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Hof

"Wir sollten härter sein"

Erneut hat die SPD ein extrem schlechtes Ergebnis eingefahren. Der Hofer Juso-Vorsitzende Sascha Kolb verlangt mehr Profil von der Partei - und mehr Nähe zum Menschen.



Eine Volkspartei kann man die SPD eigentlich nicht mehr nennen - sie marschiert von Wahl zu Wahl von einer Niederlage zur nächsten. Und doch vertritt sie, meint der Hofer Juso-Vorsitzende Sascha Kolb, viele wichtige Themen und Forderungen, die für junge Leute elementar sind. Foto: Hawanafsu/Adobe Stock
Eine Volkspartei kann man die SPD eigentlich nicht mehr nennen - sie marschiert von Wahl zu Wahl von einer Niederlage zur nächsten. Und doch vertritt sie, meint der Hofer Juso-Vorsitzende Sascha Kolb, viele wichtige Themen und Forderungen, die für junge Leute elementar sind. Foto: Hawanafsu/Adobe Stock   » zu den Bildern

Hof - Sascha Kolb, 22 Jahre jung, ist seit Beginn des Jahres der Vorsitzende der Hofer Jungsozialisten; Mitglied der Jusos ist er seit etwa fünf Jahren. Der geborene Hofer studiert in Hof Wirtschaftsrecht.

Herr Kolb, wie weh tut Ihnen das Wahlergebnis?

Auch wenn das Ergebnis nicht überraschend kam, tut es schon weh. Die SPD hat auf Bundesebene zweistellig verloren; dass es in Hof gerade noch einstellig war, ist da auch kein Trost. Ich würde sagen, sieben von zehn auf der Schmerzskala.

Macht es eigentlich noch Spaß, sich für eine Partei in einem derartigen Sinkflug zu engagieren?

Ja, wenn man seine richtige Heimatpartei gefunden hat, dann tritt man für diese Ziele ein und lässt sich auch von den Misserfolgen nicht davon abhalten.

Die richtige Heimatpartei?
Finden Sie, dass die SPD die Anliegen der jungen Menschen, für die Sie bei den Jusos eintreten, wirksam vertritt?

Darauf möchte ich mit einem ordentlichen Jein antworten. Es gibt seit vielen Jahren genug Anzeichen, wie wichtig Klimaschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind - ich selbst studiere mit dem Schwerpunkt Umwelt- und Energierecht. In diesen Punkten möchte ich der SPD für ihre Positionen eine vier minus erteilen. Wenn man bis 2038 am Braunkohleabbau in Deutschland festhält, dann ist damit kein positiver Klima-Effekt gegeben. Aber die SPD vertritt durchaus auch Themen, die für die jungen Leute wichtig sind.

Zum Beispiel?

Die Bundesregierung hat eine Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro beschlossen. Diesen Punkt hatte die SPD in ihrem Wahlprogramm. Das entsprechende Gesetz tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft. Allerdings ist über diesen Beschluss nicht viel berichtet worden. Die SPD tut was Tolles, aber kaum einer bekommt es mit. Das ist eine fundamentale Kritik von mir an der SPD in der Regierung. Ich finde, wenn man Kompromisse findet mit der CDU/CSU, müsste sich die SPD klarer abgrenzen von dem, was sie eigentlich nicht so wollte. Die CDU/CSU macht das ja auch - siehe den Vorschlag der Mindestrente von der SPD. Die CDU/CSU ist da knallhart und sagt, das sei nicht finanzierbar, das sei "Sozialklimbim", wie der Unionspolitiker Joachim Pfeiffer gesagt hat. Die SPD sollte härter und konkreter ihre Meinung sagen.

Was sind für Sie die wichtigsten politischen Themen?

Das wichtigste Thema ist der Klimaschutz, es drängt. Ich sehe dafür keine wirklichen Bemühungen auf Europa-, Bundes- und Landesebene. Auf europäischer Ebene ist für junge Leute die Arbeitslosigkeit das wichtigste Thema. Eine Jugendarbeitslosigkeit von 60 bis 70 Prozent in Spanien ist eine Katastrophe. Wir wollen eine kostenfreie Bildung, von der Kita bis zum Master. Wer studiert und Bafög erhält, für den reicht der Höchstsatz von 730 Euro nicht mal aus, um eine Wohnung bezahlen zu können, zum Beispiel in München. Die Familienverträglichkeit muss verbessert werden. Neben der kostenfreien Kita sollte der öffentliche Nahverkehr gefördert werden, besonders im ländlichen Raum, damit Leute hierher ziehen. Das sind für mich die wesentlichsten Themen.

Fordern Sie einen kostenlosen
öffentlichen Nahverkehr?

Auch wenn die Jusos auf Bundesebene das wollen, diesen Punkt sehe ich etwas kritischer. Der Kostenfaktor für die Kommunen ist enorm, das ist ja zum Beispiel in Hof ein Problem. Aber für junge Leute, Auszubildende, für Senioren und Hilfebedürftige könnte man auf jeden Fall etwas machen.

Und wie ist Ihr Verhältnis zur Hofer SPD?

Es gibt im benachbarten Bereich Jusos und SPD-Ortsvereine, die sich nicht leiden können. Aber wir haben zur Hofer SPD ein sehr gutes Verhältnis. Wir unterstützen uns gegenseitig. So war ich bei den letzten zwei Wahlen der Hauptverantwortliche für die Plakatierung. Und wenn wir für eine Veranstaltung darum bitten, dass mal ein Stadtrat zu uns kommt, dann klappt das.

Was bieten die Jusos in Hof jungen Leuten an, die sich informieren oder engagieren wollen?

Wir treffen uns monatlich in einer Kneipe, das nächste Mal am 13. Juni in der Kneipe Treffpunkt am Sophienberg. Jeder kann kommen. Es geht unformal zu. Wir reden über das, was politisch ansteht, auf kommunaler, Landes-, Bundes- und Europaebene.

Zurück zu Europa -
was bedeutet es für Sie?

Europa ist unfassbar wichtig und wird es auch in der Zukunft der heute Jugendlichen bleiben. Ich bezweifle, dass die EU abgeschafft wird oder Rechtspopulisten sie zerstören könnten. Es gibt einiges zu verbessern, aber das ist ein längerer Prozess. Ich will mich auf jeden Fall weiter politisch engagieren, um die Zukunft mitzugestalten.

Das Gespräch führte Sabine Gebhardt

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
20:04 Uhr

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27. 05. 2019
20:04 Uhr



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