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Hof

Zoff um angekaufte Mineralien fürs Museum

Mehr als 180 000 Euro hat die die Sparkasse Hochfranken in diesem Jahr zur Förderung des gemeinnützigen Engagements in der Stadt Hof zur Verfügung gestellt.



Hof - Wie berichtet wurde das Geld auch dafür verwendet, die Mineraliensammlung für das Museum Bayerisches Vogtland zu erweitern. Jetzt regt sich Widerstand. Ausgerechnet von Stadtrat Hans-Jürgen Dietel (Die Franken), einem früheren Mitarbeiter des Museums.

Dietel forderte in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die Sinnhaftigkeit solcher Anschaffungen zu überprüfen. Oberbürgermeister Harald Fichtner konterte die Kritik, die in Dietels Abwesenheit von Heike Fuchs (Freie Wähler) vorgetragen wurde mit dem Hinweis, alles sei mit der Kulturamts- und Museumsleitung abgesprochen.

Dietel will es darauf nicht beruhen lassen. In einer Stellungnahme äußert er sich ungewohnt hart: "Fällt denn den verantwortlichen Damen und Herren der Hofer Kulturverwaltung wirklich nichts Sinnvolles mehr ein. Die Stadt Hof sollte sich bei der Sparkasse Hochfranken für dieses Geldgeschenk bedanken und dafür die Öffentlichkeit Nützliches anschaffen. Zum Kauf von wertvollen Steinen, die dann im Museumsdepot zum Dornröschenschlaf für viele Jahre eingemottet werden, finde ich, ist dieses Spendengeld sicherlich nicht gedacht." Worte von einem, der selbst noch bis Ende des Jahres bei der Stadt angestellt war - im Museum Bayerisches Vogtland. Insgesamt arbeitet Dietel 42 Jahre bei der Stadt, 32 davon im Museum.

Im Gespräch mit der Frankenpost plaudert Dietel munter aus seiner Zeit als städtischer Angestellter: "Ich kann mich erinnern, dass eine frühere Mineraliensammlung abgebaut wurde. Das Fichtelgebirgsmuseum könne dies besser, hieß es damals uns Mitarbeitern gegenüber." In Wölbattendorf, erzählt Dietel, befänden sich noch so viele Mineralien in einem Depot, "das würde für eine ganze Doktorarbeit reichen". Alles sei unbewertet und unsortiert, verrotte dort vor sich hin. "Ich verlange mehr Verantwortung."

Kulturamtsleiter Peter Nürmberger reagiert gelassen auf die Kritik: "Museumsarbeit besteht aus Sammeln und Bewahren, Zeigen und Vermitteln. Ein Großteil der in Museen gesammelten Objekte wird gar nicht gezeigt. Das ist bei allen Häusern so. Oft sind es bis zu 90 Prozent der Objekte, die in Depots für die Nachwelt erhalten werden."

Die Stadt habe für einen moderaten Preis, wie es heißt, Stücke aus einer Sammlung eines verstorbenen Hofers erworben. "Wir konnten uns nach den oben beschriebenen Kriterien Stücke aussuchen und haben uns dabei auch von Fachleuten beraten lassen. Die bisherigen Mineralienbestände des Museums sind in diese Überlegungen durchaus eingeflossen", schreibt Nürmberger in einer Stellungnahme.

Welche Stücke man in welcher Art und Weise in absehbarer Zeit öffentlich präsentieren könne, werde noch geprüft. Wichtig sei zunächst, diese einzigartigen Stücke für Hof gesichert zu haben.

Die Stadt plant nach Recherchen unserer Zeitung in naher Zukunft ein neues Konzept für das Museum. "Es ist allen bekannt, dass die Einrichtung der Dauerausstellung des Museums in den Achtzigerjahren erfolgte. Insofern denken wir natürlich darüber nach, diese museumsdidaktisch und ausstellungstechnisch auf den heutigen Stand zu bringen", erklärt Nürmberger.

Mit Dr. Magdalena Bayreuther habe die Stadt eine "kompetente Leiterin" des Museums gefunden. Sie denke konzeptionell, gebe gute Impulse. Sören Göpel

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Veröffentlicht am:
17. 05. 2019
18:22 Uhr

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17. 05. 2019
18:22 Uhr



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