernthemen - Bildung, Umwelt, Energie, Stadtplanung/Mobilität und Soziales - für die Stadt Hof weiterarbeiten werden. Die Arbeitsgruppe ist offen für weitere Bürger, die sich gegebenenfalls im Herbst als Kandidaten für die Grüne Liste im Sinne der Themen aufstellen lassen würden.

 

Die Hofer Grünen sind weder im Land- noch im Bundestag vertreten. Fehlt Ihnen im Wahlkampf nicht eine Figur wie Elisabeth Scharfenberg, die als Bundestagsabgeordnete das Gesicht der Grünen hier war?

Ich gehe davon aus, dass Elisabeth Scharfenberg uns im Wahlkampf unterstützen wird. Sei es auf einer Liste oder anderweitig. Aber ich denke, dass ein eigener Abgeordneter im Kommunalwahlkampf nicht unabdingbar, aber durchaus vorteilhaft wäre. Aber die Arbeit in den Kommunen ist das Wichtigere.

 

Bleiben wir dabei, die Grünen sind in der Region lokal keine Macht. Ist die Partei angesichts der Entwicklung der letzten Jahre nicht doch eher eine urbane, die es auf dem Land vergleichsweise schwer hat?

Betrachtet man die Entwicklung Ost-West und Stadt-Land gibt es tatsächlich Unterschiede. Aber man muss auch sehen, dass wir im Vergleich zum Bund von einer niedrigeren Ebene kommen. Ich halte den Zuspruch auf beiden Ebenen für gleichwertig. In Hof haben wir bei der Europawahl von 8,3 auf 14,5 Prozent zugelegt - das ist immerhin ein Plus von mehr als sechs Prozent-Punkten.

 

Sie suchen insbesondere Frauen. Mit Gudrun Kiehne, Waltraud Wagner und Mirjam Kühne haben Sie drei Frauen im Vorstand. Sind das bei den Kommunalwahlen Namen, die man sich merken sollte?

Durchaus. Vor allem Mirjam Kühne sollte man sich in der nächsten Zeit merken. Sie ist eine bewundernswerte Frau, die - ähnlich wie Elisabeth Scharfenberg - mit vier Kindern alles unter einen Hut bekommt. Mit ihr sollte man rechnen. Ansonsten haben Frauen bei uns überhaupt gute Chancen. Wir wollen es aufrechterhalten, dass Frauen auf den Listen die ungeraden Zahlen bekommen. Also 1,3,5 und so weiter. Im Moment haben wir im Kreisverband zwei männliche Sprecher - einfach, weil es nicht anders ging. So bin ich sozusagen die "Sprecherin". Ich denke, das wird sich bald ändern.

 

Werden die Grünen jemanden finden, der für den Oberbürgermeister-Posten in Hof antritt? CSU und SPD haben ihre Kandidaten schon benannt.

Wir verhandeln noch mit zwei Leuten, die infrage kommen. Ich gehe fest davon aus, dass wir in der Stadt Hof antreten.

 

Und bei der Landratswahl?

Wir haben mit Dr. Oliver Bär ( CSU, Anmerkung der Redaktion ) einen agilen Landrat. In Sachen Höllentalbrücke gibt es zwar sachliche Differenzen über Naturschutz und Entwicklung, aber ansonsten haben wir Kreisräte wenig Probleme mit ihm - das ist zumindest meine Einschätzung.

Autor

Harald Werder
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
00:00 Uhr

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Harald Werder

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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
00:00 Uhr



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